Transplantation von Hornhaut Laser optimieren die Augenoperation

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Mit einem Femtosekundenlaser kann beschädigte Hornhaut herausgetrennt werden. Foto: VSDAR

Mit einem Femtosekundenlaser kann beschädigte Hornhaut herausgetrennt werden. Foto: VSDAR

Zurzeit muss das Transplantat mit Nadel und Faden im Miniaturformat fixiert werden. Obwohl der Faden nur einen Durchmesser von 30 Mikrometern hat – halb soviel wie ein menschliches Haar – kam es vor, dass die Nahtstellen nicht dicht waren und Flüssigkeit aus dem Augeninneren nach außen drang. „Mit der neuen Methode, die nun in Heidelberg getestet wird, könnten diese Probleme der Vergangenheit angehören“, sagt Jörg Hassel, Sekretär des Verbands der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie (VSDAR).

Mit dem Femtosekunden-Laser können Augenärzte aber nicht nur Stücke einer komplette Hornhaut hochgenau ausschneiden und austauschen, sondern auch oberflächliche Defekte an der Hornhaut reparieren. So hat beispielsweise Georg Gerten, ärztlicher Leiter der Augenabteilung der PAN Klinik Köln, eine Methode entwickelt, mit der kranke Hornhautschichten von gesunden getrennt werden können.

Die Hornhaut besteht wie eine Gemüsezwiebel aus mehreren Schichten. Ist nur ein Teil der oberen Schicht verletzt, kann dieser nun durch eine Spenderhornhautscheibe in gleicher Größe ersetzt werden. Die Kölner Augenklinik nutzt dafür einen Femtosekunden-Laser des amerikanischen Herstellers Intralase, mit dem das Hornhautgewebe hochgenau geschnitten werden kann. „Es entsteht eine optimale Passform und die Spenderhornhaut fügt sich plan in die aushöhlte Hornhaut ein“, sagt der Kölner Augenarzt.

Der Vorteil gegenüber einer kompletten Hornhauttransplantation: Die innerste Hautschicht bleibt erhalten, so dass die Nährstoffversorgung der eigenen Hornhaut gesichert bleibt. Außerdem ist die innere Augenflüssigkeit geschützt und kann nicht austreten. Zudem werden mögliche Komplikationen wie Abstoßungsreaktionen oder Hornhautverkrümmungen deutlich verringert. Da es sich bei rund 40 Prozent der Hornhautdefekte um Schäden an der Oberfläche handelt, sei diese Methode, die inzwischen auch an anderen Augenkliniken eingesetzt wird, ein Fortschritt für die Patienten, sagt VSDAR-Sekretär Hassel. „Beide Techniken stecken jedoch noch in einem frühen Stadium, so dass mit zunehmender Erfahrung weitere Verbesserungen zu erwarten sind“, sagt der Physiker, der an der ALZ Augenklinik in München arbeitet.

Mit den neuen schnellen Lasern sollen nach den guten Erfahrungen bei der Hornhaut-Reparatur künftig auch andere Augenkrankheiten effektiv behandelt werden. Zum Beispiel die Altersfehlsichtigkeit, die bislang nicht mit Laser korrigiert werden kann. „Sie wird durch die Verhärtung der Linse verursacht. Durch kleine Schnitte könnte man diesen Prozess abmildern“, sagt Uwe Oberheide vom Kölner Laserforum. Erste Versuche seien ermutigend, mit speziellen Geräten für die Behandlung sei jedoch frühestens in zwei bis drei Jahren zu rechnen.

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