Virenbekämpfung Eine Pille gegen Grippe

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Denn im Gegensatz zu Bakterien, die sich selber reproduzieren, brauchen Viren eine Wirtszelle, um sich zu vermehren. Die Forscher verändern die Wirtszelle deshalb so, dass bestimmte Proteine, die von ihren Genen produziert werden und zum Vermehren des Virus notwendig sind, ganz oder vorübergehend blockiert werden. Damit wäre der Vormarsch des Virus gestoppt.

An der Emory-Universität in Atlanta attackieren Zirus-Forscher dafür Zellen mit sogenannten Retroviren, die gezielt bestimmte Gene ausschalten. Überlebt eine Zelle die Attacke, war das vom ausgeschalteten Gen produzierte Protein nicht lebensnotwendig.

Die so manipulierten Zellen werden dann mit Viren infiziert, von typischen Grippe-Erregern bis hin zu tödlichen Ebola-Erregern. Überlebt die Zelle auch das, so die Annahme, kann sich das Virus wegen des blockierten Proteins nicht vermehren. Die Zirus-Forscher haben bereits 1200 Gene entdeckt, die Viren zum Überleben brauchen.

Doch schon viele Visionen von Genforschern, wie beispielsweise die Heilung von Krankheiten durch das Einschleusen von gesunden Genen in den Körper, sind im Praxistest gescheitert. Zwar ist das menschliche Erbgut entschlüsselt. Doch kaum einer weiß bislang, wie Gene Krankheiten wirklich beeinflussen.

Und selbst wenn man Gene kurzzeitig abschalten kann, ohne der Zelle zu schaden: Über die Langzeitfolgen einer solchen Manipulation gibt es bislang keine Erkenntnisse.

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