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Zahnmedizin Uniklinik Düsseldorf Gericht eröffnet Hauptverfahren im Fall Raab

Raab in Gefahr: Der frühere Vorstandschef der Düsseldorfer Uniklinik beschäftigte jahrelang wissenschaftliche Mitarbeiter in seiner Zahnarztpraxis. Nun soll er deshalb vor Gericht.
23.09.2015 - 16:00 Uhr
Der Klinik-Fall liegt seit fast zwei Jahren in der Warteschleife. Quelle: dpa
Düsseldorfer Landgericht

Der Klinik-Fall liegt seit fast zwei Jahren in der Warteschleife.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Vor dem Landgericht Düsseldorf könnte schon bald ein skurriler Medizin-Fall verhandelt werden. Wie eine Sprecherin dem Handelsblatt bestätigte, hat die 14. große Strafkammer das Hauptverfahren gegen den früheren Uniklinik-Direktor Wolfgang Raab eröffnet. Er soll jahrelang wissenschaftliche Mitarbeiter in seiner privaten Zahnarztpraxis eingesetzt und deren Arbeit als eigene Leistungen abgerechnet haben.

1400 Patienten, 2.2 Millionen Euro

Das Gericht sehe einen hinreichenden Tatverdacht, erklärte die Sprecherin. Der Vorwurf laute auf Untreue im besonders schweren Fall. Bei einer Verurteilung drohen bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafe. Einen Prozesstermin gebe es allerdings nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2016.

Laut Anklage rechnete Raab bei 1400 Patienten Behandlungen für rund 2,2 Millionen Euro ab. Nur einen Bruchteil der Leistungen erbrachte er jedoch selbst. Die allermeisten Patienten soll ein Oberarzt behandelt haben, der eigentlich für Forschung und Lehre zuständig war. Der Universität Düsseldorf soll dadurch ein Schaden von rund 350.000 Euro entstanden sein.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hatte Raab im Sommer 2013 wegen Verdachts der Untreue angeklagt. Seitdem lag der Fall beim Landgericht (Aktenzeichen 14 KLS 18/13).

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    Uniklinik beschäftigt angeklagten Professor

    Die Uniklinik beschäftigte den Professor nach der Anklage weiter. Zwar berief sie Raab als Vorstandschef ab, er leitete aber anschließend wieder die Abteilung für Zahnerhaltung. Damit setzte die Uniklinik Raab ausgerechnet dem Mann vor die Nase, der die Geschäfte des Professors ans Licht brachte.

    Weder Professor Raab, noch die Uniklinik, noch die Universität äußerten sich auf Anfrage zur Eröffnung des Hauptverfahrens. Einen ausführlichen Report zum Fall finden Sie hier.

    • drn
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