Zeckengefahr steigt Wohlfühlklima für lästige Blutsauger

Nicht nur Mücken lieben warmfeuchtes Klima, auch ein anderer Blutsauger hat aktuell Hochkonjunktur: Zecken lauern auf Gräsern und Büschen, sie können gefährliche Krankheiten übertragen. So schützen Sie sich.
Das warme und feuchte Klima der vergangenen Wochen bekommt den Blutsaugern besonders gut. Quelle: dpa
Zeckenwarnung

Das warme und feuchte Klima der vergangenen Wochen bekommt den Blutsaugern besonders gut.

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BerlinDerzeit herrscht in Deutschland Wohlfühlklima für Zecken: Die kleinen Blutsauger lieben es warm und feucht. Sie lauern bevorzugt im Wald auf Gräsern und Büschen, aber auch oft im heimischen Garten. Spaziergänger und spielende Kinder sollten sich vor Zeckenbissen schützen, denn die Spinnentiere können Krankheiten übertragen. Was man über die Zeckengefahr wissen muss.

Wo sind Zecken aktiv?

Zecken lauern in Wäldern und Parks, aber auch im heimischen Garten auf Gräsern, Farnen oder Sträuchern. Vorbeilaufende Tiere oder Menschen streifen die Blutsauger ab, die sich dann an weichen Hautpartien wie Kniekehlen, unter den Armen oder am Haaransatz festbeißen.

Mit Hilfe ihres mit Widerhaken versehenen, stachelartigen Mundwerkzeugs bohren sie sich in die Haut, um Blut zu saugen. Dabei kann es zur Übertragung gefährlicher Krankheitserreger kommen.

Diese Krankheiten können Haustiere übertragen
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Haustiere, da sind sich Mediziner und Psychologen einig, halten ihre Besitzer körperlich und geistig gesund. Meistens. Denn die vier- oder mehrbeinigen Mitbewohner haben auch eine dunkle Seite: Sie übertragen Krankheiten, die unangenehm, gefährlich oder gar tödlich sein können.

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ARAS
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Ornithose

Eine der gefährlichsten Krankheiten, die man sich an Haustieren holen kann, ist die in Deutschland zum Glück sehr seltene Ornithose. Die Infektion mit dem Bakterium Chlamydophila psittaci ähnelt einer schweren Grippe und kann insbesondere unbehandelt tödlich enden. Zusammen mit Anthrax und Hepatitis C ist das Bakterium in der zweithöchsten Risikostufe der Gentechnik-Sicherheitsverordnung eingestuft.

Überträger der Ornithose sind Vögel, vor allem Papageien. Sie können selbst erkranken, aber auch symptomlose Träger der Krankheit sein. Der Erreger vermehrt sich zunächst in den oberen Atemwegen und befällt dann Milz und manchmal die Lunge. Diese so genannte atypische Pneumonie verläuft oft sehr schwer und – abhängig vom Erregerstamm – mit Sterblichkeiten von bis zu 50 Prozent. Auch nach überstandener Krankheit kann es mehrere Wochen dauern, bis die Lunge wieder normal funktioniert.

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Toxoplasmose

In den letzten Jahren tauchte Toxoplasma gondii, der Erreger der Toxoplasmose, immer wieder in der Presse auf. Der Einzeller verändert nämlich das Verhalten von Mäusen – es macht sie weniger ängstlich, so dass sie schneller von Katzen gefressen werden, dem Hauptwirt von Toxoplasma. Und von Katzen springt der Erreger auf Menschen über. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung, schätzen Experten, waren oder sind mit dem perfiden Einzeller infiziert.

Da stellt sich natürlich die drängende Frage: Werden auch wir von Toxoplasma ferngesteuert? Die Antwort ist: Ja. Studien haben Hinweise darauf ergeben, dass Toxoplasmose Männer misstrauischer und Frauen vertrauensseliger macht. Der Effekt ist allerdings nach Angaben der Forscher so gering, dass er im Alltag keine Rolle spielen dürfte.

Weit bedrohlicher sind zwei andere Effekte: Erstens scheint es einen Zusammenhang zwischen Toxoplasma, Schizophrenie und Suizid zu geben, und zweitens ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich für das ungeborene Kind. Im ersten Schwangerschaftsdrittel verursacht der Erreger in zehn Prozent der Fälle eine Fehlgeburt, in späteren Stadien können erhebliche Schäden an Gehirn und inneren Organen des Kindes auftreten.

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huGO-BildID: 36485955 A person looks at Silurus ganis (catfish) in an aquarium as part of an exhibition of exotic species of fishes and vegetals whic
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Aquarium-Granulom

Das Bakterium Mycobacterium marinum lebt normalerweise frei im Wasser, doch wenn sich eine Gelegenheit ergibt, dringt es durch offene Wunden in den Körper ein. Dort verursacht es Hautknoten und ähnliche Unannehmlichkeiten, das so genannte Aquarium-Granulom.

In manchen Fällen geht die Infektion von alleine wieder zurück, allerdings kann der Erreger auch tiefer ins Gewebe eindringen. Eine Standardbehandlung gegen M. marinum gibt es nicht – der Erreger ist von Natur aus resistent gegen einige Antibiotika, so dass Ärzte immer wieder herumprobieren müssen, was funktioniert. Manchmal müssen sie den Infektionsherd zusätzlich herausschneiden, um die Krankheit zu besiegen.

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Riesenschildkröte Clotherich in Konstanz
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Salmonellose

Einer der ungewöhnlicheren Überträger für Krankheiten ist die Schildkröte – sie kann Salmonellen beherbergen, die beim Menschen schwere Durchfälle und Darmentzündungen auslösen. In den USA entwickelten sich durch Schildkröten übertragene Salmonellen zu einem derart massiven Problem, dass die Regierung 1975 den Verkauf der Tiere stark einschränkte.

Allerdings besteht das Problem bis heute, zumal Schildkröten als Haustiere inzwischen weltweit im Handel sind – tatsächlich steigt die Bedeutung von Schildkröten und anderen Reptilien als Überträger von Salmonellen, vermuten einige Experten. Versuche von Schildkrötenzüchtern, die Erreger mit Antibiotika zu kontrollieren, erzeugten zusätzlich resistente Salmonellen.

Auch in Europa treten immer wieder Fälle von Salmonellose auf, die auf Schildkröten zurückgehen, zuletzt in Spanien. Die US-amerikanischen Behörden empfehlen deswegen, in Haushalten mit Kindern unter 5 Jahren keine Schildkröten zu halten.

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Jahres PK Fressnapf - Hund mit Kauknochen
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Spul- und Hakenwürmer

Würmer sind ein altbekanntes Problem für alle Haustierhalter – doch man sollte sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Besonders für junge Hunde und Katzen kann so eine Infektion gefährlich sein. Menschen mit infizierten Haustieren laufen ebenfalls Gefahr, sich die lästigen Parasiten einzufangen.

Die Larven der Hakenwürmer lauern im Boden und bohren sich durch die Haut in den Körper. Hakenwurm-Larven, die sich durchs Gewebe bohren, verursachen manchmal stark juckende Entzündungen. Wenn ein Mensch die Eier oder Larven verschluckt, was heutzutage dank verbesserter Hygiene selten geworden ist, wandern die Larven in den Darm und verursachen Unterleibsschmerzen und blutigen Stuhl.

Die Eier von Spulwürmern dagegen muss ein Mensch verschlucken, um sich zu infizieren. Im Verdauungstrakt entwickeln sich die Larven und bohren sich durch das Gewebe, um sich in anderen Organen einzunisten. Krankheitssymptome treten auf, wenn sehr viele Larven im Körper unterwegs sind. Dann können innere Organe anschwellen oder gar Larven in den Augen auftauchen. Eine probate Vorbeugung besteht in der regelmäßigen Entwurmung der Haustiere.

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Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Am häufigsten wird die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose übertragen, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann und an der jährlich mindestens 60.000 Menschen in Deutschland neu erkranken. Treten binnen vier Wochen grippeähnliche Symptome, Fieber, Lymphknotenschwellungen oder die sogenannte Wanderröte auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Sonst drohen noch nach Jahren Spätfolgen. Früh erkannt, lässt sich die Infektion aber gut mit Antibiotika behandeln.

Zecken können auch den Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, einer virusbedingten Hirnhautentzündung. Die Erkrankung beginnt ebenfalls ähnlich wie eine Grippe, in vielen Fällen ist die Krankheit mit dem Abklingen dieser Symptome bereits überstanden. Bei etwa 10 Prozent der Betroffenen kommt es jedoch zu einer gefährlichen Entzündung des zentralen Nervensystems.

Die Zecke beißt zu – was ist zu tun?

Hat sich eine Zecke festgebohrt, sollte sie möglichst schnell, am besten mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange, herausgedreht und die Bissstelle desinfiziert werden. Aber Vorsicht: Das Tier nicht quetschen oder mit Öl, Klebstoff oder anderen Chemikalien abtöten. Denn im Todeskampf entleert die Zecke ihren Mageninhalt in die Haut, dadurch steigt die Infektionsgefahr. Handelsübliche Antizeckenmittel schützen, wenn überhaupt, nur kurze Zeit.

Wie hoch ist das Risiko einer Erkrankung?

Borrelien werden erst etwa 24 Stunden, nachdem die Zecke zu saugen beginnt, übertragen. FSME-Viren hingen bereits zu Beginn. Allerdings sind selbst in den FSME-Risikogebieten nur wenige Zecken infiziert – im Schnitt 0,1 bis 3,4 Prozent. Studien zufolge tritt bei etwa fünf Prozent der gebissenen Menschen eine Lyme-Borreliose auf. Nur ein sehr kleiner Teil der Infizierten, rund ein Prozent, entwickelt Krankheitssymptome.

Was gegen Zecken hilft
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