Zukunft der Medizin-Technik? Tricorder-Prototypen gewinnen X-Prize

Sie sind klein und erkennen kontaktlos Krankheiten: Tricorder waren bislang reine Science-Fiction – jedoch nicht mehr lang. Entwickler stellten ihre Geräte in einem Wettbewerb vor. Bis zum Alltag ist es aber noch weit.
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Das Gerät dient zur selbstständigen Kontrolle der Gesundheit und der Feststellung von Krankheiten. Quelle: dpa
„DxtER“

Das Gerät dient zur selbstständigen Kontrolle der Gesundheit und der Feststellung von Krankheiten.

(Foto: dpa)

San DiegoDie Serie lief erstmals in den 60er-Jahren, aber die Technologie aus „Raumschiff Enterprise“ war ihrer Zeit schon immer weit voraus. Dr. Leonard McCoy untersucht seine Patienten in der Serie beispielsweise mit einem Tricorder. Kontaktlos und sekundenschnell erkennt das kleine Gerät Krankheiten. Unter „Raumschiff Enterprise“-Fans legendär – aber eben auch nicht von dieser Welt. Bis jetzt.

Zehn Millionen Dollar hatte die X-Prize-Stiftung 2012 demjenigen versprochen, der den legendären Tricorder nachbaut. Das Gerät solle genau wie das Vorbild aus der Fernsehserie funktionieren und möglichst genau eine Auswahl von 15 verschiedenen Krankheiten bei 30 Patienten ermitteln. Zudem dürfe es nicht mehr als rund zwei Kilogramm wiegen. Mehr als 300 Teams bewarben sich, wie die Stiftung mitteilte.

X-Prize-Wettbewerbe haben schon mehrfach Schlagzeilen gemacht. 1996 hatte die Stiftung aus den USA zehn Millionen Dollar für einen privat finanzierten Flug bis an den Rand des Orbits ausgelobt. Das Preisgeld hatten sich acht Jahre später die Entwickler des Raketenflugzeugs „SpaceShipOne“ gesichert.

Diese Behandlungen können Sie sich sparen
1. Antibiotika gegen Erkältung
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Häufig verschreiben Ärzte ihren Patienten schon bei einem harmlosen Schnupfen oder anderen Atemwegserkrankungen Antibiotika – völlig unnötig, sagen die Mediziner der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM), die nun eine Liste mit den zehn überflüssigsten Behandlungen herausgegeben haben. Schließlich geht eine Erkältung meist von alleine weg. Durch den übermäßigen und ungerechtfertigten Einsatz von Antibiotika steige aber das Risiko für die Entstehung von resistenten Keimen.

Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM)

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2. Zu häufige Blut- oder Röntgenuntersuchungen
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In Europa wird viel zu häufig geröntgt – ein Großteil davon ist überflüssig. Röntgenaufnahmen werden bei vielen Patienten in regelmäßigen Abständen durchgeführt – manchmal sogar, wenn gar kein konkreter Anlass vorliegt. Ähnlich verhält es sich mit Blutabnahmen. Meist habe dies nur einen Hintergrund, warnen die Schweizer Experten: Ärzte wollen Geld mit diesen aufwändigen Verfahren verdienen. Sie warnen Patienten deshalb davor, sich unnötig solchen Behandlungen auszusetzen.

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3. Frühzeitiges Röntgen bei Rückenschmerzen
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Auch bei Rückenschmerzen werde zu schnell geröntgt, sagten die SGAIM-Mediziner. Dabei helfe Röntgen innerhalb der ersten sechs Wochen überhaupt nicht, die Diagnose bei Rückenschmerzen zu verbessern. Die Betroffenen seien unnötiger Strahlung ausgesetzt und somit erst recht gesundheitsgefährdet.

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4. Größere Blutmengen bei Transfusionen als nötig
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Viele der durchgeführten Bluttransfusionen seien fehlerhaft, weil viel mehr Blut als nötig transferiert werde. Dabei dürfte die benötigte Blutmenge keinesfalls überschritten werden, warnen die Ärzte. Die Gefahren: Die Kosten der Behandlung steigen, aber auch die Risiken für die Gesundheit.

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5. Beruhigungs- und Schlafmittel
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Vielen Patienten werde zu leichtfertig ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel verschrieben – was laut SGAIM-Experten nicht ohne Risiko sei. Studien zeigten, dass durch die unnötige Verschreibung solcher Medikamente die Gefahr für Verkehrsunfälle und Stürze im Alltag steige.

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6. Zu lange Bettruhe für ältere Patienten
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Vielen älteren Patienten wird bei Krankenhausaufenthalten tagelange Bettruhe verschrieben – was nach Ansicht der Schweizer Mediziner gar nicht der richtige Behandlungsansatz sei. Durch zu lange Liegezeiten könne sich zum Beispiel die Gehfähigkeit der betroffenen Patienten verschlechtern.

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7. Dauerkatheter bei Inkontinenz
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Neigen Patienten zu Inkontinenz, setzen viele Ärzte zu schnell und leichtfertig einen Dauerkatheter bei ihnen ein. Die Schweizer Mediziner kritisieren: Der Katheter solle lediglich die Arbeit für das Pflegepersonal erleichtern. Dabei steige durch den Einsatz das Risiko für Infektionen.

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Und auch die Tricorder-Herausforderung ist jetzt geknackt. „Wir wollten ein wirkliches Produkt für den Konsumenten, das die Menschen gerne benutzen würden“, sagte Jessica Ching von der X-Prize-Stiftung bei einer live im Internet übertragenen Diskussionsveranstaltung während einer Medizintechnik-Konferenz in San Diego in der Nacht zum Dienstag. „Man muss sich das vorstellen: Als wir den Wettbewerb starteten, gab es noch kein Uber, kein Yelp, Facebook war noch sehr früh und Elon Musk noch nicht zu sehen.“

An mehrere Teams wurden schließlich Geldpreise ausgegeben, als Sieger ausgezeichnet – und mit 2,6 Millionen Dollar belohnt – wurden die Brüder Basil und George Harris samt ihres Teams. Den zweiten Platz und eine Million Dollar bekam ein Team aus Taiwan, geleitet vom Harvard-Professor Chung-Kang Peng.

Vom Küchentisch auf die Weltbühne
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