Neom: Eine Wüstenstadt aus Glas – so plant Saudi-Arabien „The Line“
München. Allein die Zahlen verursachen Schwindelgefühle: 170 Kilometer soll sich „The Line“ wie ein gigantisches Lineal in die Wüste erstrecken – ausgehend von der Planstadt Neom im Nordwesten des Königreichs. Neun Millionen Menschen sollen künftig auf einer Breite von 200 Metern und in einer Höhe von 500 Metern leben und arbeiten, umgeben von „unberührter Natur“ – und einer Fassade aus Glas. The Line bildet das Herzstück der Metropole Neom, die sich auf einer Fläche der Größe Belgiens erstrecken soll.
„Größenwahnsinnig“, „heiße Luft“, „autokratischer Fiebertraum“, „Gefängnis aus Glas“ – so lauten einige Reaktionen auf Entwürfe der futuristischen Megastadt The Line, die der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (MbS) im Juli präsentierte.
Der verspricht dagegen eine „zivilisatorische Revolution, die Menschen, ihre Gesundheit und Wohlbefinden an erste Stelle setzt“. Ein Hochgeschwindigkeitszug soll die gesamte Distanz binnen 20 Minuten überbrücken. Alle wichtigen Einrichtungen wären in fünf Fußminuten erreichbar. Dazu soll The Line mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden.