Euro in der Zukunft Griechenland, na und?

In Athen regiert nun die radikale Linke. Trotzdem hat der Euro Chancen auf ein langes Leben. Handelsblatt.com startet eine Serie zu Zukunftsthemen – und verändert sich selbst: Am Mittwoch erleben Sie ein neues Design.
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DüsseldorfBleibt er oder wird er uns bald schon wieder verlassen? Gut 15 Jahre ist er erst alt, der Euro, die europäische Gemeinschaftswährung. Die Griechen haben gerade gewählt. Deshalb interessiert sich jetzt erst recht jeder brennend dafür, ob wir in Europa auch in Zukunft mit dem Euro bezahlen werden. 15 Jahre sind noch nicht besonders viel für eine Währung. Doch wir alle haben es buchstäblich selbst in der Hand, ob wir diesem Euro weiterhin das Vertrauen schenken und damit sein Überleben sichern. Trotz aller aktuellen Endzeitszenarien: Es gibt eine gute Chance, dass uns der Euro noch lange Zeit erhalten bleibt.

Ist der Euro denn wirklich so schlecht und schwach, wie er derzeit von vielen gesehen wird? Die klare Antwort darauf heißt: nein. Als Währung funktioniert der Euro hervorragend. Wirtschaftswissenschaftler haben ein theoretisches Konzept („Funktionen des Geldes“) entwickelt, mit dem sich die Leistungsfähigkeit einer Währung messen lässt. Im Mittelpunkt stehen dabei die drei Funktionen als Zahlungsmittel, als Recheneinheit und als Mittel der Wertaufbewahrung.

Alle drei Funktionen erfüllt der Euro mit Bravour. Überall in der Eurozone ist er anerkanntes und bewährtes Zahlungsmittel, ja sogar in Ländern über den Euroraum hinaus. Damit ist auch seine Funktion als Recheneinheit gesichert. Kaum noch jemand denkt in den alten europäischen Währungen, in Mark, Pesete oder Lira. Preise sind so von Lissabon bis ins Baltikum vergleichbar geworden.

Am allerwichtigsten ist allerdings die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel. Eine Währung wird nur dann voll und ganz von einer Bevölkerung akzeptiert, wenn der Wert einer Banknote dauerhaft erhalten bleibt und sich damit auch noch morgen, in einem Monat oder in einem Jahr bezahlen lässt. Auch diese Funktion erfüllt der Euro. Es gibt keine Flucht in andere Währungen, die Bevölkerung in den Euro-Ländern hält – auch ganz wörtlich genommen – an ihrer Gemeinschaftswährung fest.

Inflation wäre eine Ursache, die an der Werthaltigkeit zweifeln ließe. Nur: Innerhalb der Eurozone ist Inflation überhaupt kein Thema. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank während der vergangenen 15 Jahre kann sich in diesem Punkt wahrlich sehen lassen. Die Euro-Zone gehört zu den stabilsten (Geld-)Regionen der Welt. Während sich viele Länder ständig mit Abwertungssorgen herumplagen müssen, erfreuen sich die Europäer ihrer Geldwertstabilität.

Probleme allenfalls wegen der niedrigen Preise
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4 Kommentare zu "Euro in der Zukunft: Griechenland, na und?"

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  • Der Kommentarschreiber hat etwas wesentliches vergessen: Der Euro hat uns allen Arbeitsplätze und Wohlstand beschert, ist so hart wie die DM, niemand musste für die Schulden von anderen geradestehen. Er hat den europäischen Ländern, die sich stets feindlich gesinnt waren, Frieden beschert. Die Deutschen, ach nein, alle profitieren vom Euro. Und nicht zuletzt: der Euro hat Ewigkeitswert (sofern er dauergerettet wird)
    .

  • Ich habe die Chance auf ein langes Leben mit HARTZIV. Kannst mir auch in Golddublonen auszahlen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Faktenscheck Aus T€uro wird Ramscho

    Am 23./24.3.2000 trat der Europäische Rat in Lissabon zu einer Sondertagung mit dem Thema „Beschäftigung, Wirtschaftsreform und sozialer Zusammenhalt als Bestandteil einer wis-sensbasierten Wirtschaft“ zusammen. In den entsprechenden Schlussfolgerungen des Vorsitzes dieses Europäischen Rats wurde ein auf zehn Jahre (bis 2010) angelegtes Strategieprogramm vorgestellt, dass schon bald als Lissabon-Strategie bezeichnet wurde. Dabei gab der Europäische Rat ein ehrgeiziges neues strategisches Ziel vor: Die EU müsse bis zum Jahre 2010 „zum wettbewerbfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden – einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen“. Davon umfasst waren als quantitative Zielvorgaben Vollbeschäftigung und eine durch-schnittliche wirtschaftliche Wachstumsrate von 3%.

    Was ist daraus geworden? 15 verlorene Jahre und man hört immer weiter so, weiter so, gesundbeten bis der Arzt kommt und den Tod des Patienten patentiert. Toll, diese Sprücheklopferei kann ich langsam nicht mehr hören.
    MfG

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