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Mobilität der Zukunft Fahrt elektrisch!

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Wasserstoff ist auch keine Lösung
Dampfende Revolution, um 80.000 Euro
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Toyota bringt das erste serienmäßige Auto mit Brennstoffzelle früher als gedacht auf den Markt. Ursprünglich war der Verkaufsstart für 2015 geplant. Der Wagen namens "Mirai" soll schon im Dezember über Japans Straßen rollen. Das Wasserstoffauto wurde auch unter der Abkürzung FCV für "Fuel Cell Vehicle" bekannt.

Der Konzern forscht bereits seit mehr als 20 Jahren an der umweltfreundlichen Brennstoffzellentechnologie. Nun soll sie in Japan für umgerechnet etwa 48.000 Euro auf den Markt kommen ...

(Foto: PR)
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Toyotas erstes in Serie produzierte Brennstoffzellenauto soll ab September 2015 soll als "Mirai", so das japanische Wort für „Zukunft“, auch in Deutschland zum Leasen angeboten werden. Toyota kalkuliert hierzulande aber mit einem Verkaufspreis von 78.540 Euro. Die Limousine verzichtet völlig auf CO2- und Schadstoffemissionen, aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.

(Foto: PR)
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Die viersitzige und 4,89 Meter lange Limousine hat eine Systemleistung von 113 kW / 154 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 335 Newtonmetern. Die Betankung mit Wasserstoff dauert rund drei Minuten. Toyota spricht beim Mirai vom Einsatz der weltweit effizientesten Brennstoffzelle.

(Foto: PR)
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Blick auf den Antrieb: Zu sehen ist der Hochdruck-Wasserstofftank (gelb). Er speichert den Wasserstoff bei einem Druck von 700 bar - dafür ist er in drei Schichten mit Kohlefaser verstärkt. In einer chemischen Reaktion wird in den Brennstoffzellen aus Wasser- und Sauerstoff Elektrizität gewonnen, die wiederum den Elektromotor des Autos antreibt. Der Wagen soll laut Toyota in nur drei Minuten aufgetankt sein.

(Foto: PR)
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Die neuen Brennstoffzellen-Stacks nutzen weltweit erstmals feinmaschige 3-D-Kanäle, die eine gleichmäßige Stromerzeugung auf den Zelloberflächen garantieren. So ist die Leistungsdichte 2,2 Mal höher als beim Versuchsträger Toyota FCHV-adv, außerdem ist nicht länger ein Befeuchter erforderlich. Der kompakte Konverter steigert die Spannung zudem auf bis zu 650 Volt, wodurch die Größe des Elektromotors und die Anzahl der Brennstoffzellen verringert werden konnten.

(Foto: PR)
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Die aus drei Schichten kohlefaserverstärkten Kunststofftanks speichern den Wasserstoff bei einem Druck von 700 bar. Obwohl ihr Gewicht und ihre Größe im Vergleich zum Toyota FCHV-adv verringert wurden, stieg ihre Speicherkapazität um 20 Prozent.

(Foto: PR)
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Die unterflurige Montage der Brennstoffzellen-Stacks und Wasserstoff-Tanks reduziert den Fahrzeugschwerpunkt des Mirai, die Unterbodenverkleidung und aerodynamisch geformte Leuchten den Luftwiderstand. Das Brennstoffzellenfahrzeug verfügt neben dem Kühlergrill über zwei weitere Lufteinlässe rechts und links. Sie versorgen die Brennstoffzelle mit Sauerstoff, der für die chemische Umwandlung des Wasserstoffs nötig ist, und kühlen zugleich das System.

(Foto: PR)

Eine Antwort auf eine lohnende Alternative zu den begrenzten Ölreserven haben die Kritiker nicht. Und der derzeit niedrige Ölpreis gibt ihnen scheinbar Recht. Doch das derzeitige Überangebot kommt vor allem durch hohe Fördermengen der Opec und den Frackingboom in den USA zustande. Für letzteres werden mit Chemikalien tiefe Gesteinsschichten aufgebrochen, um neue Ölreserven zu erschließen. Ein Risiko: Schlimmstenfalls wird sogar eine Vergiftung des Grundwassers in Kauf genommen. Statt verfügbare, erneuerbare Energie zu nutzen, werden teuer erschlossene, fossile Brennstoffe in die Luft geblasen.

Und auch die vermeintliche Alternative zum reinen Elektroauto, der Wasserstoffantrieb, entpuppt sich beim Blick auf die Details als ökologische Mogelpackung. Wasserstoff ist eine Ressource, die in ihrer reinen Form nicht natürlich vorkommt: Kohlenwasserstoff muss unter Einsatz von Energie gespalten werden, dann wird der Wasserstoff komprimiert und verflüssigt, zur Tankstelle transportiert, um dann in einer Brennstoffzelle eine Batterie zu laden, die wiederum ein Auto antreibt. Wie viel Energie auf diesem Weg verloren geht, kann man sich denken. Wie teuer eine Brennstoffzelle dank des verbauten Platins ist, auch. 

Von allen Zukunftsvisionen bleibt das Elektroauto – trotz aller Defizite – darum die erfolgversprechendste. Und dafür müssen die Autofahrer nicht mal unzumutbare Abstriche machen: In puncto Stauraum haben Elektroautos längst aufgeholt. Gewohnten Komfort wie Sitzheizung und Einparkhilfen bieten sie auch. Wer auf den Motorensound nicht verzichten kann, dem bauen die Hersteller sogar eine Soundsimulation in den Innenraum.

Weil weniger Teile verbaut werden, sparen Elektroauto-Fahrer auch bei der Wartung. Und bei der Beschleunigung lassen die Elektrischen jeden Benziner alt aussehen. Selbst mit Zwergen wie dem Renault Twizy hängt man auf den ersten Metern nahezu jeden Porsche ab.

Vielleicht ist es für VW-Aufsichtsrätin Ursula Piëch an der Zeit, sich mal wieder in ein Elektroauto zu setzen – so wie einst Bertha Benz. 

Haben Sie noch Fragen? Melden Sie sich gerne bei mir.

Autor: Lukas Bay
[email protected]

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Mehr zu: Mobilität der Zukunft - Fahrt elektrisch!

8 Kommentare zu "Mobilität der Zukunft: Fahrt elektrisch!"

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  • Ich wundere mich sehr über die Mehrzahl der bisherigen Kommentare. Grund: ich habe ein Zweitauto, das ist ein Verbrenner (für die Autobahn-Urlaubsreisen). Das Erstauto ist natürlich elektrisch und macht - neben seiner Sparsamkeit - auch noch Spaß (seit über 2 Jahren schon: ein deutsches Stadt/Landstraßen-Auto)!
    Wieso es Leute gibt, die ihr sauer verdientes Geld für Schnickschnack ausgeben (Metallic, Leichtmetall, Audio usw.) statt für energieeffziente Fortbewegung, erschließt sich mir nicht. Ich jedenfalls freue mich, dass bei einer Gebirgs-Abwärtsfahrt nicht die Bremsen heiß werden, sondern 60% Rekuperation nachgewiesen werden kann. Ich kenne keinen Verbrenner, der beim Bremsen seinen Tank wieder füllt. Und je mehr Stau in der Stadt, desto sparsamer(!) ist das E-Auto im Gegensatz zum Verbrenner.
    Aber der Verbrenner heizt doch so wunderbar im Winter! Für diesen Vorteil wird der Energievorrat der Erde verbrannt...
    Dass die Wirtschaftsbosse unserer Autofirmen offenbar die Ingenieure gebremst haben, wird sich noch rächen - China wartet nicht, das sagte ich schon vor 2 Jahren.

  • E-Mobile machen heute einfach keinen wirtschaftlichen Sinn, wie oben auch H. Heiko Maas .... wenig charmant aber deutlich anmerkt.
    Die Technik ist angekommen bei Pedelecs, sicher machen auch E-Scouter Sinn, aber ein E-Mobil ist heute nicht nur zu teuer, sondern hat auch funktionale Einschränkungen (Reichweite, Ladezeiten). Dies beheben zu wollen, indem man doch wieder einen Verbrennungsmotor einbaut, ist doch wohl hilflos bis witzig ...

  • Für einen Lithium-Akku benötigt man etwa 100 g Lithium pro kWh, das sind bei einem normalen Elektrofahrzeug ca. 2 kg, beim Tesla Model S 8-10 kg.
    Das Lithium in den Akkus verbraucht sich übrigens nicht, sondern kann immer wieder aus den Altbatterien zurückgewonnen werden.

  • S.g. Herr Wetzel. Ein 88kWh Akku enthält in etwa 25 Gramm Lithium. Sie lagen damit ca. um den Faktor 10000 daneben.

  • 40T€ für eine eSchleuder mit 150 km Reichweite. Bin ich bekloppt?

  • Hier mal was zum rechnen:
    Der groesste Salzsee der Welt (Salar de Uyuni in Bolivien) enthaelt ca. 5 Millionen Tonnen Lithium.
    In China werden pro Jahr ca. 20 Millionen Autos neu gekauft.
    Ein Tesla Lithium Ionen Akku wiegt ca. 600kg (den exakten Lithium Anteil kenne ich leider nicht)
    -> falls der Akku zu 40% aus Lithium besteht (das duerfte zu viel sein) waere der komplette Salzsee nach einer Jahresproduktion leer. Und das ist nur China und nur PKWs.

  • Logik und Marktwirtschaft sind hierzulande im Energiesektor unbekannt.

    Mit den über 20 Mio Tonnen Heizöl, die in Deutschland z.B. 2009 verbraucht wurden (Zahl aus wikipedia) lassen sich 41 Millionen Diesel PKW über 10.000 km fahren (bei 6l/100km) Verbrauch.

    Also wieso, um alles in der Welt, erst die Autos elektrifizieren und nicht Häuser und Fabriken?

  • Und warum genau gibt es keine Lobby für Elektro-Heizungen? Da fällt sogar der Mobilitätsaspekt und die damit einhergehende notwendige Verkürzung der Ladezeiten weg.

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