Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
 

Cybersicherheit Versicherung gegen Hacker – so sichern sich Unternehmen ab

Hacker richten Millionenschäden an. Um sich gegen die Angriffe aus dem Netz zu wappnen, können Unternehmen nun eine Versicherung abschließen.
Kommentieren
Hackerangriffe können Unternehmen empfindlich treffen. Quelle: dpa
Angriffe aus dem Netz

Hackerangriffe können Unternehmen empfindlich treffen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die digitale Bedrohung hat zumindest für eine Branche auch eine positive Seite: für die Versicherungen. Unweit des Münchener Hauptbahnhofs sitzt das Team des internationalen Spezialversicherers Hiscox in luftigen Großraumbüros. Eines der Themenfelder der Versicherung waren bislang Entführungs- und Erpressungsfälle in der realen Welt. Es gab Policen für Spitzenmanager auf Auslandsreisen und für Transportschiffe, die Gewässer somalischer Piraten durchqueren müssen. Seit 2011 ist nun auch der digitale Übergriff Bestandteil des Portfolios.

Für Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu zehn Millionen Euro im Jahr kostet die Jahresprämie 1 670 Euro netto. Ab 100 Millionen Euro Umsatz wird ein niedriger fünfstelliger Betrag fällig. Immer mehr Firmen ist es das offenbar wert. „Unser Policen-Bestand hat sich zuletzt jährlich verdoppelt und liegt inzwischen im oberen vierstelligen Bereich“, sagt Sieverding, den seine Visitenkarte als „Underwriting Manager Cyber“ ausweist.

Den gleichen Trend sehen auch andere Anbieter im Markt. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re erwartet bis 2020 einen Anstieg des Prämienvolumens weltweit auf bis zu neun Milliarden Dollar. Erklärtes Ziel der Münchener ist es, den Marktanteil von zehn Prozent zu halten. Jedes fünfte deutsche Unternehmen plane eine Cyberschutz-Versicherung, das ergab eine Studie von „Eco – Verband der Internetwirtschaft“ im vergangenen Jahr.

„Hiscox Cyberclear“ heißt das Angebot für deutsche Mittelständler, um das sich Ole Sieverding kümmert. Die Police soll Unternehmen einen Schutzbrief gegen Hackerangriffe bieten. „Versichert sind die Kosten für Krisenmanagement, IT-Forensik, Anwälte, Wiederherstellung der Systeme, Betriebsunterbrechung und die Haftpflicht im Fall eines Datenmissbrauchs“, sagt Sieverding.

Zwischen 2016 und 2018 habe Hiscox weltweit rund 2.000 Schadensfälle reguliert. Der gravierendste Fall in Deutschland war ein Angriff auf eine Digitalagentur, bei der ein Angreifer eine Woche lang die Systeme empfindlich lahmlegte und störte. Unter anderem leitete er Besucher von Kundenwebseiten auf Pornoangebote um. Zur Peinlichkeit kamen die Kosten. Auf fast drei Millionen Euro summierten sich Abwehr und Reparatur. Für den Mittelständler wäre das ohne Police existenzbedrohend geworden. „Bei Betriebsausfall kann es für die Unternehmen schnell teuer werden“, sagt Sieverding.

Angriffsmechanismen werden immer intelligenter

Während bei klassischen Entführungen automatisch die Polizei übernimmt, rückt bei akuten Hackerangriffen ein „Incident Response Team“ aus. Hiscox arbeitet dabei eng mit dem Berliner IT-Sicherheitsunternehmen HiSolutions zusammen, von dort kommen im Angriffsfall die Ersthelfer. Die Unternehmen profitieren aber auch durch die Beratung. Vor Abschluss der Versicherung müssen sie Mindeststandards bei Firewall, Virenschutz, Zugangskonzept und Datensicherung nachweisen. „Manche Unternehmen befassen sich dank uns das erste Mal intensiv mit der Thematik“, sagt Sieverding.

Dabei wäre es für viele höchste Zeit, sich mit dem Thema zu befassen. „Wir sehen eine Zunahme der Frequenz von Ransomware-Fällen“, sagt Sieverding. Was ihn aber noch mehr beunruhigt: „Die Angriffsmechanismen werden immer intelligenter.“ Emotet-Angriffe würden manuell orchestriert. „Die Angreifer schauen, ob sie eine Arztpraxis oder eine Autofabrik infiziert haben, dann laden sie gezielt Schadsoftware nach.“

Mehr: Geht es um Cybersecurity, haben viele Firmen Probleme, erfahrene Mitarbeiter zu finden. Die Jobchancen stehen gut – vor allem, wenn man folgende Eigenschaften mitbringt.

Startseite

Mehr zu: Cybersicherheit - Versicherung gegen Hacker – so sichern sich Unternehmen ab

0 Kommentare zu "Cybersicherheit: Versicherung gegen Hacker – so sichern sich Unternehmen ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote