Einblick Neue Rolle für die IT-Chefs

Branchenkenner sehen den Chief Information Officer als Technologieexperten und damit als wichtigen Wegbereiter für die digitale Transformation – gerade in Mittelständischen Unternehmen.
Asoka Wöhrmann ist CIO bei Deutsche Asset & Wealth Management. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Asoka Wöhrmann ist CIO bei Deutsche Asset & Wealth Management.

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

KölnMehr wissen, mehr entscheiden: Die zielgerichtete Analyse der für Firmen verfügbaren Daten zu verbessern, ist das Hauptziel für die meisten IT-Verantwortlichen. Das ergab der kürzlich veröffentlichte „CIO Survey“ der Beratungsgesellschaft Deloitte. Demnach werden drei von vier Unternehmen in den kommenden zwei Jahren in den Bereich Analytics investieren. Zwei von drei planen zudem, mehr Geld in die Cloud-Strategie zu stecken.

Die Studienautoren sehen den CIO dabei als wichtigen Wegbereiter für die digitale Transformation – seine Rolle wandele sich vom Techniker hin zum strategischen Mitentscheider und Initiator. In einigen Bereichen gebe es aber noch Nachholbedarf: „Viele tauschen sich beispielsweise noch zu wenig mit Marketing und Vertrieb aus. Von dort kommen jedoch in datengetriebenen Unternehmen stärkere Impulse für Strategie und Innovationen“, sagt Jürgen Lademann, Partner im Bereich Technologieberatung bei Deloitte.

Verhalten in „Schlüsselmomenten“ wichtig?

Am wichtigsten für den Erfolg ihrer Bemühungen sind nach Einschätzung der CIOs die richtigen Fachkräfte. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Befragung im Auftrag des IT-Dienstleisters Colt. Auch ihre eigenen Fähigkeiten halten die IT-Chefs für wesentlich, um den Wandel im Unternehmen voranzutreiben.

Das müssen Unternehmen nach einem Störfall melden
Systematische Analyse
1 von 14

Seit Ende Juli 2015 sind Unternehmen, die kritische Infrastrukturen betreiben, dazu verpflichtet, Störungen in ihrer IT-Infrastruktur an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu melden. Dieses sammelt die anonymisierten Berichte und wertet sie azs. Auf diese Weise, so heißt es in einem Fachartikel im Magazin „Markt und Mittelstand“, lassen sich etwa bundesweite Hacker-Angriffe systematisch analysieren, um später noch besser gegen solche Attacken gewappnet zu sein.

Nicht meldepflichtig
2 von 14

Doch was stellt überhaupt eine meldepflichtige Störung der IT-Infrastruktur dar? Das neue Gesetz hat drei Stufen definiert: Nicht meldepflichtig sind beispielsweise per Virenscanner abgefangener Spam oder Schadsoftware oder auch kleinere Ausfälle, die nach dem aktuellen Stand der Technik bewältigt werden können.

Meldepflichtig
3 von 14

Anders sieht es aber aus, wenn die IT-Technik über Sicherheitslücken überlistet wurde und dadurch Störungen, Schadprogramme oder außergewöhnliche technische Defekte auftraten – dann muss das BSI informiert werden.

Alarmstufe rot
4 von 14

Ist durch erhebliche Störungen gar die Funktionsfähigkeit der Dienstleistungen des Unternehmens bedroht, herrscht dringende Meldepflicht. Wer nicht handelt, riskiert im schlimmsten Fall ein Bußgeld in Höhe von bis zu 100.000 Euro.

Jeder kann fällig sein
5 von 14

Viele Mittelständler fühlten sich zunächst nicht angesprochen bei der Frage, wer Betreiber einer kritischen Infrastruktur ist. Ein Irrtum, so „Markt und Mittelstand“. Denn wer sich in einer Lieferkette befindet, kann plötzlich Zielscheibe von Wirtschaftsspionage mit allen Folgen für die firmeneigene IT-Sicherheit und die seiner Kunden werden.

Energie- und Trinkwasserversorger
6 von 14

Tatsächlich, so das Fachmagazin für mittelständische Unternehmen, ist der Kreis der betroffenen Unternehmen weit größer als die vom Gesetz definierten 2000 Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Energie- oder Trinkwasserversorger.

Pflichtansage trifft auch kleinere Unternehmen
7 von 14

So müssen auch kleine und mittelständische Betriebe, die mit einem oder mehreren der folgenden Branchen zusammenarbeiten, IT-Sicherheitsvorfälle an das BSI melden
Energie: Stromversorgung, Versorgung mit Erdgas, Versorgung mit Mineralöl
Informationstechnik und Telekommunikation: Sprach- und Datenkommunikation, Verarbeitung und Speicherung von Daten
Transport und Verkehr: Transport von Gütern und Personen im Nah- und Fernbereich, Luftfahrt, Seeschifffahrt, Binnenschifffahrt, Schienenverkehr, Straßenverkehr, Logistik
Ernährung: Versorgung mit Lebensmitteln, Ernährungswirtschaft, Lebensmittelhandel
Finanz- und Versicherungswesen: Zahlungsverkehr, Bargeldversorgung, Kreditvergabe, Geld- und Devisenhandel, Wertpapier- und Derivatehandel, Versicherungsleistungen, Banken, Börsen, Versicherungen, Finanzdienstleister
Gesundheit: Medizinische Versorgung, Labore, Arzneimittel und Medizinprodukte
Wasser: Trinkwasserversorgung (öffentliche Wasserversorgung), Abwasserversorgung (öffentliche Abwasserbeseitigung)

Auf Platz drei der Erfolgsfaktoren steht die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern. Überraschend ist: Der Rolle der Externen wird mehr Bedeutung beigemessen als einer breiten Unterstützung im eigenen Unternehmen.

Dazu passt, dass die IT-Experten offenbar das Gefühl haben, ihre Leistung werde von Kollegen aus anderen Bereichen lediglich an der Bewältigung kritischer Situationen bemessen: Drei Viertel der Befragten sagen, für ihre Karriere sei das Verhalten in „Schüsselmomenten“ wichtiger als ihr Beitrag zu einem reibungslosen Geschäftsalltag.

Startseite

Mehr zu: Einblick - Neue Rolle für die IT-Chefs

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%