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Kommentar Der Hackerangriff auf Dorsey zeigt: Twitter braucht mehr Demut

Der Account von Vorstandschef Jack Dorsey wurde wieder einmal gehackt. Twitter sieht die Schuld dafür bei anderen – das ist der völlig falsche Weg.
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Twitter hat nicht erklärt, wie der Account ihres Chefs geknackt werden konnte. Quelle: dpa
Jack Dorsey

Twitter hat nicht erklärt, wie der Account ihres Chefs geknackt werden konnte.

(Foto: dpa)

Der persönliche Account von Twitter-Chef Jack Dorsey wurde gehackt. Für mehr als eine Stunde konnten Angreifer Hassbotschaften an die mehr als vier Millionen Follower des Managers versenden. Darunter gehörten auch Botschaften wie „Nazideutschland hat nichts falsch gemacht.“

Das Sicherheitsteam des Unternehmens konnte zwar nach kurzer Zeit die Kontrolle zurückgewinnen. Doch anstatt den Fehler bei sich selbst zu suchen, beschuldigte das Unternehmen den Netzbetreiber, über den Dorsey seine Mobilfunknummer hat.

Das ist gleich in doppelter Hinsicht problematisch. Erstens sollte eine Firma alles daran setzen, die digitale Sicherheit ihres Chefs zu schützen. Der Imageschaden durch den Hack lässt sich noch gar nicht absehen. Twitter braucht das Vertrauen seiner Kunden. Sonst funktioniert das Geschäftsmodell nicht. Doch Zuversicht gewinnt eine Firma nicht, indem sie mit dem Finger auf andere zeigt.

Zweitens enthalten die von den Hackern abgesetzten Tweets einen Hinweis auf den Dienst Cloudhopper. Das Unternehmen hatte Twitter aufgekauft, um Tweets auch per SMS absetzen zu können. Sollte der Fehler bei Cloudhopper liegen, wäre damit in letzter Instanz auch Twitter für Sicherheitslücken verantwortlich.

Twitter muss dringend Transparenz schaffen. Die Firma hat nicht erklärt, wie der Account ihres Chefs geknackt werden konnte. Trotzdem hat sie bereits die Schuld auf den Netzbetreiber geschoben. Das ist fatal. Vertrauen lässt sich über Offenheit und Verlässlichkeit erzielen. Leider wirkt erreichen die bisherigen Äußerungen von Twitter weder das eine noch das andere.

Schon 2016 war der Account von Dorsey gehackt worden. Damals hatte die IT-Sicherheitsfirma Our Mine demonstrieren wollen, wie leicht sich der Zugang kapern ließe. Twitter betonte damals, es sei alles unternommen worden, um maximale Sicherheit für ihren Chef zu erreichen. Offenbar reichten die Maßnahmen nicht aus.

Twitter braucht mehr Demut. Niemand möchte einen Dienst nutzen, bei dem er nicht sicher sein kann, dass sich nicht Fremde Zugang verschaffen können. Sollten die Netzbetreiber wirklich die Verantwortung für den Hack tragen, muss Twitter schnell erklären, was passiert ist und wie sich die Kunden schützen können.

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