Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
 

Software Experten entdecken Datenleck in Kaspersky-Virenschutz

Ein Datenleck in der Virenschutz-Software von Kaspersky hat über Jahre die Privatsphäre der Nutzer gefährdet. Der Hersteller hat das Leck bestätigt und einen Patch veröffentlicht.
Kommentieren
Betroffen sein sollen alle Software-Versionen für private Windows-Nutzer sowie Pakete für kleine Unternehmen. Quelle: dpa
Datenleck in Kaspersky-Virenschutz

Betroffen sein sollen alle Software-Versionen für private Windows-Nutzer sowie Pakete für kleine Unternehmen.

(Foto: dpa)

Hannover In der Virenschutz-Software von Kaspersky hat nach Analysen des Fachmagazins „c't“ über Jahre ein Datenleck geklafft, das die Privatsphäre der Nutzer gefährdet. Demnach hätten Angreifer darüber die Nutzer beim Surfen ausspionieren können, berichtet das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe (18/19).

Selbst der Inkognito-Modus eines Browsers habe daran nichts geändert, schreibt „c't“-Redakteur Ronald Eikenberg. Betroffen sein sollen alle Software-Versionen für private Windows-Nutzer sowie Pakete für kleine Unternehmen.

Der Analyse zufolge schleust die Antiviren-Software beim Aufrufen einer Webseite einen individuellen Code in den HTML-Code ein, egal welchen Browser man benutzt. Das Skript sei anscheinend dafür zuständig, grüne Schutzschilde hinter Google-Suchtreffern einzublenden, wenn ein Link nach Einschätzung von Kaspersky sauber ist.

Über das Skript sei aber jeder Nutzer eindeutig zu identifizieren. „Bisher kannte ich dieses Verhalten nur von Online-Banking-Trojanern“, schreibt Eikenberg. Das bedeute auch, dass jede beliebige Website den von Kaspersky gesetzten ID-Code auslesen und selbst zum Tracken missbrauchen könne.

Nachdem die „c't“ den russischen Hersteller über das Problem informierte, hat Kaspersky das Leck bestätigt. Laut „c't“ geht der Hersteller jedoch davon aus, dass ein tatsächlicher Missbrauch unwahrscheinlich sei, weil eine mögliche Attacke darüber „zu komplex und nicht profitabel genug für Cyberkriminelle“ sei. Seit Juni bietet Kaspersky aber einen Patch an und veröffentlichte auch einen offiziellen Sicherheitshinweis, in dem das Problem und die Lösung beschrieben wird.

Nach dem Patch schleuse die Kaspersky-Software jedoch noch immer ein Skript mit einer ID ein, heißt es bei der „c't“. Allerdings sei diese ID nun für alle Nutzer identisch - einzelne Anwender könnten damit nicht mehr identifiziert werden. Angreifer könnten jedoch immer noch herauszufinden, ob ein Besucher die Kaspersky-Software auf seinem System installiert hat und wie alt diese ungefähr ist. Diese Information könne genutzt werden, um einen auf die Schutzsoftware zugeschnittenen Schädling Angriff zu starten.

Wer auf Nummer sicher gehen wolle, sollte die verantwortlichen Funktionen in den Einstellungen der Kaspersky-Software deaktivieren, empfiehlt das Fachmagazin. Dort kann dem Kaspersky-Programm untersagt werden, ein „Skript für die Interaktion mit Webseiten in den Datenverkehr“ einzubinden.

Mehr: Die Banken lagern immer mehr Daten und IT-Anwendungen an externe Anbieter aus. Hackerangriffe werfen immer wieder Fragen nach der Sicherheit auf.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Software - Experten entdecken Datenleck in Kaspersky-Virenschutz

0 Kommentare zu "Software: Experten entdecken Datenleck in Kaspersky-Virenschutz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote