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Digitalen Fingerabdruck Verräterische Spuren in Farblaser-Ausdrucken verwischen

Wer Farblaserdrucker benutzt, macht sich identifizierbar, denn die Ausdrucke tragen einen digitalen Fingerabdruck. Dresdner Forscher wollen Nutzer helfen, die Spuren zu verwischen.
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Mit dem Auge sind sie quasi nicht erkennbar, aber winzige Punkte machen Ausdrucke von Farblaserdruckern identifizierbar - und damit meist auch denjenigen, der gedruckt hat. Quelle: dpa
Unsichtbare Markierung

Mit dem Auge sind sie quasi nicht erkennbar, aber winzige Punkte machen Ausdrucke von Farblaserdruckern identifizierbar - und damit meist auch denjenigen, der gedruckt hat.

(Foto: dpa)

Forscher der Technischen UniversitätWer daheim oder im Job Farblaserdrucker nutzt, sollte wissen, dass jeder Ausdruck einen digitalen Fingerabdruck enthält, über den er im Zweifel identifiziert werden kann. Forscher der Technischen Universität (TU) Dresden haben nun eine Software entwickelt, die solche Fingerabdrücke in Dokumenten automatisch findet und größtenteils auch decodieren kann, welche Informationen der Printer in den Ausdruck geschrieben hat.

Dabei handelt es sich etwa um die eindeutige Seriennummer und den Typ des Druckers, das Druckdatum oder auch die Druckuhrzeit: Diese und weitere Informationen platzieren Farblaserdrucker in jeder ausgedruckten Seite mit Mustern aus winzigen gelben Punkten (Trackingpunkte), die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Anhand dieser Informationen lässt sich jeder Ausdruck nachverfolgen und die jeweilige druckende Person im Zweifel ermitteln.

Die Trackingpunkte sind in keinem Handbuch dokumentiert, finden sich auf Ausdrucken aber bereits seit mindestens 15 Jahren. Die betroffenen Druckerhersteller gaben den Forschern auf Anfrage weder Auskunft über Sinn und Zweck der Tracking-Punkte noch zum Auftraggeber. Die Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Punkte helfen sollen, um Verbrechen aufzuklären, etwa bei entwendeten vertraulichen Dokumenten, bei Versicherungsbetrug, Zeugnisfälschungen oder auch bei unerlaubtem Gelddrucken.

Welcher Drucker passt zu mir?
Welcher Drucker passt zu mir?
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„Der Drucker-Test ist bei uns der mit Abstand beliebteste”, sagt Dirk Lorenz, Projektleiter Multimedia bei der Stiftung Warentest. Kein Wunder: Der Markt ist extrem unübersichtlich. Wer sich ein Gerät anschaffen möchte, sollte sich deshalb sehr genau fragen, was und wie viel er drucken will. Hier ein paar Tipps.

Laser oder Tinte?
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Wer wenig druckt und mit Schwarz-Weiß-Druck auskommt, kann auf einen Laserdrucker setzen, sagt Torsten Neumann vom Testcenter der Fachzeitschrift „ Chip”. „Der größte Vorteil von Laserdruckern ist, dass die Tinte nicht eintrocknen kann.” Bei Laserdruckern wird Farbpulver erhitzt und auf das Papier gebügelt. Die Geräte sind deutlich kleiner als früher, Textdruck und Grafiken fallen gestochen scharf aus. Bei Fotos aber stoßen viele Lasergeräte an ihre Grenzen.

Laser oder Tinte?
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Wer oft und viel in Farbe druckt, ist mit einem Tintenstrahler besser beraten. Die Geräte spritzen Tinte durch Düsen aufs Papier. Das erlaubt den Druck von Fotos oder Grußkarten. Aber es macht die Drucker auch anfällig: Die Düsen können verstopfen, der Tintenschwamm sich vollsaugen. Oder die Mechanik nutzt sich ab. „Laserdrucker sind da robuster”, sagt Neumann. So gebe es zum Beispiel nicht den Druckkopf, der immer hin- und hersausen muss.

Multifunktionsgerät oder simpler Drucker?
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Tintendrucker werden meist als Kombigeräte mit Scanner, Kopierer und teils noch mit Fax angeboten. Bei Lasern nimmt dieser Trend ebenfalls zu. Ob man die Funktionsvielfalt braucht, muss jeder selbst entscheiden.

Multifunktionsgerät oder simpler Drucker?
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Wer zugreift, sollte auf einen Dokumenteneinzug achten, damit große Seitenstapel schnell gescannt werden können. Immer gefragter sind netzwerkfähige Drucker, die sich auch vom Tablet und Smartphone aus ansteuern lassen.

Wie teuer darf der Drucker sein?
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Brauchbare Tinten-Multifunktionsdrucker fangen laut Dirk Lorenz deutlich unter 100 Euro an. Vermeintliche Schnäppchen gibt es für unter 50 Euro. Was zählt, sind die Folgekosten: Billig-Drucker haben oft höheren Tintenverbrauch und teure Patronen. Es lohnt also ein Blick auf das Gesamtpaket: Wer selten druckt und Tinte eintrocknen lässt, ruiniert mitunter das Gerät. Wer häufig druckt, gibt viel für Patronen aus.

Wie teuer darf der Drucker sein?
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Gute Farblaser sind in der Regel teurer als Tintenstrahler, sagt Lorenz. Die Preise haben sich aber angenähert. „Das nimmt sich fast nichts”, sagt Neumann. „Bei günstigeren Lasern sind wieder die Toner-Kosten höher.”

Mit ihrer Arbeit wollen die Forscher nach eigenen Angaben über die Trackingpunkte und die damit mögliche Überwachung aufklären: Nur wenigen Nutzern sei überhaupt bewusst, dass sie etwa auch anhand eines analogen Dokuments überwacht werden könnten. Wer sich frei äußern oder etwa als Whistleblower Missstände aufdecken möchte, soll mit der Software der Dresdner Forscher künftig die Möglichkeit bekommen, die Tracking-Muster auf Farblaser-Ausdrucken durch das Hinzufügen zusätzlicher Punkte zu zerstören und unlesbar zu machen.

Experten können die Software, die eingescannte Dokumente von Farblaserdruckern analysiert, bereits herunterladen. Für normale Anwender soll das Programm bald auch eine Benutzeroberfläche bekommen. Außerdem ist eine Web-App geplant, bei der man seine gescannten Ausdrucke im Browser hochladen, bearbeiten lassen und „sauber” wieder herunterladen kann.

Entdeckt wurden die Punkte bereits im Jahr 2005 vom Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz in Berlin. Damals funktionierte die Mustererkennung aber noch über manuelle Bildvergleiche. Die Dresdner Forscher haben nach eigenen Angaben zudem noch weitere neue Codierungsmuster entdeckt.

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