Zum The Spark - der deutsche Digitalpreis Special von Handelsblatt Online

Digitalpreis „The Spark“ Ein Betriebssystem für Roboter und eine künstliche Hand – diese Start-ups sind die Gewinner

Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben. Das Start-up Magazino entwickelt ein Betriebssystem, mit dem Firmen die Geräte steuern können – und gewinnt damit den Digitalpreis „The Spark“.
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Wie Roboter die Lagerlogistik erobern werden

BerlinIm Lager der Zukunft übernehmen Roboter einen Großteil der Arbeit. Sie fahren durch die Gänge, greifen die Produkte aus den Regalen und packen sie in Pakete. Vorreiter dieser Entwicklung ist Amazon: In den Versandhallen des Konzerns kommen bereits zehntausende elektronische Helfer zum Einsatz.

Auf diesen Trend stellt sich auch das Münchner Start-up Magazino ein. Es entwickelt nicht nur eigene Roboter, die bei Kunden wie dem Modehändler Zalando zum Einsatz kommen – es baut auch eine Softwareplattform, mit der Kunden die Geräte verschiedener Hersteller einfach steuern können.

Mit dieser Strategie hat Magazino am Donnerstagabend den deutschen Digitalpreis „The Spark“ gewonnen. Nach Ansicht der Jury löst das Unternehmen mit seiner bereits sehr ausgereiften Lösung ein großes Problem der Intralogistik: Das Greifen von Waren per Roboterarm, Picking genannt, werde damit deutlich erleichtert.

Moritz Tenorth (2.v.l.), Frederik Brantner (M.) und Tilman Tunk (2.v.r.) bekamen dieses Jahr den Digitalpreis für ihr Start-up Magazino von McKinsey-Deutschlandchef Cornelius Bauer (l.) und Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe verliehen. Magazino entwickelt nicht nur eigene Roboter, die bei Kunden wie dem Modehändler Zalando zum Einsatz kommen – es baut auch eine Softwareplattform, mit der Kunden die Geräte verschiedener Hersteller einfach steuern können. Quelle: Nils Bröer für Handelsblatt
Platz 1: Magazino

Moritz Tenorth (2.v.l.), Frederik Brantner (M.) und Tilman Tunk (2.v.r.) bekamen dieses Jahr den Digitalpreis für ihr Start-up Magazino von McKinsey-Deutschlandchef Cornelius Bauer (l.) und Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe verliehen. Magazino entwickelt nicht nur eigene Roboter, die bei Kunden wie dem Modehändler Zalando zum Einsatz kommen – es baut auch eine Softwareplattform, mit der Kunden die Geräte verschiedener Hersteller einfach steuern können.

(Foto: Nils Bröer für Handelsblatt)

Das Handelsblatt und McKinsey verleihen den Preis an Start-ups, „deren Ideen das Potential haben, die Industrie grundlegend zu verändern“. In diesem Jahr stand das Thema Robotik im Mittelpunkt. Platz 2 belegte der Prothesenhersteller Vincent Systems mit einer künstlichen Hand, Platz 3 der Drohnenhersteller Quantum Systems für einen innovativen Antrieb.

Die Drohnen von Quantum Systems eignen sich für die Überwachung großer Flächen und langer Strecken, vom Sperrgebiet in Tschernobyl über Bahngleise bis hin zu Wäldern. Es ist ein Wachstumsmarkt. Bis 2020 sind nach Schätzung des Analysehauses Gartner 2,1 Millionen Drohnen im kommerziellen Einsatz, der Umsatz wächst auf 11,2 Milliarden Dollar. Quelle: Nils Bröer für Handelsblatt
Drohnen sind ein Wachstumsmarkt

Die Drohnen von Quantum Systems eignen sich für die Überwachung großer Flächen und langer Strecken, vom Sperrgebiet in Tschernobyl über Bahngleise bis hin zu Wäldern. Es ist ein Wachstumsmarkt. Bis 2020 sind nach Schätzung des Analysehauses Gartner 2,1 Millionen Drohnen im kommerziellen Einsatz, der Umsatz wächst auf 11,2 Milliarden Dollar.

(Foto: Nils Bröer für Handelsblatt)

Die Beispiele zeigen es: Roboter kommen längst nicht mehr ausschließlich in Fabriken zum Einsatz. „Vernetzte Robotik wird zum Treiber für massive Veränderungen in verschiedenen Industrien“, sagte Cornelius Baur, Chef von McKinsey Deutschland. Unter den Finalisten sind beispielsweise auch Unternehmen, deren Geräte beim Aufbau von Baustellengerüsten oder bei der Pflege helfen.

Bei Magazino ist bisher der Roboter Toru das Hauptprodukt. Er kann quaderförmige Objekte erkennen und greifen. „Bei Zalando und anderen Kunden sind im Internethandel bereits etwa 20 Roboter im Einsatz“, sagt Gründer Frederik Brantner. Sie holen zum Beispiel Schuhkartons für den Versand aus dem Regal und stellen so eine Bestellung zusammen.

Das Unternehmen hat auch einen Roboter für die Intralogistik in der Produktion entwickelt. Denn die Fertigung selbst haben Industriekonzerne schon weit automatisiert. Doch beim Transport von Teilen auf dem Gelände gibt es noch viel Nachholbedarf – hier setzt Magazino mit Soto an. Derzeit laufen mehrere Einführungsprojekte.

Zudem stärkt Magazino seine Softwareexpertise: Das Unternehmen entwickelt das Betriebssystem Acros, das die Programmierung von Robotern erleichtern soll – und zwar auch die anderer Hersteller. Die Maschinen lernen aus den Erfahrungen ihrer Kollegen.

Ein Beispiel: Wenn ein Gerät Informationen zum Greifen von Schuhkartons sammelt, können die anderen ähnliche Objekte ebenfalls ergreifen, ohne dass es dafür eine eigene Programmierung braucht. Das sei womöglich ein noch größerer Markt als der Verkauf von Robotern, sagt Brantner.

Das zweitplatzierte Unternehmen Vincent Systems entwickelt einen Roboter im Kleinformat: eine Hightech-Handprothese, die dem Träger große Freiheitsgrade bietet: Dieser kann die Finger einzeln bewegen und zwischen 14 verschiedenen Griffarten wählen – ob ausgestreckter Zeigefinger oder Pinzettengriff. Es ist ein kleiner, aber wachsender Markt.

Auch Quantum Systems, ausgezeichnet als dritter Sieger, denkt ein Thema völlig neu. Das Start-up hat einen Antrieb entwickelt, der die Vorteile von Hubschraubern und Flugzeugen kombiniert. Die Fluggeräte können senkrecht starten und landen, gehen dann aber in den schnellen und sparsamen Gleitflug über – dank eines intelligenten Autopiloten.

Bei der ersten Verleihung 2016 stand die Industrie 4.0 im Mittelpunkt. Sieger war die Berliner Firma Relayr, die eine Plattform fürs Internet der Dinge entwickelt hat. Firmenkunden können damit Daten aus Maschinen auslesen und analysieren, etwa für die Optimierung von Fahrstühlen. Mittlerweile hat der Dax-Konzern Munich Re das Start-up übernommen.

2017 ging es um künstliche Intelligenz. Das Hannoveraner Unternehmen Peat gewann den Wettbewerb mit einem System, das mithilfe einer Bilderkennung automatisch Schäden an einer Pflanze erkennt, etwa durch Krankheiten oder Schädlinge. Die Gründer wollen damit „den globalen Standard“ setzen.

Diese preisgekrönten Robotik-Start-ups könnten die Industrie grundlegend verändern
The Spark 2018
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Das Handelsblatt und McKinsey verleihen gemeinsam den Preis „The Spark“ an Start-ups, die das Potenzial haben, die Industrie zu verändern. In diesem Jahr stand das Thema Robotik im Mittelpunkt.

The Spark
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2016 lag der Schwerpunkt auf dem Thema Industrie 4.0, 2017 auf künstlicher Intelligenz. In diesem Jahr wurden die spannendsten Robotik-Konzepte gesucht, die innovativ und skalierbar sind und bereits erfolgreich getestet wurden. Aus Dutzenden Bewerbungen hat die Jury zehn Finalisten ausgewählt.

Platz 3: Quantum Systems
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Zu den Gewinnern zählte in diesem Jahr Quantum Systems. Das Drohnen-Start-up hat einen Antrieb entwickelt, der die Vorteile von Hubschraubern und Flugzeugen kombiniert. Die Fluggeräte können senkrecht starten und landen, gehen dann aber in den schnellen und sparsamen Gleitflug über – dank eines intelligenten Autopiloten.

Drohnen sind ein Wachstumsmarkt
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Die Drohnen von Quantum Systems eignen sich für die Überwachung großer Flächen und langer Strecken, vom Sperrgebiet in Tschernobyl über Bahngleise bis hin zu Wäldern. Es ist ein Wachstumsmarkt. Bis 2020 sind nach Schätzung des Analysehauses Gartner 2,1 Millionen Drohnen im kommerziellen Einsatz, der Umsatz wächst auf 11,2 Milliarden Dollar.

300 Gäste in Berlin
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Der Digitalpreis „The Spark“ wird seit 2016 vom Handelsblatt und McKinsey verliehen. Gäste aus Politik und Wirtschaft verfolgten die Preisverleihung in der Arena Berlin.

The Spark
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Bei der ersten Verleihung 2016 stand die Industrie 4.0 im Mittelpunkt. Sieger war die Berliner Firma Relayr, die eine Plattform fürs Internet der Dinge entwickelt hat. Firmenkunden können damit Daten aus Maschinen auslesen und analysieren, etwa für die Optimierung von Fahrstühlen. Mittlerweile hat der Dax-Konzern Munich Re das Start-up übernommen.

The Spark
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In der Nominierungsphase bewerten ein externer Themenexperte, die Handelsblatt-Redaktion und ein Vertreter von McKinsey die Bewerbungen. Zu den Jury-Mitgliedern zählte unter anderem Ann-Kristin Achleitner (links), die in Aufsichtsräten zahlreicher Konzerne sitzt.

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