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Elektroroller „Unu 2“ Unu-Gründer Pascal Blum wagt den Neustart in der Krise

Die Coronakrise hat die Markteinführung des neuen Modells des Elektrorollerherstellers stark verzögert. Doch das ist nicht nur von Nachteil für Unu.
09.08.2020 - 12:24 Uhr Kommentieren
Der Unu-Mitgründer ist von der Mobilitätswende überzeugt. Quelle: unu
Pascal Blum

Der Unu-Mitgründer ist von der Mobilitätswende überzeugt.

(Foto: unu)

Düsseldorf Für Pascal Blum ist die Markteinführung des neuen „Unu“ wie eine zweite Unternehmensgründung. Das einst in München von ihm mitgegründete Start-up Unu hat viel Geld in das Projekt investiert, längst hätte der E-Roller der neuesten Generation auf den Straßen rollen müssen.

Doch die Coronakrise hat Blum und seinen Mitstreitern zweifach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Erst zeichnete sich im Januar ab, dass die Lieferungen aus China wegen der Pandemie vorerst ausbleiben würden, dann breitete sich das Virus in Europa aus. Die Belegschaft musste in Kurzarbeit gehen.

Inzwischen ist der 31-jährige Mitgründer und CEO des Elektrorollerherstellers Unu zuversichtlich, die schwierigste Phase überstanden zu haben. „Wir haben recht gut durch die Krise navigiert“, sagte Blum dem Handelsblatt.

Auch die Investoren, die bislang 24 Millionen Euro in das Start-up gesteckt haben, müssten aktuell nicht nachlegen. Zu den Geldgebern zählen Ponooc, Capnamic Ventures, IRIS Capital, Michael Baum sowie die NRW-Bank.

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    Nur müssen sie sich länger gedulden, bis sich ihr Investment auszahlt. Geduld brauchen auch die zahlreichen Vorbesteller des Unu, die nach wie vor auf die Lieferung warten. Der Roller für die Privatkundschaft kommt mit mehr als einem halben Jahr Verspätung.

    Blum nennt auch jetzt noch keinen konkreten Termin. Nur so viel sichert er zu: Bis Jahresende werden alle Fahrzeuge ausgeliefert, die jetzt bestellt sind.

    Der Unu 2 ist raumoptimiert, um möglichst viel transportieren zu können, und digitalisiert. Quelle: unumotors
    Neuer Unu-E-Roller

    Der Unu 2 ist raumoptimiert, um möglichst viel transportieren zu können, und digitalisiert.

    (Foto: unumotors)

    Unu habe die Corona-Zwangspause genutzt, alle notwendigen Zulassungen zu bekommen. Das Elektromoped ist eine Neukonstruktion, keine Variante des 2014 vorgestellten ersten Unu-Modells. Das war im Grunde genommen ein elektrifizierter, aber klassischer Roller.

    Blum sah dafür auf Dauer keinen Markt. Und entwickelte daher mit seinen Mitgründern Elias Atahi und Mathieu Caudal ein völlig neues Fahrzeug. Der neue E-Roller, konzipiert am Tempelhofer Ufer der Bundeshauptstadt, soll das Rollerfahren aus nostalgischen Vespa-Zeiten in die digitale Neuzeit katapultieren.

    Der Unu 2 ist raumoptimiert, um möglichst viel transportieren zu können, und digitalisiert. Etwa durch das eingebaute Navigationssystem und die Möglichkeit, ein und dasselbe Fahrzeug per App-Steuerung mit Freunden teilen oder eine Firmenflotte damit betreiben zu können.

    Gründlichkeit geht dabei vor Schnelligkeit bei Unu, versichert Blum. Eher ungewöhnlich für ein Start-up, wo Tempo meist oberstes Geschäftsprinzip ist und schon mal Beta-Versionen auf den Markt gebracht werden.

    Die Coronakrise hat Blum noch etwas anderes gelehrt: „Wachstum steht nicht über allen Zielen“, erklärt er. „Alle glauben, dass man jede Plattform so schnell wie Uber hochziehen kann. Die Hoffnung wird sich nicht erfüllen“, ist Blum überzeugt.

    Umdenken bei der Stadtplanern

    Trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie sieht sich der Gründer in der Strategie bestärkt, hochwertige E-Roller auf den Markt zu bringen. Bislang seien Städte meist um die Autos herum konzipiert worden.

    „Inzwischen denken Bürger, Bürgermeister und Stadtplaner aber um“, sagt der Unternehmensgründer, „leichte Elektrofahrzeuge wie E-Mopeds liegen im Trend.“ Zumal viele Menschen nach seiner Einschätzung öffentliche Verkehrsmittel wegen der Ansteckungsgefahr vorerst meiden werden und der öffentliche Raum für Pkws vor allem in Städten immer knapper werde.

    Unu ist nicht der einzige Anbieter, der von der Wende bei Verkehrsmitteln profitieren will. Erst kürzlich kündigte Wunder Mobility an, in das Geschäft einzusteigen. Seit Mai verkaufen die Hamburger E-Mopeds aus chinesischer Produktion für den Sharing-Betrieb. Dabei ist Wunder bislang ein reiner Softwarespezialist. Auch Discounter wie Lidl werfen regelmäßig spottbillige E-Roller aus Fernost auf den Markt.

    Der neue Unu kostet mit 2799 Euro das Dreifache. Die Strategie ist aber auch eine andere. Unu setzt auf Qualität und vor allem Service.

    Europaweit gibt es inzwischen laut Unternehmen 1000 Stützpunkte für Reparatur und Instandhaltung, allein fast 200 davon in Deutschland. Der Roller wird auf Wunsch vor die Haustür geliefert, betriebsbereit und versichert. Zur Not rollt auch der mobile Service an.

    Unu setzt auf mehrere Vertriebslinien: Fahrzeuge für Sharing-Modelle, für Firmenflotten, Mitarbeiterleasing und jetzt vor allem für Privatkunden. Das Potenzial ist groß. Nach Unu-Erhebungen waren Ende des zweiten Quartals weltweit 95.000 E-Mopeds unterwegs, fast 30.000 mehr als vor zehn Monaten. Selbst in der Pandemie sind die Flotten weltweit gewachsen.

    Unu-Chef Blum ist nach den Erfahrungen der Corona-Zeit aber vorsichtig geworden und gibt keine Absatzprognose für das laufende Jahr. 2021 will Unu jedoch mehr als 10.000 Fahrzeuge auf die Straßen bringen.

    Mehr: Die große Vision von der neuen Mobilitätswelt ist tot

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