Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Zum The Spark - der deutsche Digitalpreis Special von Handelsblatt Online

Energiewende Denkmalschutz wird zur neuen Bremse für die Windkraft

Nach Vogelschutz und Fluggefährdung stößt der Ausbau der Windkraft nun auf ein neues Hindernis: Behörden führen den Denkmalschutz an. Die strittigen Fälle nehmen zu.
19.06.2021 - 11:17 Uhr 1 Kommentar
Nicht überall ist Windkraft beliebt. Im Landkreis Verden etwa wehren sich Anwohner dagegen. Quelle: dpa
Windkraft contra Artenschutz

Nicht überall ist Windkraft beliebt. Im Landkreis Verden etwa wehren sich Anwohner dagegen.

(Foto: dpa)

Bislang waren Rotmilan, die Drehfunkfeuer der Flugsicherung, restriktive Abstandsregelungen und ein stockender Ausbau der Stromnetze die größten Hemmnisse für einen zügigen Ausbau der Windenergie an Land. Doch während sich für einige dieser Hemmnisse Lösungen abzeichnen, erscheint ein neues Problem am Horizont: der Denkmalschutz.

Immer häufiger kommt es nach Beobachtungen der Branche vor, dass Einwände der Denkmalschutzbehörden selbst solche Vorhaben zu Fall bringen, die vergleichsweise unumstritten sind und viele andere genehmigungsrechtliche Hürden ohne Probleme nehmen konnten.

Beispiele gibt es in ganz Deutschland. Besonders Brandenburg sticht hervor. Malte Westphal vom weltweit aktiven Windparkentwickler und -betreiber WPD aus Bremen hat das in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen.

Westphal koordiniert die WPD-Aktivitäten in dem Bundesland. Nach mehreren Jahren Vorbereitung und Planung droht das WPD-Projekt „Windpark Damitzow“ im Landkreis Uckermark am Widerstand der zuständigen Denkmalschutzbehörde zu scheitern. Das für die Genehmigung des Projektes zuständige Landesamt für Umwelt teilte WPD im Dezember vergangenen Jahres mit, die Denkmalschutzbehörde lehne die Errichtung und den Betrieb der geplanten sieben Windkraftanlagen ab.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Zur Begründung heißt es, bei den Denkmälern, die durch die Windräder beeinträchtigt würden, handele es sich „um einzigartige, unvermehrbare, unwiederbringliche Schöpfungen“. Konkret geht es um ein unbewohntes, verfallenes Herrenhaus und dessen Park. Durch die geplanten Windräder würde es zu einer „erheblichen Beeinträchtigung des Denkmals“ kommen, weil „die Erlebbarkeit wichtiger Sichten“ durch die Windräder gestört werde.

    Bewohnte Siedlung dagegen weniger schutzwürdig

    Die Außengrenzen des Parks sind nach Angaben von WPD etwa 1000 Meter von den geplanten Windenergieanlagen entfernt. Wäre das Ensemble aus Haus und Park kein Denkmal, sondern eine bewohnte Siedlung, wäre der Abstand laut WPD genehmigungsfähig.

    Dem Laien erschließt sich die Einzigartigkeit des Ensembles zumindest nicht auf den ersten Blick. Das Gebäude befindet sich in einem katastrophalen Zustand, der Park gleicht einem Wald. Von Aktivitäten, das Gebäude oder den Park zu retten, ist nichts bekannt.

    „Der Schutz eines verwilderten und verfallenen Gartendenkmals wiegt mehr als das konkrete Gelingen der Energiewende“, kritisiert Westphal. Setze sich der Bewertungsmaßstab der Denkmalschutzbehörde durch, würden künftig noch viele andere Projekte vor erheblichen Genehmigungshindernissen stehen, befürchtet Westphal.

    Auch der Schutz des Roten Milans hat bereits Windkraftprojekte verhindert. Quelle: dpa
    Rotmilan

    Auch der Schutz des Roten Milans hat bereits Windkraftprojekte verhindert.

    (Foto: dpa)

    Zu der Frage, ob sich in den Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen die Einwände von Denkmalschutzbehörden mehrten, teilt das Landesamt für Umwelt mit, man äußere sich „nicht einordnend zu den Ablehnungsgründen, die aus den Stellungnahmen anderer Behörden herrühren“. Man führe auch keine Statistik darüber, welche Gründe zu einer Ablehnung eines Antrags führten. Allerdings könne man die Tendenz zur Ablehnung durch Denkmalschutzbehörden „zumindest regional bestätigen“.

    Das sehen auch Fachleute so. „Die strittigen Fälle nehmen zu. Dabei unterscheidet sich die Verwaltungspraxis von Bundesland zu Bundesland sehr stark. Das macht die Sache zusätzlich schwierig“, sagte Philip Lüth, Gutachter für Archäologie und Denkmalschutz. Der Denkmalschutz werde erst seit einigen Jahren in den Genehmigungsprozess für Windräder einbezogen, es fehle noch an Erfahrung im Umgang mit dem Thema.

    Die Branche betrachtet das mit Sorge. „Statt mit größter Akribie immer wieder nach neuen Hürden zu suchen, gilt es, die bestehenden Blockaden abzubauen“, sagte Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie (BWE). „Die uns umgebende Landschaft ist eine Kulturlandschaft. Sie verändert sich. Ein starres Konservieren des bestehenden Zustandes ist kein sinnvoller Weg“, meinte Axthelm.

    Geraten die Klimaschutzziele in Gefahr?

    Neue Hürden kann die Branche nicht gebrauchen. Schon seit Jahren kommt der Ausbau der Windkraft nicht wie geplant voran. Das könnte die Klimaschutzziele gefährden.

    Die Politik befasst sich seit Langem mit der Frage, wie sich Hemmnisse für den Ausbau aus dem Weg räumen lassen. Seit Monaten verhandeln beispielsweise die Umweltminister der Länder darüber, wie sich artenschutzrechtliche Prüfungen vereinheitlichen lassen. Derzeit sind die Projektierer damit konfrontiert, dass von Land zu Land unterschiedlich entschieden wird.

    Für ein weiteres Problem, das die Aktivitäten der Branche seit Jahren bremst, zeichnet sich gerade eine Lösung ab: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kündigte kürzlich an, die Bundesregierung werde die Deutsche Flugsicherung finanziell dabei unterstützen, von Drehfunkfeuern auf satellitengestützte Verfahren umzustellen.

    Windkraftanlagen wird auch vorgehalten, die Überwachung des Flugverkehrs zu stören. Quelle: action press
    Flughafen

    Windkraftanlagen wird auch vorgehalten, die Überwachung des Flugverkehrs zu stören.

    (Foto: action press)

    Drehfunkfeuer sind Navigationsanlagen für den Luftverkehr, die durch Windenergieanlagen gestört werden können. Um diese Beeinträchtigungen zu vermeiden, werden Windenergieanlagen im Umfeld von Drehfunkfeuern häufig nicht zugelassen.

    Die Flugsicherung soll nun die Luftfahrtnavigation weitgehend auf satellitengestützte Verfahren umstellen. Die nicht mehr benötigten Drehfunkfeuer am Boden könnten dann zurückgebaut werden, das soll weitere Flächen für den Windenergieausbau schaffen.

    Nach Angaben Altmaiers werden dadurch zusätzliche Flächen für die Errichtung von Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 700 Megawatt frei. Zum Vergleich: 2020 kamen nach Branchenangaben in Deutschland Windenergieanlagen an Land mit einer Leistung von insgesamt 1431 Megawatt hinzu.

    Ziel ist es, möglichst rasch Flächen für die Windkraft zu mobilisieren. Insgesamt sollen zwei Prozent der Fläche Deutschlands für die Windkraft genutzt werden. Der Wert beträgt derzeit etwa ein Prozent.

    Mehr: Entwurf des Klimaschutzgesetzes - Diese Belastungen kommen auf die Wirtschaft zu

    Startseite
    Mehr zu: Energiewende - Denkmalschutz wird zur neuen Bremse für die Windkraft
    1 Kommentar zu "Energiewende: Denkmalschutz wird zur neuen Bremse für die Windkraft"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Da der Wind nicht kontinuierlich bläst, ist die Windkraft nicht Grundlastfähig. Hingegen die neueste Neutrino-Technologie wird als Grundlastfähig eingestuft. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu kürzlich: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters"  Er begründet eindringlich, die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos basiert auf neueste Forschungsergebnisse. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Mobile, dezentrale Haushaltsenergie und unendliche Reichweite für die Elektromobilität. Auch die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hatte bereits im Januar 2021 in einer  von Daimler Benz beauftragten Studie die Effizienz der Technologie und  die im Patent deklarierten Eigenschaften der "Neutrino-Voltaik" bestätigt.

       

       

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%