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Female Founders Award 2020 Diese Gründerin optimiert die Sprache in Unternehmen

Simone Burel gründete die erste linguistische Unternehmensberatung. Heute hilft die Sprachwissenschaftlerin Konzernen auch dabei, mehr Frauen zu gewinnen.
05.11.2020 - 14:47 Uhr Kommentieren
Vor allem große Unternehmen zählen zu ihren Kunden. Quelle: Xing
Simone Burel

Vor allem große Unternehmen zählen zu ihren Kunden.

(Foto: Xing)

Düsseldorf Sprache hat Simone Burel schon immer fasziniert. „In der Schule habe ich lieber Gedichte oder andere komplexe Texte analysiert als andere Sachen gemacht“, sagt die Unternehmerin. Die strukturellen Zusammenhänge zwischen Wörtern, Stilmittel und verschiedenen Fremdsprachen begeistern sie.

In Mannheim, Heidelberg und London studierte Burel Germanistik, Anglistik und Pädagogik. Für ihre Dissertation über die Sprache der Dax-30-Unternehmen analysierte sie 465 Geschäftsberichte und erhielt das Prädikat „summa cum laude“.

Obwohl Burel nie vorhatte zu gründen, wurde sie doch Unternehmerin. Während ihrer Dissertation merkte sie, dass sie ihr Wissen auch in der Praxis anwenden will. Daher landete die promovierte Sprachwissenschaftlerin zunächst in Frankfurt bei einem Fondsanbieter und leitete dort die Unternehmenskommunikation. Das war ihr aber zu viel Praxis und zu wenig Wissenschaft.

Nach einem Burn-out verließ Burel das Unternehmen und gründete in Mannheim die erste linguistische Unternehmensberatung, die LUB GmbH. Was genau das ist? „Linguistische Unternehmensberatung ist der innovative Mix aus Management-Consulting, Kommunikationsberatung und Tech-Start-up“, erklärt Burel.

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    Während klassische Unternehmensberatungen sich vor allem mit Zahlen beschäftigen, analysiert LUB die Sprache der Unternehmen. „Ungefähr 80 Prozent der Datensätze in Unternehmen bestehen aus Wörtern“, erklärt Burel. „In meiner Promotion habe ich die Bedeutung von Worten in Geschäftsberichten der Dax-30 Unternehmen nachgewiesen.“ Je nachdem, wie eine Zahl präsentiert wird, kann es sein, dass die Aktionäre verängstigt oder kämpferisch sind.

    Potenzial im Mittelstand

    Dabei setzt LUB neben der qualitativen linguistischen Analyse auf Künstliche Intelligenz. Diese kauft die Unternehmensberatung bei Tech-Start-ups ein. So hat LUB Partnerunternehmen, mit denen es gemeinsam im Bereich Human Resources arbeitet und Stellenanzeigen analysiert. Das Ziel: Die Stellenanzeigen sollen gleichermaßen Frauen und Männer ansprechen.

    „Wörter wie performanceorientiert oder Leader (ohne Gendering) ziehen mit großer Sicherheit eher Männer als Frauen an“, sagt Burel. Ihr Unternehmen optimiert Stellenanzeigen so, dass sich bis zu 30 Prozent mehr Frauen bewerben.

    Vor allem große Unternehmen bis hin zu Dax-Konzernen zählen zu den Kunden der Linguistischen Unternehmensberatung. Aber auch wissenschaftliche Organisationen, Forschungsinstitutionen und der kommunale Sektor gehören zum Kundenkreis.

    Die Unternehmensberatung will noch mehr in den Bereich digitale Sprache, zum Beispiel die Sprache von Chatbots, vordringen. „Wir übersetzen beispielsweise deutsche Verwaltungssprache in WhatsApp-taugliche Texte.“ Auch der deutsche Mittelstand sei noch relativ wenig sprachlich digitalisiert. „Kleinen Unternehmen fehlt oft das Bewusstsein für unsere Arbeit“, erklärt Burel. Das soll sich aber ändern.

    Professor Gerrit Sames von der Technischen Hochschule Mittelhessen sieht gerade dort für die Unternehmensberatung viel Potenzial. „Der Mittelstand hängt bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Geschäftsmodellen ziemlich hinterher“, sagt der Experte für Betriebswirtschaft. „Chatbots werden noch kaum eingesetzt, das wird sich aber dringend weiterentwickeln müssen.“

    Female Founders Award
    Im Rahmen des Digitalpreises „The Spark“ verleihen Handelsblatt und McKinsey einen Sonderpreis für weibliche Gründer. Wir stellen die 14 Nominierten vor. Alle Hintergründe finden Sie hier.

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