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Female Founders Award 2020 Mini-Sonden aus dem 3D-Drucker: Katharina Kreitz beliefert die Big Player

Das Start-up Vectoflow baut Strömungssonden für Airbus und Formel-1-Teams. Trotz Coronakrise hat Gründerin Katharina Kreitz volle Auftragsbücher.
12.10.2020 - 12:45 Uhr 1 Kommentar
Vectoflow setzt auf Messsonden aus dem 3D-Drucker.
Katharina Kreitz

Vectoflow setzt auf Messsonden aus dem 3D-Drucker.

Düsseldorf Eigentlich hatten die Eltern von Katharina Kreitz andere Pläne: „Meine Mutter hat mich auf ein Gymnasium mit Fokus auf Fremdsprachen geschickt“, erzählt die 33-Jährige. „In Französisch hatte ich dann eine Sechs und in Mathe eine Eins.“

Nach dem Abitur studiert die 33-jährige Maschinenbau mit Schwerpunkt Luft- und Raumfahrttechnik an der TU München. Die Vorlesungen lässt Kreitz öfter mal ausfallen. „Ich langweile mich extrem schnell.“ Stattdessen arbeitet sie an Prüfständen bei Airbus, der Nasa oder BMW.

Während Kreitz ihre Diplomarbeit im Windkanal bei BMW schreibt, entsteht die Idee zu gründen: An den Prüfständen bei den verschiedenen Unternehmen gab es immer Messtechnik vom gleichen Hersteller. „Es war wirklich furchtbar, es gab immer 1000 Probleme, und weil es nur einen Hersteller gab, konnten die machen, was sie wollten“, blickt Kreitz zurück. Auch der damalige Betreuer ihrer Diplomarbeit und spätere Mitgründer Christian Haigermoser kennt die Problematik.

Ihre Idee: Sonden aus dem 3D-Drucker. 2013 waren sie damit Pioniere. Heute ist die Messtechnik von Vectoflow nach eigener Aussage 45 Prozent genauer als die der Konkurrenz und auch deutlich robuster. Die Messsonden sind besonders präzise und klein konstruiert. Der modifizierte 3D-Druck macht es möglich.

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    Kleine Messsonden sind von Vorteil, da sie die Grenzschicht in der Umströmung eines Fluggeräts weniger stören und deshalb genauere Daten zu den Anströmgrößen liefern können, erklärt Professor Marc Havermann von der FH Aachen, Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik. „Weiterhin lassen sie sich geometrisch präziser an einer definierten Position einbauen, sodass die lokale Strömung an dieser Stelle eindeutiger bestimmt werden kann.“

    „Dieses Jahr ist noch mal ein anderes Level“

    Luftfahrtunternehmen wie Airbus schätzen die Messsonden von Vectoflow aus dem 3D-Drucker, genauso Autobauer und Motorsportteams. Der erste Kunde des 2015 gegründeten ingenieurgetriebenen Hightech-Unternehmens war ein Formel-1-Rennstall. Als der Deal in trockenen Tüchern war, musste Kreitz ihre zwei Mitgründer ermahnen, nicht sofort loszujubeln. Im Auto auf dem Parkplatz gab es dann aber kein Halten mehr.

    Heute zählt ein Großteil der Teams in der Rennserie zu den Kunden von Vectoflow. Auch Weltmeister ist das Unternehmen aus dem Münchener Vorort Gilching schon geworden.

    Für das Geschäftsjahr 2020 peilt Vectoflow, das 15 fest angestellte Mitarbeiter beschäftigt, einen Umsatz von 2,2 Millionen Euro an und hat Kunden in über 70 Ländern. „Letztes Jahr waren wir schon zu mit Arbeit, aber dieses Jahr ist noch mal ein anderes Level“, sagt Kreitz. „Das hätte ich nicht gedacht, denn Automotive und Luft- und Raumfahrt sind zwei Bereiche, die enorme Probleme durch Covid-19 haben.“

    Frauen sind in der Branche unterrepräsentiert. Kreitz hat in ihrer E-Mail-Signatur ihren Ingenieurtitel stehen, obwohl das nicht mehr üblich ist. „Sonst denken viele, ich kann nichts“, erklärt sie. Bei Verhandlungen ist Kreitz es gewohnt, dass ihr technisches Wissen mit schwierigeren Fragen abgefragt wird als bei männlichen Kollegen.

    Sie setzt sich dafür ein, mehr Frauen für Technik zu begeistern. Am Science Day besucht Kreitz ihre ehemalige Schule mit einem Plastik-3D-Drucker und will so zeigen, dass Naturwissenschaften auch interessant sein können.

    Female Founders Award
    Im Rahmen des Digitalpreises „The Spark“ verleihen Handelsblatt und McKinsey einen Sonderpreis für weibliche Gründer. Wir stellen die 14 Nominierten vor. Alle Hintergründe finden Sie hier.

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    1 Kommentar zu "Female Founders Award 2020: Mini-Sonden aus dem 3D-Drucker: Katharina Kreitz beliefert die Big Player"

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    • sehr beeindruckend die Erfolgsgeschichte von Katharina und Kollegen. Deutschland braucht mehr davon.

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