Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Zum The Spark - der deutsche Digitalpreis Special von Handelsblatt Online

Female Founders Award 2020 „Nachfrage nach Jogginghosen und Basecaps steigt“ – Wie sich Corona auf Outfittery auswirkt

Julia Bösch lernt mit ihrem Modeversender Outfittery viel über männliche Modewünsche – das ist ihr Geschäftsmodell. In Corona-Zeiten ändern diese sich.
28.10.2020 - 14:32 Uhr Kommentieren
Die Coronakrise hat das Unternehmen nicht nur in Bezug auf eine erhöhte Nachfrage nach Jogginghosen getroffen. Quelle: Gregor Hohenberg für Handelsblatt
Outfittery-Gründerin Julia Bösch

Die Coronakrise hat das Unternehmen nicht nur in Bezug auf eine erhöhte Nachfrage nach Jogginghosen getroffen.

(Foto: Gregor Hohenberg für Handelsblatt)

Düsseldorf Julia Bösch hat sehr detaillierte Einblicke in den Kleiderschrank des deutschen Mannes. Als Gründerin der Onlineplattform Outfittery, die Kleidung personalisiert zusammenstellt, merkte sie während der Coronakrise, dass sich Vorurteile bestätigten.

„Die Nachfrage nach Jogginghosen und Basecaps hat deutlich zugenommen“, berichtet die 36-Jährige über das Verhalten ihrer Kunden in Coronazeiten. Der Schluss, den diese Beobachtung zulässt: Männer wollten zu Hause vor allem bequem angezogen sein und ihre durch die Friseur-Schließungen gewachsenen Haare verdecken.

Dass Julia Bösch so genau Bescheid weiß über das, was ihre Kunden wollen, ist mehr als eine nette Anekdote – es ist ihr Geschäftsmodell. Ihr Unternehmen bietet personalisierte Outfits mithilfe von Stylisten und Algorithmen über das Internet an. „Wir versuchen, den Kunden über die Zeit immer besser kennen zu lernen“, sagt Bösch, „und so seine Garderobe weiterzuentwickeln.“

Die Idee dazu kam Bösch bei einer Reise nach New York 2011, wo sie mitbekam, wie sich ein Freund mit Einkaufsunlust einen „Personal Shopper“ leistete, der ihm den Kleiderschrank stilvoll füllen sollte. „Ich habe mich gefragt, wie man das online umsetzen und so allen zur Verfügung stellen kann“, erinnert sich Bösch.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Aus der Idee wurde ein Online-Dienstleister mit 150 Stylisten und insgesamt 350 Mitarbeitern, der den Kunden das Shopping-Erlebnis aus New York auch auf dem heimischen Sofa bieten sollte.

    Für Thomas Täuber, Handelsexperte und Geschäftsführer bei Accenture, fehlt bei diesem Modell des „betreuten Shoppens“ im Internet allerdings die emotionale Komponente eines Verkaufsgesprächs. Seine Einschätzung: „Das Erlebnis einer persönlichen Stilberatung lässt sich mit diesen Modellen nur zu einem gewissen Grad abbilden.“

    „Nah dran“ an der Profitabilität

    Täuber rechnet damit, dass vor allem Anbieter mit einer umfassenden Datenbasis erfolgreich sein werden, um ihr Geschäftsmodell „kosteneffizient weiterentwickeln und skalieren zu können“. Er stellt die Prognose auf: „Maßgeblicher Erfolgsfaktor wird der dahinterstehende Algorithmus und nicht der einzelne Stylist sein.“

    Auch Julia Bösch setzt mit Outfittery stark auf die technologische Komponente: „Wir haben über 20 Algorithmen, die bestimmen sollen, welche Outfits die höchste Behaltewahrscheinlichkeit haben“, erklärt sie. Doch ohne die menschliche Komponente echter Stylisten gehe es auch nicht, sagt Bösch: „Wir glauben an die Kombination aus beidem.“

    Die Coronakrise hat das Unternehmen nicht nur in Bezug auf eine erhöhte Nachfrage nach Jogginghosen getroffen. „Wir haben mit Start des Lockdowns einen Nachfragerückgang gesehen“, sagt Julia Bösch ,„über den Sommer folgte dann aber eine gute Erholung.“

    Medienberichte, denen zufolge das Unternehmen zehn Millionen Euro Staatshilfe zur Finanzierung benötigt, dementiert die Gründerin. Sie sei aber regelmäßig im Gespräch mit Investoren, denn „wir haben noch große Pläne“. Dazu zählt unter anderem eine weitere Expansion auf dem europäischen Markt.

    Zum Zeitpunkt der Übernahme des Konkurrenten Modomoto 2019 habe das Unternehmen 80 Millionen Euro Umsatz gemacht. Aktuellere Zahlen möchte Julia Bösch nicht kommunizieren. Die Frage, ob Outfittery profitabel arbeitet, beantwortet sie mit: „Wir sind nah dran.“

    Female Founders Award
    Im Rahmen des Digitalpreises „The Spark“ verleihen Handelsblatt und McKinsey einen Sonderpreis für weibliche Gründer. Wir stellen die 14 Nominierten vor. Alle Hintergründe finden Sie hier.

    Startseite
    Mehr zu: Female Founders Award 2020 - „Nachfrage nach Jogginghosen und Basecaps steigt“ – Wie sich Corona auf Outfittery auswirkt
    0 Kommentare zu "Female Founders Award 2020: „Nachfrage nach Jogginghosen und Basecaps steigt“ – Wie sich Corona auf Outfittery auswirkt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%