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Female Founders Award Robo Wunderkind will die Kleinsten an die Robotik heranführen

Die Jury des Digitalpreises The Spark zeichnet erstmals Gründerinnen mit einem Sonderpreis aus. Anna Iarotska will vor allem Mädchen für Robotertechnik begeistern.
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Sie wollen Kinder an die Robotik heranführen. Quelle: Robo Wunderkind
Anna Iarotska und Mitgründer Yuri Levin

Sie wollen Kinder an die Robotik heranführen.

(Foto: Robo Wunderkind)

Berlin Anna Iarotska ist Start-up-Unternehmerin – und sorgt zugleich für den Nachwuchs in der Tech-Branche. Ihr Unternehmen Robo Wunderkind vertreibt Baukästen, mit denen Kinder Spielzeugroboter zusammenbauen können. Per App auf Smartphone oder Tablet lassen sich für die Minigeräte kleine Programme zusammenstellen und so Motoren und Sensoren der selbst gebauten Roboter nutzen. Zusätzlich lassen sich die Baukästen mit Legosteinen verbinden.

Kinder sollen früh entdecken, was es heißt zu programmieren. Iarotska will damit auch junge Menschen erreichen, die sonst mit dem Thema kaum in Berührung kommen: „Mit Robo Wunderkind bin ich auf einer Mission, Kinder zu inspirieren, kreativ mit Technologie umzugehen“, erklärt sie. „Unser Team hat eine Plattform entwickelt, die Kinder ab fünf Jahren ermöglicht, ihre eigenen Gadgets zu bauen und zu programmieren.“

Offenbar funktioniert das: Bei Amazon etwa sind ihre Produkte trotz eines für ein Kinderspielzeug recht hohen Preises ziemlich gut bewertet – ein Plus angesichts einiger Konkurrenz in dem Feld der Lernroboter. Dazu kommt, dass Robo Wunderkind auch in Schulen eingesetzt werden kann – und dort auch etwas ältere Kinder erreicht.

Wichtig ist Iarotska, dass der Baukasten nicht nur Jungen, sondern auch Mädchen anspricht. Sie will den Kindern vermitteln, dass Programmieren nicht an ein Geschlecht gebunden ist. Zudem sieht sie großen Bedarf an Programmierern auch in der Zukunft – sodass der Nachwuchs hier gute Arbeitsmöglichkeiten findet. Dabei liegen ihr auch Frauen in benachteiligten Ländern am Herzen. So setzt sie etwa ihre Sprachkenntnisse als Übersetzerin für die Organisation „Asyl in Not“ ein.

Zum Unternehmertum ist die humorvolle 35-Jährige über Umwege gekommen. Nach ihrem BWL-Studium in Wien und an der London School of Economics hat die gebürtige Ukrainerin zunächst in einer Immobilienbank gearbeitet – wollte jedoch eine Tätigkeit mit mehr Sinn.

Wichtige Impulse für das Geschäftsmodell brachte ein Accelerator-Programm in der chinesischen Tech-Metropole Shenzhen. Darüber hat sie auch Produktionskapazitäten gefunden – für ein Start-up mit zunächst kleinen Mengen nicht unbedingt einfach.

Engagement im Netzwerk Female Founders

Neben dem Unternehmen findet Iarotska Zeit, sich im globalen Netzwerk Female Founders für die Förderung von Gründerinnen zu engagieren. Iarotska ist in einer Branche unterwegs, in der viele Frauen gründen: 42 Prozent der Start-ups, die sich mit dem Thema Kinder beschäftigen, werden von Frauen geführt. Damit liegt der Anteil an der Spitze noch vor Dating und Mode.

Laut einer in dieser Woche erschienenen Studie des Londoner Investors Atomico hat sich europaweit in den vergangenen Jahren beim Unterschied im Zugang zu Kapital zwischen weiblichen und männlichen Gründern nichts geändert. Europaweit gehen neun von zehn Finanzierungsrunden an rein männliche Teams.

Bei größeren Runden über zehn Millionen Euro gehen Frauen so gut wie immer leer aus. Deutschland liegt dabei im Mittelfeld, besser sind die Bedingungen für Gründerinnen in Südeuropa.

Entsprechend sagen 51 Prozent der befragten Frauen, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten Diskriminierung erlebt haben – vor allem wegen ihres Geschlechts. Ähnlich hoch scheint allerdings auch die Diskriminierung von Nicht-Weißen und ausländischen Menschen in der Tech-Branche zu sein. 43 Prozent der Frauen sehen in ihren Persönlichkeitsmerkmalen eine Erschwernis beim Vorankommen, aber nur 17 Prozent der Männer.

Allerdings ist das Bewusstsein für den Gendergap gestiegen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmer und Investoren gibt an, dass ihr Bewusstsein für das Thema in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen ist.

Dazu soll auch der Female Founders Award des Deutschen Digitalpreises The Spark beitragen, der in diesem Jahr erstmals von der Jury verliehen wurde. Dazu passt, dass 60 Prozent der Befragten der Medienberichterstattung eine wichtige Rolle beim Bewusstseinswandel zubilligen.

Die meistumgesetzte Maßnahme der jungen Unternehmen sind dabei flexiblere Arbeitszeiten, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. „Wir sehen, dass für viele das Thema Frauen wichtiger wird, viele Initiativen starten, die Leute besser informiert sind und auch ihr Verhalten ändern. Aber im Ergebnis zeigt das noch keine Auswirkungen“, sagt Atomico-Partner Tom Wehmeier.

Dabei zeigen auch die beiden weiteren Nominierten des Awards das Potenzial von Gründerinnen: Darja Gutnick hat das Start-up Bunch gegründet, das anhand von Chat-Verläufen Talente identifiziert. Laura Tönnies‘ Gründung Corrux analysiert maschinengenerierte Daten.

Mehr: Blickfeld entwickelt günstige und robuste Lidar-Sensoren – zum Beispiel fürs autonome Fahren. Damit gewinnt es den Deutschen Digitalpreis The Spark.

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