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Gastkommentar Bei der Mobilitätswende braucht die Politik Mut

Deutschland benötigt einen strukturellen Wandel des Verkehrs. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Es bedarf grundlegender Reformen.
16.06.2020 - 16:45 Uhr 1 Kommentar
Robert Henrich ist Chef von Moia, einer Tochter des VW-Konzerns. Quelle: MOIA
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Robert Henrich ist Chef von Moia, einer Tochter des VW-Konzerns.

(Foto: MOIA)

Vom Büroalltag zum Homeoffice, vom Hochbetrieb zur Kurzarbeit: Covid-19 versetzt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in einen Ausnahmezustand. Davon ist auch der Mobilitätssektor betroffen.

Busse, Bahnen, Taxis und Fahrdienste sehen sich mit einem plötzlichen Nachfrageeinbruch konfrontiert. Hierdurch entstehen Umsatzrückgänge, aber auch neue Ideen und Kooperationsformen.

Private Anbieter und öffentliche Verkehrsunternehmen überwinden ehemalige Gräben und diskutieren gemeinsame Lösungsansätze. Sharing-Economy und etablierte Verbände stehen in regem Austausch. Die Krise wirkt als Katalysator für Innovation.

Dennoch: Sobald sich die Büros und Cafés in den Innenstädten wieder füllen, werden Stau, Emissionen und Verkehrslärm zurückkehren. Um unsere Städte langfristig lebenswerter zu machen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, benötigen wir einen tief greifenden strukturellen Wandel des Verkehrs. Wir stehen noch am Anfang dieses Wandels und haben einen weiten Weg vor uns.

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    Denn obwohl immer mehr Menschen der Forderung nach einer Mobilitätswende zustimmen, legen sie mit ihren Autos faktisch mehr Kilometer zurück als mit allen anderen Verkehrsmitteln zusammengenommen.

    Eine Mobilitätswende kann nur gelingen, wenn flächendeckend Mobilitätsangebote zur Verfügung stehen, die von den Menschen im Hinblick auf Komfort, Zuverlässigkeit, Reisezeit und Kosten als ähnlich attraktiv wie das eigene Auto wahrgenommen werden.

    Der flächendeckende Ausbau von hochwertigen Mobilitätsangeboten muss daher im kommenden Jahrzehnt ein verkehrspolitischer Imperativ sein. Er kann nur gemeinsam, das heißt im Zusammenspiel öffentlicher und privater Akteure, erfolgen.

    Ridepooling besonders wichtig

    Aktuelle Bemühungen, den öffentlichen Nahverkehr und die Radwegenetze auszubauen, sind ein guter Anfang. Der Wunsch vieler Menschen, unabhängig von Fahrplänen und Wetter jederzeit komfortabel mobil zu sein, lässt sich jedoch nur erfüllen, wenn zusätzlich zu diesen Maßnahmen die Chancen der Digitalisierung genutzt werden.

    In Städten wie Berlin oder Hamburg wird bereits eine Vielzahl innovativer, App-basierter Mobilitätskonzepte erprobt. Eine besondere Bedeutung kommt dem Ridepooling zu, da es komfortable, umsteigefreie Mobilität mit einem verkehrsentlastenden Effekt verbindet.

    Fahrten mit ähnlichem Verlauf werden automatisch gebündelt, sodass im Vergleich zum Privatwagen eine Reduktion des Energie- und Flächenbedarfs erreicht wird. Verkehrsforscher gehen davon aus, dass sich mit einer geringen Anzahl von Ridepooling-Fahrzeugen perspektivisch große Mengen an Privatwagen ersetzen lassen, ohne dass die Menschen ihre Mobilitätsbedürfnisse einschränken müssen.

    In Verbindung mit Bus, Bahn und einem ausgebauten Radwegenetz ermöglicht Ridepooling eine Verkehrswende, die sich nicht wie ein individueller Verzicht, sondern wie ein Zugewinn an Möglichkeiten anfühlt.

    Ridepooling-Unternehmen wie Moia sind jedoch mit großen Rechtsunsicherheiten konfrontiert. Das antiquierte „Personenbeförderungsgesetz“ (PBefG) gestattet ihnen lediglich im Rahmen von zeitlich befristeten Ausnahmegenehmigungen den Betrieb.

    Investitionen in Entwicklung, Flotten und Betriebshöfe scheitern an einer fehlenden Planungssicherheit. Eine wichtige Säule der Mobilitätswende droht damit zu scheitern.

    Signal des Aufbruchs gefragt

    Die Politik muss den Mut haben, das PBefG entschlossen zu reformieren und damit ein Signal des Aufbruchs sowohl für die Mobilitätswende als auch für eine aufstrebende Mobilitätsbranche in Deutschland zu senden. Sie muss den Blick in die Zukunft richten und darf sich nicht in Fragen der Besitzstandswahrung verlieren.

    Das zukünftige PBefG muss Ridepooling als neue, wichtige Säule des „Stadtverkehrs 2.0“ etablieren und ihm einen angemessenen Platz neben Bus, Bahn und Taxi einräumen. Das Gesetz sollte die Städte ermächtigen, auf lokaler Ebene die Bedingungen auszugestalten, unter denen die Anbieter eine Betriebsgenehmigung erhalten können.

    Zu diesen Bedingungen sollte regelmäßig gehören: die Antriebsart der Fahrzeuge, die Sozialstandards, der Nachweis einer verkehrsentlastenden Wirkung des Angebots und der Austausch von Daten mit der Stadt.

    Im Gegenzug müssen sich Mobilitätsunternehmen darauf verlassen können, dauerhaft genehmigt und mit Bus, Bahn und Taxi steuerlich gleichgestellt zu werden. Nur dann kann eine neue Branche entstehen, die durch Innovation und Investitionen tatkräftig zu Mobilitätswende und Klimaschutz beiträgt. Die Politik muss den Erneuerungsimpuls Corona aufnehmen – und dafür jetzt die Weichen stellen!

    Mehr: Führungsduo von Siemens Mobility glaubt an die Rückkehr der Kunden.

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    1 Kommentar zu "Gastkommentar: Bei der Mobilitätswende braucht die Politik Mut"

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    • Die Energiefrage ist weltweit der Schlüssel: wir müssen den nur in das richtige Schloss stecken, dann öffnet sich die Tür zum "Ewigen Licht", wie Prof. Krause, ehemaliger Bundesverkehrsminister a.D. in seinem neu veröffentlichten Buch beschreibt: "Die eigentlich effektivste und umweltschonendste Alternative der Energiegewinnung fliest uns bereits Millionen Jahre gewissermaßen um die Ohren." Gemeint ist die innovative Neutrino -Technologie - eine Perspektive für eine ölfreie, emissionsfreie Energieversorgung. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group für die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf der Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung vollständig mit Strom zu versorgen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Nur passt das einigen mächtigen Lobbies gar nicht. Wir müssen Aufklären und Jetzt Wandeln, die Energiefrage löst sich, denn Neutrino-Energy bietet unendliches Potential zu vielfältigsten Einsatzmöglichkeiten weltweit. In Moskau an der Universität wird Prof.Krause Neutrinovoltaik-Anwendungen unterrichten und es werden neue Ingenieure weltweit den Wandel einbringen.

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