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Kommentar Langer Weg für Daimler und Volvo: Brennstoffzelle ist bisher eine Enttäuschung

Die Weltkonzerne wollen mit Wasserstoff Lkws antreiben. Dabei hat die Autoindustrie die Technologie bereits auf die lange Bank geschoben.
21.04.2020 - 18:20 Uhr 2 Kommentare
Daimler von Volvo wollen gemeinsam die Brennstoffzelle in Serie bringen. Quelle: Daimler AG
Lkw von Mercedes-Benz

Daimler von Volvo wollen gemeinsam die Brennstoffzelle in Serie bringen.

(Foto: Daimler AG)

Es klingt nach einem großen Schritt: Daimler und Volvo, die beiden Schwergewichte der globalen Lastwagenbranche, wollen gemeinsam die Brennstoffzelle in Serie bringen. Mit 600 Millionen Euro will sich Volvo an der Daimler-Forschung beteiligen, um Lastwagen und Busse mit Wasserstoff anzutreiben. Marktstart soll Ende des Jahrzehnts sein.

Für zwei Weltkonzerne ist das wenig ambitioniert. Tatsächlich ist die Geschichte der Brennstoffzelle bislang eine einzige Enttäuschung – vor allem für Daimler. Seit 1997 forscht der Konzern an der Technik, die ersten Mitarbeiter dürften der Rente näher sein als der Antrieb dem Serieneinsatz.

Die „kalte Verbrennung“ von Wasserstoff und Sauerstoff funktioniert im Labor gut, ist im Alltag aber bislang wenig praktikabel. Die Herstellung einer Brennstoffzelle ist teurer als die eines Verbrennungsmotors; Erzeugung, Speicherung und Verteilung des Wasserstoffs sind sehr aufwendig.

Wird der Wasserstoff aus Erdgas gewonnen, ist der Umwelt nicht geholfen. Wasserstoff aus regenerativen Energien steht nicht ausreichend zur Verfügung.

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    Die Autoindustrie hat die Brennstoffzelle deshalb bereits auf die lange Bank geschoben. VW-Chef Herbert Diess gibt eindeutig dem Elektroantrieb den Vorzug, um sich nicht zu verzetteln. BMW belässt es bei einer Kleinserie, die Technik kommt von Toyota.

    Und auch Mercedes rückt jetzt ab: Der GLC F-Cell bekommt keinen Nachfolger, damit ist die Brennstoffzelle für die Daimler-Autosparte vorerst erledigt.

    Für Daimler-Trucks ist die Weiterentwickelung dennoch sinnvoll. Denn wie die Autohersteller müssen auch die Lastwagenbauer in der EU bis 2030 die Emissionen drastisch senken. Auch das geht nur mit alternativen Antrieben.

    Für kurze Strecken in der Stadt machen Elektroantriebe Sinn, für Langstrecken sind die Batterien aber zu schwer. Hier könnte die Brennstoffzelle ihre Nische finden – wenn ein Tankstellennetz eines Tages ausreichend regenerativ hergestellten Wasserstoff bereitstellt.

    Mehr: Autoindustrie drängt auf staatliche Kaufprämie von mehreren Tausend Euro.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Langer Weg für Daimler und Volvo: Brennstoffzelle ist bisher eine Enttäuschung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • 1. LKWs mit Brennstoffzellen sind bereits in der Erprobung (Nikola) ebenso Frachtschiffe und Lokomotiven
      2. Die Reichweite und das Gewicht (Batterie) eines E-Motors ist nicht konkurrenzfähig.
      3. Bei Unfällen ist die riesige Batterie ein zusätzliches Gefahrenmoment.
      4. Grüner Strom, der keine Abnahme findet, kann als Wasserstoff zwischengelagert werden. (auch Atomstrom, z.b. aus Skandinavien)
      5. Bereits bestehende Tankstellen können mit wenig Aufwand zur Lieferung von Wasserstoff teilweise
      umgestellt, bzw. erweitert werden.
      6. Die Umweltschädlichkeit der Produktion von Batterien wird vollständig ausgeblendet (Rohstoffabbau in
      der 3. welt.
      7. Woher sollen die Unmengen an Strom kommen, die bei einer Verbreitung von E-Autos genötigt wird, und
      zwar regelmässig. (oder sollen die provaten Kfz abgeschafft werden, und die Landbevölkerung gefälligst
      zu Fuß gehen. (oder per Pferd)
      Fazit:
      Erst umfangreich informieren, dann kommentieren.

      Gisela Berg

    • Sehr geehrter Herr Fasse,
      Brennstoffzellen bewähren sich auch in Kraftfahrzeugen. Siehe Modelle von Hyundai und Toyota. Leider verschlafen die deutschen Hersteller den Trend.
      Für Sie noch zur Aufklärung. Auch ein Fahrzeug mit Brennstoffzelle ist ein elektrisches Fahrzeug. E-Motor und Batterien sind auch dort verbaut. Die Brennstoffzelle übernimmt die Energieversorgung an Bord, ähnlich wie heute in hybriden Fahrzeugen der Verbrenner. Die Batterien sind für die Dynamik und Speicherung der Bremsenergie verantwortlich.
      Vielleicht hilft Ihnen dieser Hinweis für künftige Kommentare zum Thema.
      Mit freundlichen Grüßen
      Thomas Melczer
      FCP Fuel Cell Powertrain GmbH
      Chemnitz
      www.fuelcellpowertrain.de

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