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Kommentar Nur wer wirklich elektrisch fährt, sollte die Kaufprämie bekommen

Auch Plug-in-Hybride werden im neuen Konjunkturpaket der Regierung gefördert. Der Staat sollte aber die Autofahrer in die Pflicht nehmen.
05.06.2020 - 15:11 Uhr 2 Kommentare
Die Bundesregierung sollte ihr Förderkonzept für die Autobranche noch einmal überdenken. Quelle: dpa
Hybridauto an der Ladesäule

Die Bundesregierung sollte ihr Förderkonzept für die Autobranche noch einmal überdenken.

(Foto: dpa)

Die Bundesregierung will mit ihrem neuesten Corona-Hilfspaket nicht nur die Konjunktur ankurbeln. Damit sollen zugleich auch Klima- und Umweltschutz vorangetrieben werden, „um Deutschlands Rolle als weltweiter Exporteur von Spitzentechnologie zu stärken“. Dann wäre es doch eigentlich nur konsequent, wenn sich solch eine Zielsetzung auch bei der Förderung der Automobilindustrie niederschlagen würde.

Doch an genau dieser Konsequenz fehlt es im Regierungsprogramm, da die staatlichen Unterstützungsleistungen auch für die Plug-in-Hybride massiv aufgestockt werden. Denn diese Autos mit kombiniertem Verbrennungs- und Elektromotor sind erst einmal nur auf dem Papier umweltfreundlich.

Niemand wird im Alltag dazu gezwungen, mit seinem Hybrid tatsächlich elektrisch zu fahren. Häufig genug werden solche Autos auch als Dienstwagen eingesetzt. Ein Arbeitgeber stellt seinen Mitarbeitern damit in aller Regel auch eine (kostenlose) Tankkarte zur Verfügung. Damit fehlt jeder Anreiz, an eine Ladestation zu fahren.

Wer die staatliche Förderung in Anspruch nehmen will, dem sollte die Bundesregierung den elektrischen Betrieb verbindlich vorschreiben. Doch leider steht dazu nichts Konkretes im Corona-Paket der Bundesregierung. Obwohl es kein Problem wäre, solch eine Vorgabe tatsächlich durchzusetzen.

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    Die Autohersteller können schon heute alle Fahrdaten bei modernen Fahrzeugen abrufen: Wie viele Kilometer ist ein Wagen mit Benzin und wie viele Kilometer mit Strom gefahren? Einmal im Jahr würde der Halter die Daten bei der Zulassungsbehörde vorlegen. Wer seinen Hybrid nicht regelmäßig elektrisch gefahren hat, müsste die zu Unrecht erhaltenen Fördergelder zurückzahlen.

    Die Bundesregierung sollte ihr Förderkonzept für die Autobranche also noch einmal überdenken. Wer echten Umwelt- und Klimaschutz von den Autoherstellern einfordert, muss zusätzliche Bedingungen in das Corona-Paket hineinschreiben.

    Mehr: Eine Kaufprämie nur für Elektroautos ist eine schwere Niederlage für die Branche.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Nur wer wirklich elektrisch fährt, sollte die Kaufprämie bekommen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Solch ein Regulierungs- und Administrationsmoloch wird vom Handelsblatt gefordert? Erstaunlich.

      Es geht hier im Übrigen um Technologieförderung und nicht um effektiven kurzfristigen Umweltschutz. In der Lifecycle-Betrachtung ist der Vergleich mit modernen Dieseln je nach Fahrverhalten nicht so deutlich wie man denkt. Und bitte nicht die Milchmädchenrechnung mit CO2-freien Ökostrom machen, denn jede grüne kWh könnte auch statt einem (relativ) sauberen Diesel auch ein Kohlekraftwerk aus der Merit Order drängen.

    • Ist das wirklich Ihr Ernst? Sie sind wohl bei den Grünen, die haben schon eine ähnliche Forderung gestellt.

      Also, bei uns gilt das strengste Datenschutzgesetz der Welt, aber für die Umwelt ist alles okay. Für Corona lassen wir uns keinesfalls tracken, aber jede Autofahrt darf man für die Umwelt ruhig nachvollziehen können. Und wer ist dann für die Daten verantwortlich? Um dann ganz sicher zu gehen, dass auch ja nicht geschwindelt wird, müssen die Autohersteller dann also beim Auslesen der Daten erstens für Datenschutz, zweitens für Anonymität, drittens für absolute Sicherheit und viertens natürlich auch für Beständigkeit über mehrere Jahre sorgen. Und wie kommen die Daten fälschungssicher zur Zulassungsstelle? Über eine datengesicherte Leitung direkt aus dem Auto, über eine amtliche Bescheinigung (von wem?) oder wie sonst?

      Alles kein Problem? Da zeigt sich mal wieder, wie wenig manche Menschen von der Realität wissen. Wenn Ihre Forderung durchkommt, was glauben Sie, wie lange der dazu notwendige Erlass der Behörden sein wird, wird, um das klitzeklein zu regeln? Und wie hoch dann die Kosten insgesamt für alle Beteiligten sind, um das tatsächlich auch umzusetzen?

      Ganz andere Frage: ab wann wird dann bezahlt? Ab einem bestimmten Verhältnis? Dann fährt der Besitzer kurz vor dem Termin nochmal unnötige 500 km elektrisch, damit das Verhältnis passt. Und damit ist der Umwelt gedient?

      Und denken wir Ihren Ansatz doch mal weiter. Prämie doch nur, wenn nachgewiesen kann, dass auch die Stromkilometer aus Ökostrom kommen. Kohlestrom bringt ja nichts für die Umwelt. Und wenn die Stromkilometer nur dadurch zustanden gekommen sind, dass der Bürger seine Frühstücksbrötchen geholt hat...nee, das wollen wir ja auch nicht. Da soll er uns also schon auch noch nachweisen, dass es "sinnvolle" Kilometer waren. Also die Fahrt zur Greenpeace-Demo sollte es mindestens sien...obwohl, laufen wäre auch besser gewesen.

      Naja, am besten so kompliziert wie möglich...aber dafür "gerecht"!

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