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Maschinen statt Analysten Commerzbank testet künstliche Intelligenz für das Verfassen von Finanzberichten

Weil sie strenger reguliert werden, müssen Banken Kosten für Finanzmarktanalysen senken. Die Commerzbank experimentiert daher mit künstlicher Intelligenz.
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Commerzbank testet künstliche Intelligenz fürs Verfassen von Finanzberichten Quelle: Reuters
Commerzbank in Frankfurt

Die Bank setzt nicht nur auf menschliche Analysten, sondern auch auf Maschinen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie Commerzbank experimentiert mit künstlicher Intelligenz. Sie testet Technologien, die eine automatische Erstellung von Analystenberichten ermöglicht, meldet die „Financial Times“. Das Projekt sei allerdings derzeit noch in einem frühen Stadium und es könnte noch Jahre dauern, bis die automatisierten Analystenberichte tatsächlich an Kunden verschickt werden könnten.

Dabei arbeitet die Bank mit dem Berliner Unternehmen Retresco zusammen, das sich aufs automatisierte Erstellen redaktioneller Texte spezialisiert und unter anderem mit den Verlagshäusern Gruner + Jahr und Axel Springer zusammenarbeitet. Die Commerzbank ist durch ihren Fintech-Inkubator an der Firma beteiligt.

Dass die Commerzbank mit automatisierter Berichterstattung experimentiert, hängt auch mit neuen Regeln zur Regulierung zusammen. So gibt die am 3. Januar dieses Jahres eingeführte Mifid-II-Richtlinie vor, dass Investoren explizit für Analystenberichte bezahlen müssen.

Das soll die Transparenz der Rechercheberichte verbessern und die Anleger schützen. Vor der Einführung der Richtlinie haben Banken die Kosten für das Verfassen von Anleihen- und Aktienmarktanalysen über Transaktionsgebühren hereingeholt. Nun, da das nicht mehr erlaubt ist, muss die Branche konsolidieren.

Die Richtlinie zwingt die Banken dazu, die Kosten für die Analystenberichte zu senken. Künstliche Intelligenz bietet die Möglichkeit dazu. Die Technologie sei vielversprechend, sagt etwa Michael Spitz, Leiter der Commerzbank-Rechercheabteilung „Maincubator“ gegenüber der Financial Times. Finanzberichte – etwa Quartalsberichte – würden nach standardisierten Regeln verfasst werden. Das mache es für Maschinen einfacher, relevante Daten zu erkennen und in Form von automatisierten Finanzberichten aufzuarbeiten.

Obgleich relativ neu in der Finanzbranche, wird die automatisierte Erstellung von Texten in anderen Bereichen bereits benutzt – vor allem in der Sportberichterstattung. Ein Beispiel dafür ist die Nachrichtenagentur Associated Press. Seit 2017 berichtet die Agentur automatisiert von lokalen Baseball- und Basketballspielen.

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