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Mobileye Intel schickt selbstfahrende Autos auf deutsche Straßen

Der Chiphersteller will in München beweisen, dass autonome Fahrzeuge keine Utopie mehr sind. Der Tüv hat den Amerikanern jetzt den Testbetrieb erlaubt.
16.07.2020 Update: 16.07.2020 - 12:09 Uhr Kommentieren
Der Chiphersteller Intel bringt selbstfahrende Autos auf die Straßen der bayerischen Metropole. Quelle: dpa
Odeonsplatz in München

Der Chiphersteller Intel bringt selbstfahrende Autos auf die Straßen der bayerischen Metropole.

(Foto: dpa)

München Hände weg vom Steuer: In München ist das jetzt möglich. Denn Intel darf selbstfahrende Fahrzeuge auf die Straßen schicken. Dazu habe der US-Technologiekonzern die Erlaubnis vom Tüv Süd bekommen, teilte der weltgrößte Chiphersteller am Donnerstag mit. Bald sollen die Versuchsfahrten auf ganz Deutschland ausgedehnt werden.

Intel besitzt bereits einige Erfahrung mit dem autonomen Fahren. In Israel hat der Halbleiterproduzent schon länger eine Flotte im Einsatz. Der Technologieriese wittert ein gewaltiges Geschäft mit selbstfahrenden Autos. Um das zu erschließen, hat Intel vor drei Jahren zunächst den israelischen Spezialisten Mobileye übernommen. Der Preis: 15,3 Milliarden Dollar.

Die Firma liefert ein Kamerasystem, mit dem sich Autos ohne Fahrer bewegen können. Dies ist die Basis für die Wagen, die jetzt in Bayern rollen werden. In diesem Frühjahr schluckten die Amerikaner zusätzlich Moovit, eine Mobilitäts-App aus Israel.

„Die neue Genehmigung bietet uns die Möglichkeit, künftigen Fahrgästen, globalen Automobilherstellern und internationalen Transportbehörden noch mehr Vertrauen in das autonome Fahren zu vermitteln“, sagt Johann Jungwirth. Der ehemalige VW-Manager soll für Intel neue Geschäftsmodelle voranbringen, die als „Mobility as a Service“ firmieren. Dabei geht es zunächst einmal um Shuttles oder „Robotaxis“, die selbstständig unterwegs sind und sich mit der Moovit-App bestellen lassen.

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    Schon häufig hat Intel versucht, in neue Bereiche vorzudringen – und hat dafür einen hohen Preis gezahlt. Denn mit einer ganzen Reihe von Übernahmen in neuen Feldern sind die Amerikaner gescheitert. Intel lebt im Wesentlichen von Prozessoren. Sie sind das Gehirn eines jeden Rechners. Die meisten PCs, Notebooks oder Server weltweit sind mit den Bauteilen der Amerikaner ausgestattet.

    Der milliardenschwere Kauf der Antivirensoftware McAfee war der wohl größte Fehlkauf. Auch in Deutschland griff Intel daneben. Vom Münchener Chipproduzenten Infineon übernahm der Konzern einst die Handysparte. Intel hat es aber nie geschafft, die Smartphone-Hersteller zu überzeugen. Jüngst hat Intel das Geschäft an Apple weitergereicht.

    Mit Mobileye und auch mit Moovit will Intel es nun besser machen. Kernprodukt ist ein von Mobileye entwickeltes System zur Echtzeit-Bildverarbeitung. Dazu hat das Unternehmen eigene Chips entwickelt. In einem Fahrzeug befinden sich zwei voneinander unabhängige Systeme, um die Umgebung zu erfahren. Diese Systeme wiederum greifen auf Karten zurück, die Autofahrer weltweit laufend aktualisieren.

    Intel will sich von der Konkurrenz abheben

    Der Tüv habe die Autos von Intel umfangreichen Sicherheitstests unterzogen, so der Konzern. Das Resultat: „Die Fahrzeuge können sich problemlos in den normalen Straßenverkehr einfügen.“ In Deutschland setzt Intel zunächst auf Modelle von Ford. Ein Sicherheitsfahrer sei in jedem Fahrzeug, versichert der Konzern.

    Der Platz im Auto ist unter den Prozessorherstellern heftig umkämpft. So hat sich Intel schon vor Jahren mit BMW verbündet, um autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Der Herausforderer Nvidia kündigte Ende Juni an, künftig Daimler zu beliefern. Nvidia hat sich über Jahrzehnte von einem Grafikkartenhersteller zu einem der größten Konkurrenten von Intel entwickelt.

    Gemeinsam mit dem US-Chiphersteller will Mercedes eine neue Software-Architektur entwickeln, die ab 2024 in jedem Modell arbeiten soll. Vom Angebot des App-Stores über die Reichweite der Batterie bis zu den Fähigkeiten des Autopiloten können künftig per Knopfdruck die Eigenschaften des Autos verändert werden. „Das ist ein entscheidender Punkt unserer Strategie, unser Geschäftsmodell wird sich ändern“, sagte Vorstandschef Ola Källenius kürzlich.

    Um sich abzuheben von der Konkurrenz, hat Intel-Chef Robert Swan dieses Frühjahr 900 Millionen Dollar in die Hand genommen, um Moovit zu übernehmen. Die App des israelischen Entwicklers bietet Echtzeit-Informationen zum Nahverkehr in Städten.

    So berechnet Moovit beispielsweise für Nutzer Fahrtrouten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und bindet dabei auch Fahrdienste oder etwa E-Scooter ein – und künftig die Robotaxis. Die App ist für 3100 Städte verfügbar und hat eigenen Angaben zufolge 800 Millionen Nutzer.

    Vielleicht war es der Erfolg mit Mobileye, der Intel von Moovit überzeugte. Denn diese Akquisition scheint sich auszuzahlen. So sind die Erlöse von Mobileye im ersten Quartal um gut ein Fünftel auf 254 Millionen Dollar in die Höhe geschossen. Das entspricht gut einem Prozent vom gesamten Umsatz von Intel. Der Betriebsgewinn stieg von 68 auf 88 Millionen Dollar.

    Mehr: Was Europas größtes Start-up für autonomes Fahren mit Tesla verbindet

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