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Mobilität Storno-Kosten wegen des Coronavirus – das ist die Lage für Reisende

Der Reisevermittler Travelperk bietet Firmen an, bei Terminabsagen wegen des Coronavirus die Ausfallgebühren zu erstatten. Auch Touristikkonzerne reagieren.
05.03.2020 - 11:14 Uhr 1 Kommentar
Storno-Kosten wegen des Coronavirus – das ist die Lage für Reisende Quelle: AFP
Reisender am Flughafen der US-Stadt Columbia

Reisenden, die sich Stornogebühren ersparen wollen, hilft in diesen Tagen nur Nervenstärke.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Wer in diesen Tagen eine Geschäftsreise plant und mögliche Stornokosten scheut, falls die Coronavirus-Epidemie den Termin verhindert, zahlt kräftig drauf. Bei einer Reise nach Rom etwa verteuert sich der Hinflug von Köln/Bonn durch die Storno-Option von 87 auf 385 Euro, ein Einzelzimmer im Sheraton von 113 auf 125 Euro. Auch die meisten anderen Hotels lassen sich die kostenfreie Absage gut bezahlen.

Der Geschäftsreisevermittler Travelperk, 2015 als Online-Anbieter in Barcelona gegründet, macht aus dieser Problematik derzeit ein gut laufendes Geschäft: Unternehmen, die dem Reisepreis eine Servicegebühr von zehn Prozent oben drauflegen, erhalten bei Stornierungen mindestens 90 Prozent erstattet.

„Gelauncht haben wir das Angebot schon Ende November 2019“, berichtet Deutschlandchef Eugen Triebelhorn. „Nach den zahlreichen Messeabsagen Mitte vergangener Woche aber wächst die Nachfrage nach diesen Sicherungsangeboten exponentiell.“

Ansonsten hilft Geschäftsreisenden, die sich Stornogebühren ersparen wollen, in diesen Tagen nur Nervenstärke. Das gilt insbesondere für Flugreisen, wie die Online-Entschädigungsplattform EUflight.de erläutert.

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    So steht Passagieren, die aufgrund der Coronavirus-Epidemie den Flug canceln, üblicherweise nur die Rückzahlung von Steuern und Airportgebühren zu. Streicht die Fluggesellschaft die Verbindung jedoch von sich aus, besteht in den allermeisten Fällen Anspruch auf Entschädigung und auf Erstattung des gesamten Reisepreises.

    „Passagiere sollten mit der Flugstornierung abwarten“, rät deshalb EUflight-Geschäftsführer Lars Watermann. Allein wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für das jeweilige Land ausspreche, könne sich die Fluggesellschaft auf einen sogenannten außergewöhnlichen Umstand berufen und die Entschädigung verweigern.

    In der derzeitigen Corona-Krise aber gilt das nicht, wie EUflight versichert: „Aktuell gestrichene Verbindungen nach Italien berechtigen grundsätzlich zu einer Entschädigung, da es keine Reisebeschränkung innerhalb der EU gibt.“

    Das mit weltweit 485 Beschäftigten arbeitende Start-up Travelperk setzt da auf sein Zusatzangebot „Flexiperk“. Es erlaubt Unternehmen, gebuchte Hotels, Airbnb-Unterkünfte, Zugtickets, Mietwagen oder auch Flüge – einschließlich Ryanair und Easyjet – jederzeit aus einem beliebigen Grund zu stornieren. Dabei könne der Service für sämtliche Firmenmitarbeiter gebucht werden, erklärt Deutschlandchef Triebelhorn, oder nur für eine Handvoll Vielreisender.

    Kostenlose Stornierungen bei Pauschalreisen

    Schon vergangenes Jahr testeten die britische Fintech-Firma Sumup und der niederländische Online-Supermarkt Picnic die stornierbaren Reiseleistungen als Pilotkunden. Seither sind nach Aussage Triebelhorns zahlreiche Firmenkunden hinzugekommen. „Vor allem Unternehmensberatungen und Anwaltskanzleien buchen verstärkt über uns“, sagte der Deutschlandchef dem Handelsblatt.

    Für das Start-up, das Firmenkunden über eine App auch Zugang zu Plattformen wie Kajak, Skyscanner, Expedia, Booking.com oder Airbnb verschafft, bedeutet dies ein scharf kalkuliertes Geschäft. Schon ohne die derzeitige Massenabsage großer Messen liegt die übliche Stornoquote von Geschäftsreisen bei acht bis 13 Prozent. „Wir haben eine eigene Risikoabteilung eingerichtet, die für die Berechnung der Tarife verantwortlich ist“, sagt Triebelhorn.

    Ohnehin geht Travelperk bei seinen Firmenkunden üblicherweise ins finanzielle Risiko. Gegenüber Hotels, Fluggesellschaften und anderen Reiseanbietern zahlt das Start-up bei Buchungen in Vorkasse – und stellt den eigenen Firmenkunden erst im Anschluss eine Gesamtrechnung zu.

    Investoren wie Kinnevik, Target Global und andere schreckt die Freigiebigkeit, mit der das Start-up bis heute 3500 Firmenkunden warb, bislang nicht. Sie stellten Travelperk in drei Finanzierungsrunden insgesamt 134 Millionen Dollar zu Verfügung.

    Im Geschäftsreisemarkt fand das Angebot der Spanier bislang keine Nachahmer. Anders sieht es im Vertrieb von Pauschalreisen aus. Weil bei Urlaubern die Nachfrage angesichts der Corona-Epidemie um 25 Prozent einbrach, wie die Buchungsplattform Getyourguide ermittelte, bieten derzeit auch große Reiseveranstalter frei stornierbare Buchungen – und das sogar gratis.

    So gewährt seit wenigen Tagen etwa Alltours kostenlose Stornierungen auf Neubuchungen, ebenso Tui, FTI Reisen und DER Touristik (Dertour, ITS, Jahn Reisen, Meiers Weltreisen, ADAC Reisen). Der Unterschied zu Travelperk: Ihre Kulanz haben die meisten Urlaubsveranstalter bislang auf Mitte bis Ende April begrenzt.

    Mehr: Coronavirus – Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer jetzt beachten müssen

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    1 Kommentar zu "Mobilität: Storno-Kosten wegen des Coronavirus – das ist die Lage für Reisende"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich habe vor wenigen Tagen eine Unterkunft und separaten Flug für den 08. März für 2 Wochen nach Israel gebucht. Israel verweigert seit gestern aber die Einreise von Deutschen - es sei denn Sie gehen in Israel für 2 Wochen in Qurantäne. Was für einen Touristen natürlich unmöglich ist. Wie sieht es in diesem Fall aus mit dem Recht auf Stornierung ?

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