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New Zealand Exchange Cyber-Angriffe legen Börsenhandel in Neuseeland dritten Tag in Folge lahm

Ausgerechnet in der geschäftigen Gewinnsaison großer neuseeländischer Unternehmen können Investoren nicht richtig handeln. Experten sind überrascht.
27.08.2020 - 08:42 Uhr Kommentieren
Die neuseeländischen Behörden vermuten hinter Attacken auf den Börsenbetreiber Angreifer aus Übersee. Quelle: Reuters
Symbolbild eines Cyber-Angriffs

Die neuseeländischen Behörden vermuten hinter Attacken auf den Börsenbetreiber Angreifer aus Übersee.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Die neuseeländische Börse kämpft mit massiven Problemen in Folge mehrerer Cyber-Angriffe. Bereits den dritten Tag in Folge konnte der Handel in dem 135-Milliarden-US-Dollar-schweren Markt an diesem Donnerstag nicht richtig stattfinden.

Der Markt verlor am Dienstag eine und am Mittwoch drei Handelsstunden. Am Donnerstag wurde der Handel in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington um kurz nach 11 Uhr Ortszeit gestoppt. Der Vergleichsindex S&P/NZX-50 schloss auf einem Rekordhoch von 12.073 Zählern.

Bei den Attacken handelt es sich um so genannte Distributed-Denial-of-Service-Angriffe, kurz DDoS. Dabei werden Server mit einer Flut sinnloser Anfragen bombardiert, bis sie zusammenbrechen.

Die Behörden vermuten, hinter den Attacken stecken Angreifer aus dem Ausland. Bisher äußerten sie jedoch keinen konkreteren Verdacht. Der neuseeländische Börsenbetreiber NZX sagte, man befasse sich mit der Bedrohung und arbeite mit Cyber-Sicherheitsexperten zusammen. „Wir tun alles, was wir können, um morgen den normalen Handel wieder aufzunehmen“.

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    Der Markt selbst sei eigentlich funktionsfähig geblieben, sagt Jeremy Sullivan, ein Investitionsberater beim Maklerunternehmen Hamilton Hindin Greene in Christchurch. Der Angriff habe jedoch die Website des neuseeländischen Börsenbetreibers lahngelegt, so sei der Handel gestoppt worden. Anleger ohne direkten Marktzugang können dadurch die Ankündigungen des Unternehmens nicht sehen. „Einige Investoren können keine Ergebnisse sehen, was einen unfairen Vorteil für andere wie uns schafft, die Zugang zu Ankündigungen haben“, so Sullivan.

    Erpressungsmails bereits im November

    Die Unterbrechungen kommen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, da Unternehmen wie die nationale Fluggesellschaft Air New Zealand ihre ersten Jahresergebnisse seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie melden. In dieser Situation nicht Handeln zu können, ist für Investoren frustrierend.

    Sowohl der neuseeländische Handelsminister Kris Faafoi, als auch die dortige Finanzaufsichtsbehörde standen wegen der Vorfälle in Kontakt mit der Börse. Es seien keine internen Systeme kompromittiert und keine Handelsinformationen verletzt worden, sagte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde.

    Cyber-Sicherheitsexperten scheinen von den Angriffen überrascht zu sein. Neuseeland sei laut ihnen normalerweise kein Ziel. Es sei unklar, ob die Hacker Kriminelle oder staatliche Akteure seien.

    Die Cyber-Sicherheitsagentur der neuseeländischen Regierung, CERT NZ, hatte bereits im November gesagt, sie habe Berichte über Erpressungs-E-Mails erhalten, die auf den Finanzsektor abzielten. Die E-Mails wurden von einer russischen Gruppe namens „Fancy Bear/Cozy Bear“ unterschrieben und forderten unter Androhung von Denial-of-Service-Angriffen ein Lösegeld. An diesem Donnerstag lehnte das CERT eine Stellungnahme zu den Vorgängen ab.

    Attacken wie die in Neuseeland seien relativ unkompliziert, sagt Brendan Thomas-Noone, ein Forschungsstipendiat am United States Studies Centre der Universität Sydney, der sich mit Fragen der nationalen Sicherheit und Technologie befasst. Sie seien in großem Maßstab leichter durchführbar, da sie durch den Einsatz von Bot-Netzen automatisiert werden können.
    Neuseeland sei zwar „kein öffentlichkeitswirksames Ziel“, doch der Vorfall werfe die Frage auf, wie viel Erfahrung das Land im Umgang mit solchen Angriffen habe, sagte er.

    Auch die koreanische Börse gab an, dass ihre Website am Mittwoch fast drei Stunden lang nicht funktionierte, nachdem sie unter einem DDoS-Angriff gelitten hatte.

    Mehr: Finanzberater hantieren oft mit brisanten Daten ihrer Kunden, die sie vor dem Angriff von Hackern schützen müssen. Worauf es dabei ankommt.

    • Bloomberg
    • catk
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