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Quartalszahlen Erneuerbare werden für Siemens Energy zum Gewinnbringer

Siemens Energy hat seinen Gewinn im zweiten Quartal gesteigert. Die Erneuerbaren werden für den Energietechnikkonzern immer wichtiger.
05.05.2021 Update: 05.05.2021 - 09:00 Uhr 1 Kommentar
Eine offengelegte Dampfturbine liegt zur Wartung im Siemens-Werk für Dampfturbinen-Service. Quelle: dpa
Siemens-Turbinen

Eine offengelegte Dampfturbine liegt zur Wartung im Siemens-Werk für Dampfturbinen-Service.

(Foto: dpa)

München, Düsseldorf Auch im zweiten Quartal startet Siemens Energy mit starken Zahlen: Mit einem angepassten Ebita von 197 Millionen Euro konnte der Energiespezialist seinen Profit sogar mehr als verdoppeln. „Die Gewinne waren hauptsächlich von Siemens Gamesa getrieben“, sagte Siemens Energy-CEO Christian Bruch bei der Verkündung der Zahlen am Mittwoch. Damit werden die Erneuerbaren zum Zugpferd des früheren Gas- und Kohlespezialisten.

Gleichzeitig ging der Umsatz allerdings um 4,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zurück. Gründe dafür sind laut Bruch negative Währungseffekte und ein niedrigerer Auftragseingang in früheren Quartalen in der Sparte „Gas and Power“. Auch für das Gesamtjahr 2020/21 grenzte Siemens Energy das erwartete Umsatzwachstum ein – und das nicht zu knapp. 

Bisher hatte Siemens Energy zwei bis zwölf Prozent in Aussicht gestellt. Jetzt rechnet das Unternehmen nur noch mit einem Umsatzwachstum von drei bis acht Prozent. „Corona ist weiterhin eine Herausforderung für uns. In Indien fahren wir aufgrund der aktuellen Situation gerade auf 50 Prozent der eigentlichen Kapazität“, sagte Bruch zu den Folgen der globalen Pandemie. Es gebe immer noch Verzögerungen bei Projekten, Schwierigkeiten in einigen Ländern und starke Einschränkungen bei Reisen. Im gesamten Unternehmen habe es bislang 4000 Fälle von Covid-19 gegeben, sagte Bruch. Die meisten seien aber mittlerweile wieder genesen.

Währenddessen sorgte die Windtochter Siemens Gamesa, wie schon im ersten Quartal, für einen sprunghaften Anstieg des Auftragseingangs. Der ging um 39 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro nach oben.

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    Damit schreibt der Dax-Neuling weiter schwarze Zahlen. Im Geschäftsjahr 2019/2020 hatte das Unternehmen auch wegen Sonderbelastungen dagegen noch einen Milliardenverlust gemacht. Schon zum Start ins neue Geschäftsjahr schaffte Siemens Energy im ersten Quartal – also von Oktober bis Dezember – dann aber die Rückkehr in die Gewinnzone.

    Umsatz und Gewinne in der Sparte Gas und Power schrumpfen

    Der Energietechnikspezialist hat ein breites Portfolio von der Energieerzeugung mit konventionellen Kraftwerken und Windrädern über den Stromtransport bis hin zu neuen Technologien wie Wasserstoff.

    Einen vergleichbaren Konkurrenten gibt es nicht, daher lohnt sich mit den aktuellen Zahlen auch ein Blick auf die Wettbewerber in den einzelnen Geschäftsfeldern.

    So gingen bei General Electric die Umsätze in der Kraftwerkssparte auf vergleichbarer Basis um vier Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar zurück. Das Segment machte einen leichten operativen Verlust von rund 100 Millionen Euro.

    Auch bei Siemens Energy gingen Umsatz und Gewinne in der Sparte Gas and Power, zu der auch die Stromübertragung gehört, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurück. So sank der Gewinn um drei Prozent auf 169 Millionen Euro. Dafür seien vor allem Währungseffekte und ausbleibende Aufträge in den Quartalen zuvor verantwortlich, sagte Siemens Energy.

    Siemens-Energy-CEO Bruch will die kriselnde Gas-Sparte „effizienter, agiler und flexibler“ machen. An Ausschreibungen für neue Kohlekraftwerke will man sich nicht mehr beteiligen. Aufträge für die Wartung der fossilen Anlagen sollen dagegen weiterhin angenommen werden. Aber auch beim Service gab es im zweiten Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang, wenn auch weniger stark als in der Gesamtsparte. Die Zukunft soll sich bei Siemens Energy deutlich weniger auf das Geschäft mit fossilen Energien konzentrieren. 

    Die Energiewende weg von den konventionellen Energien, hin zu den erneuerbaren soll sowohl bei Siemens Energy als auch bei GE Wachstumshoffnungen wecken. Im Geschäft mit erneuerbaren Energien verzeichnete General Electric einen leichten Umsatzanstieg auf 3,2 Milliarden Dollar bei leicht roten Zahlen.

    Siemens Gamesa muss Umsatzprognose kappen

    Auch bei Siemens Gamesa, dem Wind-Schlachtschiff von Siemens Energy, gibt es im zweiten Quartal nicht nur Positives zu berichten. 

    Wegen Projektverzögerungen und Auftragsverschiebungen musste der Turbinenhersteller seine Umsatzprognose kappen. Siemens Gamesa erwartet nun einen Umsatzanstieg auf 10,2 bis 10,5 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Windanlagenbauer im besten Fall 11,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. 

    Die Verschiebungen dürften vor allem auf das kriselnde Onshoregeschäft des Windriesen zurückzuführen sein, das unter dem neuen Siemens-Gamesa-Chef Andreas Nauen auf Vordermann gebracht werden soll. 

    Während Siemens Gamesa mit weitem Abstand Weltmarktführer im Bereich der Windkraft auf See ist, fällt es dem Konzern immer schwerer, sich an Land gegen starke Konkurrenten wie Vestas oder GE durchzusetzen

    „Wir sind zu riskante Projekte eingegangen und haben zu optimistisch geplant, in einem Leistungsumfang, den wir gar nicht so gut beherrschen“, sagte Nauen im Interview mit dem Handelsblatt. Außerdem sei das Netz mit vielen, zum Teil kleinen Werken zu komplex gewesen. Hier wolle man nun aussortieren. Zuletzt hatte Siemens Gamesa in Spanien bereits das dritte Werk innerhalb eines Jahres geschlossen. Für die aktuelle Korrektur der Umsatzprognose ist laut Aussage des Unternehmens allerdings auch die anhaltende Corona-Pandemie in wichtigen Märkten wie Indien oder Brasilien verantwortlich. 

    Operativ lief es dafür im zweiten Quartal ähnlich gut wie schon in den Monaten davor: Das deutsch-spanische Gespann schafft es zumindest, in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse um sechs Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, der Auftragseingang wurde mit 5,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

    Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) legte unter anderem dank Einsparungen von 33 auf 111 Millionen Euro zu und fiel damit besser aus als von Analysten erwartet. Die entsprechende Marge belief sich damit auf 4,8 Prozent. 

    Konzernchef Andreas Nauen nannte die Ergebnisse des zweiten Quartals ermutigend. Er blieb jedoch vorsichtig – die Corona-Pandemie belaste weiter das Geschäft in einigen Märkten. Zudem gebe es Gegenwind durch die steigenden Rohstoffpreise. Wie alle Windradbauer hat auch Siemens Gamesa schon seit Längerem damit zu kämpfen, dass die Rohstoffkosten steigen, die Verkaufspreise für Windkraftanlagen hingegen nicht.

    Die Wachstumsstory der Erneuerbaren

    Die Aktie reagierte dementsprechend und sank zwischenzeitlich um knapp sieben Prozent. Langfristig dürften die Aussichten aber weiterhin positiv sein – allein durch den bevorstehenden Boom der Windkraft auf See.

    Das ist wiederum gut für den Mutterkonzern Siemens Energy. Schließlich will CEO Bruch den Kapitalmärkten zwei Storys verkaufen: Das Kraftwerksgeschäft ist weiter ein Restrukturierungsfall, Tausende Arbeitsplätze sollen gestrichen werden. Auf der anderen Seite sollen die Themen Windkraft, Wasserstoff und Wärmepumpen für Wachstumsfantasien sorgen.

    Dabei hofft der Konzern insbesondere auf gute Geschäfte in den USA. Unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden hat das Land eine Wende in der Klimapolitik vollzogen und setzt nun stark auf die erneuerbaren Energien. „Das ist die amerikanische Version der deutschen Energiewende“, sagte Siemens-Energy-Vorstand Tim Holt dem Handelsblatt. 

    Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser hatte das margenschwache Geschäft mit der Energietechnik im vergangenen Jahr als Siemens Energy abgespalten und an die Börse gebracht. Seit dem Börsenstart ist der Aktienkurs um etwa die Hälfte auf zuletzt 27,15 Euro gestiegen. Anfang März stieg das Unternehmen sogar in den Dax auf.

    Mehr: Siemens Healthineers hebt Prognose erneut an – Hohe Nachfrage nach Coronatests

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    1 Kommentar zu "Quartalszahlen: Erneuerbare werden für Siemens Energy zum Gewinnbringer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ohne den konventionellen kraftwerksservice würde es bei SIE-Energy duster aussehen, aber diese Sparte schrumpft von jahr zu jahr. Wird höchste zeit, dass das "Restgeschäft" profitabel wird, sonst sieht es düster aus.

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