Serie: Wasserstoff weltweit: Wasserstoff-Fähren und emissionsfreie Kreuzfahrtschiffe: Wird Norwegen zum Wasserstoff-Vorreiter?
Die norwegische Regierung will vor allem den Einsatz von Wasserstoff im Schiffs- und Schwerlastverkehr fördern.
Foto: HandelsblattStockholm. Es ist noch nicht lange her, da pilgerten deutsche Politiker nach Oslo, um sich kundig zu machen, warum jeder zweite Neuwagen in Norwegen ein Elektroauto ist. Norwegen ist wegen einer konsequenten Elektrostrategie und umfangreicher Subventionen zum Vorreiter für die Elektromobilität geworden. Ein Pionier will das skandinavische Land auch bei der Produktion von grünem Wasserstoff werden. Und möglicherweise werden sich bald erneut wieder Politiker auf den Weg in die norwegische Hauptstadt machen.
Im Juni vergangenen Jahres verabschiedete die Mitte-rechts-Regierung in Oslo ihre Wasserstoffstrategie. Damit war das Land zwar nicht in der Poleposition – Japan, Frankreich, Südkorea, Australien und die Niederlande hatten ihre Strategien für das flüchtige Gas bereits früher präsentiert –, doch in Oslo ist man zuversichtlich, dass man ganz schnell doch eine Führungsrolle bei der Produktion von emissionsfreiem Wasserstoff einnehmen kann.
Die Regierung will in den kommenden Jahren diverse Projekte zur Produktion von emissionsarmem oder emissionsfreiem Wasserstoff fördern. Wie Norwegens Öl- und Energieministerin Tina Bru bei der Präsentation der Strategie betonte, müsse Wasserstoff ohne oder nur mit sehr geringen Emissionen hergestellt werden. Das könne durch Elektrolyse oder unter Verwendung des aus dem im Land reichlich vorkommenden Erdgases mit CO2-Abspaltung geschehen.