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Softbank-Chef Son Mit diesen 8 Firmen will der reichste Mann Japans die Welt verändern

Masayoshi Son sieht KI als größte Revolution überhaupt. Deshalb investiert der Softbank-Chef in acht Firmen, um dabei zum Vorreiter zu werden – und Menschen glücklich zu machen.
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Der Softbank-Gründer hat eine Vision: Mit KI-Start-ups will er die Welt verändern. Quelle: Bloomberg
Masayoshi Son

Der Softbank-Gründer hat eine Vision: Mit KI-Start-ups will er die Welt verändern.

(Foto: Bloomberg)

TokioAuf seiner Hausmesse hält sich einer der größten Investoren Japans bewusst im Hintergrund. Masayoshi Son, Gründer des globalen Technikriesen Softbank, überlasst die Bühne der „Softbank World“ in dieser Woche lieber acht vielversprechenden Start-ups, in die sein 100 Milliarden US-Dollar schweren Softbank Vision Fund investiert haben. Er selbst ist dafür zuständig, aus diesen Ideen eine Vision zu erarbeiten.

Dabei sind die Protagonisten der „Softbank World“ bereits namhafte Unternehmer: Neben Jean Qing Liu, Präsidentin des größten chinesischen Mobilitätsdienstes Didi Chuxing, steht Daniel Amman, Präsident von General Motors, auf der Bühne in Tokio, um sich bei Softbank für ein Investment in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar zu bedanken. Damit haben die Japaner die Roboter-Sparte GM Cruise unterstützt.

Son steht währenddessen in seinem schwarzen Anzug an einem weißen Tisch am Bühnenrand. Ins Rampenlicht tritt er nur für Zwischenmoderation und die Zusammenfassung seiner Vision für Softbank und die Welt.

Die Rolle als Mentor der wichtigsten Start-ups der Welt liegt ihm. Son nennen seine Partner und Angestellte Son nur bei den ersten vier Buchstaben seines Vornamens „Masa“, der Name bedeutet so viel wie „gut“. Gut will „Masa“ aus Softbank nach eigenen Worten die bestimmende Firma im Zeitalter künstlicher Intelligenz, Vernetzung aller Dinge, Menschen und Robotern formen.

2017 hat er dafür mit dem Geld des saudischen Pensionsfonds und anderer Partner den Softbank Vision Fund gegründet. Mit dem Kapital kauft er sich nun Minderheitsbeteiligungen an Firmen, die in Sons Augen Schlüsseltechnologien für eine neue Epoche der Menschheit entwickeln. Seine Investitionsphilosophie ist dabei bestechend simpel: Er gibt sich nur mit den Besten zufrieden.

„Es geht nicht einfach um Firmen, die in künstlicher Intelligenz die Nummer eins sind“, sagt Son. Denn für ihn ist künstliche Intelligenz „die größte Revolution“. Sie werde alle Industrien auf der Welt grundlegend verändern.

Er will dabei nicht Befehlshaber sein, sondern Moderator, Mentor und Anstifter zu Kooperationen. Die Firmen der „Softbank-Familie“ aus verschiedenen Ländern und Wirtschaftszweigen sollen nach der Vision des 60-jährigen Japaners, gezielt zusammenzuarbeiten. So sollen sie Synergien schaffen und das gegenseitige Wachstum beschleunigen. Son weiß wie das geht: Er gilt als einer der am besten vernetzten Investoren in der Technologiewelt.

Stolz erzählt Son von den Erfolgsgeschichten unter den Investments: Die indische Bezahl-App Paytm habe sich innerhalb kürzester Zeit zur Bank mit dem landesweit größten Filialnetz entwickelt. Mehr als acht Millionen Läden würden die App mittlerweile als Bezahlmittel akzeptieren.

Nun könne die App mit einem weiteren Start-up aus dem Softbank-Reich zusammenarbeiten. Der chinesische Online-Versicherer Zhong An könne seine Produkte über Paytm anbieten. „Die Verbindung der zwei künstlichen Intelligenzen dürfte sehr innovative Dienste hervorbringen“, meinte Son.

Das große Finale der „Softbank World“ gehört ohnehin dem Chef persönlich. Über sieben Großbildschirme entwirft er seine Vision der Welt von morgen. Son fürchtet nicht, dass Maschinen intelligenter als Menschen werden. Für ihn ist diese Entwicklung unvermeidlich. Ihm geht es nach eigenem Bekunden auch nicht darum, mit künstlicher Intelligenz noch mehr Geld zu machen. Sein Schlusswort prangte auch auf der letzten Seite seiner Präsentation. „Die Informationsrevolution wird Menschen glücklicher machen“, sagte Son. „Das ist unsere Mission.“

1. Petuum will die Entwicklung von künstlicher Intelligenz revolutionieren

Als ersten Gastredner holt Masayoshi Son Eric Xing auf die Bühne, Chef des Start-ups Petuum. Der junge Spross der US-amerikanischen Carnegie-Mellon-Universität entwickelt eine Plattform, die die Entwicklung künstlicher Intelligenz radikal vereinfachen will. Bisher würden nur wenige Firmen die neue Technologie wirklich einsetzen, weil der Aufwand so groß sei, erklärte Xing. Und ein Grund für ihn ist, dass bisherige Anwendungen kommerziell kaum nutzbar sind.

„Selbst für große Unternehmen mit vielen Ressourcen kann es sehr hart sein“, so Xing. Dort setze Petuum an. „Wir wollen künstliche Intelligenz verfüg- und nutzbarer machen.“ Dazu versuche die Firma, Module vorzufertigen, die Firmen für verschiedene Anwendungen weitaus einfacher zusammenbauen könnten.

Diese Idee war Son eine Investition von 108 Millionen Dollar wert. Seine Schützlinge wollen ihm dieses Vertrauen nun durch rasche Expansion zurückzahlen. „Wir dehnen unser Geschäft bereits in andere Teile der Welt aus“, sagte Xing.

2. Didi Chuxing – Chinas Fahrdienst-App expandiert global, und nicht nur bei Autos

Ein Großteil des Geldes des Softbank Vision Fund fließt in die chinesische Fahrdienst-App Didi. Dort verortet Son die Zukunft der Mobilität. Um die Entwicklung nicht zu verpassen, hat er sich in alle regionalen Marktführer eingekauft, darunter den US-Konzern Uber und den südostasiatischen Riesen Grab.

So präsentierte Didi-Präsidentin Jean Qing Liu jüngst erste KI-Anwendungen im Transportwesen. Mit zehn Milliarden vermittelten Fahrten pro Jahr sei ihr Unternehmen bereits der größte Anbieter von Fahrdienstleistungen weltweit. Aber dies sei erst der Anfang. „Wir sehen noch ein riesiges Potenzial für Wachstum“, sagte Liu. In fünf Jahren könnte die Zahl der Fahrten sich auf 50 Milliarden verfünffachen. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist KI-Forschung.

Die Fahrdienst-App plant die Zahl der Fahrten in fünf Jahren auf 50 Milliarden zu verfünffachen. Quelle: Bloomberg
Didi-Chefin Jean Qing Liu

Die Fahrdienst-App plant die Zahl der Fahrten in fünf Jahren auf 50 Milliarden zu verfünffachen.

(Foto: Bloomberg)

Dies ermöglicht unter anderem neue Dienste und Produkte wie die Bewertung des Fahrverhaltens von Taxi-Fahrern. Deren Entlohnung könne dann je nach Aggressivität und Regeltreue variieren. Die Zahl von Unfällen mit Todesfällen sei im Didi-Fahrerpool massiv gesunken, versicherte Didis Chefin. Ein anderes Verkaufsargument unter Taxi-Firmen ist Didis Vorhersage künftiger Nachfrage.

So könne Didis System derzeit mit 85-prozentiger Genauigkeit vorhersagen, wie viele Taxen in 15 Minuten in einer bestimmten Region benötigt werden. Dieses System soll nun global vermarktet werden. Didi nutzte die Softbank World, um in Japan seinen Eintritt in den Markt für Taxi-Apps vorzustellen. Dazu hat Chinas Mobilitätskonzern ein Joint-Venture mit Softbank Japan gegründet. In den kommenden Monaten soll der Dienst in der Millionenmetropole Osaka getestet werden.

3. GM Cruise – Ein Traditionskonzern will Pionier bei Roboterautos werden

Auch ein Traditionskonzern profitiert von Sons Investitionen. Der Aktienkurs des US-Autobauers General Motors schoss in die Höhe, nachdem Ende Mai eine 2,2-Milliarden US-Dollar schwere Investition von Softbanks Vision Fund in GMs Roboterautosparte GM Cruise publik wurde. GM-Präsident Daniel Ammann erklärte in Tokio aus seiner Sicht, warum Son so spendabel war.

Intelligente Maschinen werden einen großen Einfluss auf die Autoindustrie haben und viele Geschäftszweige um das Auto herum verändern. Und dank der neuen Nähe von Software- und Auto-Entwicklung sah Ammann GM in einer sehr guten Ausgangslage im Wettrennen um die automobile Zukunft.

„Wir wissen, was im System vorgeht und können schnell Dinge verändern und Systeme verbessern.“ Zum Abschluss deutete er an, dass mit den Roboterautos GM seinen Rückzug von vielen Automärkten rückgängig gemacht werden könnte. „Wir sehen dies absolut als globale Gelegenheit“, sagte er.

4. Paytm will das Bezahlen in Indien – und dann darüber hinaus – neu erfinden

2010 gründete der Inder Vijay Shekhar Sharma seine Firma, um in Indien das bargeldlose Zahlen zu etablieren. 2015 investierte Softbanks bisher erfolgreichste Beteiligung, die chinesische Onlinehandelsplattform Alibaba, in das Unternehmen. 2017 folgte dann der Durchbruch für Paytm da.

Das Start-up gründete nicht nur seine eigene Bank. Es erhielt auch Geld von Softbank. Dadurch stieg der Marktwert auf zehn Milliarden Dollar an. Inzwischen hat das Unternehmen 350 Millionen Nutzer, die auch kleinste Beträge zu geringen Kosten transferieren können. Über acht Millionen Läden akzeptieren die Bezahlung per App. Doch stolz ist Sharm auf eine andere Leistung. „Innerhalb eines Jahres haben wir das größte Bank-Netz Indiens aufgebaut“, triumphiert der Gründer.

Doch er will mehr. „Wir glauben, dass die Reise hat gerade erst begonnen hat und nun auf ein neues Niveau gehoben werden muss.“ Zum Beispiel will er neue Dienste anbieten wie das direkte Abbuchen von medizinischen Kosten von Konten der Versicherer. Auch will er durch die Verfolgung elektronischer Zahlungen die Korruption eindämmen.

5. Zhong An Versicherungen – KI ersetzt menschliche Berater

Die Unvorhersehbarkeit der Zukunft ist das Kerngeschäft von Versicherungen. Bei künstlicher Intelligenz ginge es dagegen darum, die Zukunft besser vorhersagen zu können, erklärte der Chinese Wayne Xu auf der Bühne. „Wenn wir beide zusammenfügen, können wir eine chemische Reaktion erwarten.“ Das dachten sich auch die Gründer von Zhong An, einem chinesischen Onlineversicherer.

Das Ergebnis des Versuchs: Das Unternehmen konnte 2017 mit nur 2500 Angestellten fünf Milliarden Versicherungspolicen abschließen. Ermöglicht macht das die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Angestellten Programmierer sind, die mit KI das System und vor allem die Chatbots des Unternehmens kontinuierlich verbessern.

In einigen Bereichen wie Gesundheitsprodukten würden bereits mehr als 90 Prozent der Fälle durch Chatbots gelöst, so Xu. Nun will das Unternehmen im Ausland expandieren. Zuerst konzentriere man sich dank Softbanks Unterstützung auf Japan und weitere Länder in Asien, erklärte Xu.

6. Ping An Good Doctor – Arztbesuch nicht mehr nötig

Intelligenten Maschinen werden in China auch zur Lösung eines anderen Problems in der Gesundheitsvorsorge eingesetzt: dem Arztbesuch. In China würden täglich 20 Millionen Menschen selbst mit kleinen Zipperlein große Krankenhäuser besuchen, da 300.000 Hausärzte fehlten, erklärt Oliver Wang, Chef des Telemedizin-Anbieters Ping An Good Doctor.

Das Resultat sind lange Warte- und sehr kurze Behandlungszeiten. Auch eine Ausweitung des medizinischen Personals würde das Problem nicht lösen, sagt Wang. „Die Menschen wollen nicht einfach einen Doktor konsultieren, sondern einen guten Doktor.“ Ping An will diese Versorgungslücke nun durch die Kombination von qualifizierten Doktoren und künstlicher Intelligenz schließen.

1000 Mediziner habe das Unternehmen eingestellt, die Patienten nun online konsultieren würden. Die KI im Hintergrund hilft bei der Diagnose und schlägt Arzneien vor. Dadurch könnten Doktoren nicht mehr nur 100 Patienten pro Tag verarzten, sondern 500, sagte Wang.

Das Ziel ist, Wartezeiten auf null zu reduzieren und dennoch eine hohe Qualität zu gewährleisten. So werden die Mediziner nicht nach Masse, sondern Kundenzufriedenheit bewertet. Zusätzlich kann sein Unternehmen den Nutzern dank Maschinenintelligenz individuelle Gesundheitspläne vorschlagen – inklusive lokaler Partner.

7. Mapbox – Live-Karten verändern die Sicht auf die Welt

Mapbox bietet eine offene Plattform für die Erstellung von Karten in Echtzeit an. Firmen wie Facebook können sie für interne Karten und lokale Dienste und Vorschläge verwenden.

Das Start-up ermöglicht das Erstellen von Karten in Echtzeit. Quelle: Bloomberg
Mapbox

Das Start-up ermöglicht das Erstellen von Karten in Echtzeit.

(Foto: Bloomberg)

Die Idee ist aus der Not geboren. Gründer Eric Gundersen arbeitete in der Entwicklungshilfe. Dabei musste er sich vielerorts mit schlechten Landkarten herumschlagen. Deswegen entwickelte er mit anderen zusammen Instrumente, um gemeinsam in Echtzeit genaueres Material zu erzeugen.

Die Verbindung von Sons Vision mit der der Mapbox-Gründer sei „eine Super-Kraft“, die das Tempo künftiger Entwicklung beschleunigen könnte, sagte Gundersen in Tokio. Son sieht derweil in Mapbox eine Alternative zu Google Maps. Denn Mapbox sammelt nicht die Daten der Kunden. Son glaubt daher, dass das Unternehmen noch viele Neukunden gewinnen wird.

8. Cohesity will die Datenspeicherung vereinheitlichen

Mohit Aron entwickelte fünf Jahre an Googles Dateisystem mit. Nun hat er sich seiner eigenen Mission verschrieben: Er will die Datenspeicherung vereinfachen. Zum Vergleich zieht er das Smartphone heran. Es habe Mobiltelefone, Fotokameras, Videokameras, GPS-Kartenleser und Internetterminals in einem Gerät vereinigt. Diesen Trick will er nun in der Welt der Datenspeicherung wiederholen.

„Secondary Storage Consolidation“ nennt er diese Vereinheitlichung der Datenspeicherung. Son hält das Start-up für so wichtig, dass ein von Softbank geleitetes Konsortium 250 Millionen Dollar in Cohesity investierte. Denn, so sagte er am Donnerstag, in einer Welt der Daten wird das Datenmanagement immer wichtiger.

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1 Kommentar zu "Softbank-Chef Son: Mit diesen 8 Firmen will der reichste Mann Japans die Welt verändern"

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  • Kein deutsches Unternehmen weit und breit auf der Liste zukunftsfähiger Innovationsfirmen.
    Wir haben aber auch wichtige Dinge wie Ösil und so zu besprechen.....