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The Spark-Award Multi-Aufsichtsrätin Kux: „Preise sind ein guter Ansporn – das weiß ich aus Erfahrung “

Die Multi-Aufsichtsrätin hat bei „The Spark“ den Female Founder Award übergeben. Sie fordert mehr Gründerinnen – damit es künftig mehr Innovationen gibt.
21.11.2019 - 15:12 Uhr Kommentieren
Die Multi-Aufsichtsrätin hat den Female Founder Award überreicht. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Barbara Kux

Die Multi-Aufsichtsrätin hat den Female Founder Award überreicht.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Berlin Die Multi-Aufsichtsrätin Barbara Kux war bei der Verleihung von „The Spark“ Laudatorin für den Female Founders Preis. Ihn erhielt Robo-Wunderkind-Mitgründerin Anna Iarotska.

Frau Kux, was hat Sie bei „The Spark“ überrascht?
Die Vielfalt der Beiträge. Thema des Preises war ja in diesem Jahr die Interaktion Mensch-Maschine. Das ging vom Bau über Anlagen bis hin zur Produktion von modischen Brillen und weiter zu Entertainment und Medizintechnik. Überrascht hat mich allerdings auch, dass sich nur sehr wenige dieser Projekte im Kern mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Wir brauchen aber gerade dafür technologische Lösungen – auch aus diesem Themenbereich.

Wird uns das Thema des Preises, virtuelle Realitäten, noch länger beschäftigen?
Sicherlich. Augmented Reality und virtuelle Realität gehören zu den wichtigen sogenannten disruptiven Technologien – obwohl ich das Wort Disruption eigentlich nicht mag.

Wieso?
Es klingt so negativ. Es sind doch Techniken, die nicht in erster Linie etwas zerstören, sondern uns vielmehr neue Möglichkeiten bieten. Ein kleines Beispiel: Bei einer Boardsitzung haben wir kürzlich über eine Datenbrille in die Zukunft geschaut. So kann ein Vorstand seine Visionen viel anschaulicher an uns Mitglieder eines Aufsichtsrats herantragen.

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    Wie geht so ein Gremium mit dem technischen Wandel um?
    In vielen der Boards, bei denen ich Mitglied bin, haben wir gezielt ein Dutzend disruptive Technologiefelder darauf abklopfen lassen, wo sie jeweils Chancen und Risiken bringen. Das ist ganz unterschiedlich: In einer Branche wie Food mögen 3D, neue Materialen oder Robotik bisher kaum eine Rolle spielen. Plötzlich kann aber etwa 3D-Druck für Lebensmittel aufkommen. Ich habe dazu eine vielversprechende Anwendung gesehen.

    Wie unterscheiden Sie Spielerei von relevanten Technologien?
    Der Umgang mit Innovation sollte natürlich immer etwas Visionäres und Kreatives haben – aber im Boardroom brauchen Sie dann auch einen konkreten Businessplan und Umsatzerwartungen.

    Welche Rolle haben Start-ups für die Innovation von Konzernen?
    Heute ist Innovation komplexer denn je, nicht nur wegen der technologischen Umwälzung, sondern auch wegen der volatilen Schwellenmärkte und des flatterhafteren Kundenverhaltens. Große Innovationen kamen in solch einem Umfeld zuletzt etwa von Start-ups wie Airbnb, Teamviewer und Beyond Meat. Konzerne sollten den Kontakt zu solchen Start-ups suchen, ohne die Innovation im eigenen Haus zu vernachlässigen. Ab und zu muss auch mal ein Zukauf sein.

    Was können Unternehmen von Start-ups lernen?
    Visionen, Teamarbeit, Schnelligkeit, vielleicht auch den Mut zum Risiko. Die erfolgreichen Konzerne erreichen heute interne Innovationen in Teams mit klaren Zielen. Das Gros der Innovation kommt immer noch von den eigenen Mitarbeitern, die sich aber durchaus von externen Start-ups befruchten lassen – und mit ihnen in einem anspornenden Wettbewerb stehen.

    Können auch Gründer etwas von Großunternehmen lernen?
    Ja, sehr viel: vor allem Professionalität etwa bei Businessplänen, Risikoabschätzung, Finanzierung, Compliance, Nachhaltigkeit … Ein Vorteil der großen Firmen sind natürlich die Skaleneffekte: Sie verfügen über weltweite Distributionsnetze und Kunden und können daher Innovationen viel schneller in großem Maßstab ausrollen. Für Start-ups können daher Allianzen und Partnerschaften wichtig sein – auch um ihre neuen Ideen schnell zu testen. Denn sieben von zehn neuen Geschäftsmodellen funktionieren nicht.

    Gibt es die dafür notwendige Fehlerkultur in deutschen Konzernen?
    In Deutschland wird zu wenig darüber gesprochen, welche Fehler gemacht werden und was man daraus lernt. Das machen die Amerikaner besser.

    Neben den USA wird Asien zu einem großen Start-up-Spieler …
    Ich war gerade eine Woche in China. Da sieht man enorm viele Start-ups, die schnell neue Konzepte umsetzen. Denen kann ein größeres Unternehmen bei der Expansion nach Europa helfen – und sie so als Kunden gewinnen.

    „The Spark“ ist ja ein Preis für den ganzen deutschsprachigen Raum. Wie sehen Sie die Start-up-Szene in Ihrer Heimat Schweiz?
    In Zürich entstehen zum Beispiel dank der Hochschule ETH sehr viele technische Ideen. Kürzlich beim Digital Festival Zürich habe ich gemerkt, dass es eine enge Zusammenarbeit zwischen Start-ups in Zürich und Berlin gibt. Man kann das räumlich gar nicht mehr so trennen. In der Schweiz könnte die Finanzierung noch erleichtert und auch einige steuerliche Aspekte verbessert werden. Einige Start-ups sind deshalb sogar schon nach Berlin abgewandert.

    Erstmals wurde bei „The Spark“ ein Female Founder Award vergeben. Ist das sinnvoll?
    Ja, sehr sinnvoll. Von hundert Gründern sind heute nur acht Gründerinnen. Dabei brauchen wir mehr Fortschritt. Wenn die Frauen gleichziehen würden, könnten wir die Zahl der Innovationen fast verdoppeln. Dass Preise ein guter Ansporn sind, weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich habe selbst einige Preise erhalten dürfen. Das hat immer einen Motivationsschub für meine Teams und mich gebracht.

    Was könnte die Gender-Lücke in der Gründerszene schließen?
    Der Anteil der Studentinnen bei den technischen und naturwissenschaftlichen MINT-Studiengängen verharrt auf niedrigem Niveau. Studien zeigen, dass am Gymnasium die Mädchen in Naturwissenschaften nicht schlechter als die Jungen sind. Das kleine Problem ist nur: Sie sind in den Sprachen noch besser. Wir müssen jungen Frauen klarmachen, dass es bei der Studienwahl nicht allein darauf ankommt, wo ihre größten Stärken liegen, sondern auch, welche Zukunftsperspektiven es gibt und wo sich ein Beitrag leisten lässt für eine nachhaltigere Welt.

    Wie war das in Ihrer Schulzeit?
    Mich hat ein Stipendium für einen Schulaufenthalt in den USA geprägt. Dort lernt man Selbstbewusstsein nach dem Motto: Du kannst dein Leben selbst gestalten und hast keine Grenzen und Beschränkungen. Das vermitteln wir in Deutschland und der Schweiz den Mädchen zu wenig.

    Frau Kux, vielen Dank für das Interview.
    Die Fragen stellte Christoph Kapalschinski.

    Mehr: Blickfeld entwickelt günstige und robuste Lidar-Sensoren – zum Beispiel fürs autonome Fahren. Damit gewinnt es den Deutschen Digitalpreis The Spark.

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