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Zum The Spark - der deutsche Digitalpreis Special von Handelsblatt Online

The Spark Durchbruch für die virtuelle Realität – Die innovativsten Ideen des Digitalpreises The Spark

Neue Technologien ermöglichen es, neue Realitäten zu schaffen – das eröffnet Start-ups spannende und innovative Geschäftsmöglichkeiten.
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Der deutsche Digitalpreis 2019 wurde von Handelsblatt und McKinsey in Berlin verliehen. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
The Spark

Der deutsche Digitalpreis 2019 wurde von Handelsblatt und McKinsey in Berlin verliehen.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Berlin Wo ist das Regal mit den Gewürzen, und welche Weine sind gerade im Angebot? Geht es nach Alon Melchner, müssen Kunden im Supermarkt schon bald nicht mehr durch die Gänge irren. Stattdessen könnte ihnen zum Beispiel ein fliegender Drache mit Knopfaugen den Weg weisen.

Für diese verspielte Vision will der Unternehmer aus Israel die Ausrüstung liefern. Sein Start-up Mixed Place entwickelt Software für Datenbrillen, die die physikalische Umgebung mit digitalen Bildern ergänzt. Ob im Kaufhaus oder Klassenzimmer, im OP-Saal oder in der Fabrik: „Die Realität, in der wir leben, wird künftig komplett anders sein“, ist Melchner überzeugt.

Mit seiner optimistischen Rede setzte der Gründer am Donnerstag bei der Verleihung des Deutschen Digitalpreises The Spark von McKinsey und Handelsblatt den Ton. Bei der Ausschreibung war es um die Frage gegangen, wie Start-ups mit digitaler Technologie neue Realitäten erschaffen: „New Realities“ lautete daher das Thema des Abends, zu dem mehr als 500 Gäste in die Station Berlin kamen.

Nicht zuletzt ging es in dem Wettbewerb darum, das Image von Wirtschaftslenkern zu verbessern, die Verantwortung tragen und Mut beweisen, wie Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe sagte. Das Unternehmertum müsse „noch besser und noch positiver“ gesehen werden, betonte er.

Science-Fiction-Fans faszinieren sich schon lange für die „Matrix“ oder das Holodeck von Raumschiff Enterprise, aber im Massenmarkt setzte sich derartige Technologie zunächst nicht durch: Zu teuer und zu umständlich war sie. Das hat sich jedoch mit der exponentiellen Entwicklung der vergangenen Jahre geändert. Mittlerweile handle es sich um einen Markt mit einem „Wahnsinnswachstum“, sagte McKinsey-Partner Nico Mohr.

Hoffen auf Apple

Beispiel Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) – also Technologie, die Informationen ins Blickfeld einblendet oder virtuelle Welten erzeugt: Der Marktforscher IDC erwartet, dass der Umsatz in den nächsten Jahren um durchschnittlich knapp 80 Prozent wachsen und 2023 rund 160 Milliarden Dollar erreichen wird. Dazu tragen Konzerne wie Microsoft und Facebook mit Geräten wie Hololens und Oculus Rift bei, aber auch rund 800 Start-ups, die im Laufe der Zeit mehr als 6,5 Milliarden Dollar Risikokapital erhalten haben.

Bei dieser Entwicklung werde Apple eine große Rolle spielen, zeigte sich Unternehmer Melchner überzeugt. Der Konzern arbeitet Medienberichten zufolge an einer Brille, die die analoge und digitale Welt verschmelzen lässt. Wenn er sie in ein oder zwei Jahren herausbringe, „ist das wahrscheinlich wie ein neues iPhone“ – und verhilft womöglich einer Technologie, die vor allem in Unternehmen zum Einsatz kommt, auch bei Verbrauchern zum Durchbruch.

Auch ohne den iPhone-Konzern gibt es indes eine Vielfalt von technischen Möglichkeiten, wie die zehn Finalisten in ihren Präsentationen deutlich machten. Während Ubimax und Oculavis Lösungen anbieten, um Arbeitern mit Datenbrillen den Alltag zu erleichtern, will Holoride Autofahrten kurzweiliger machen: Passagiere versetzen sich mit einer Virtual-Reality-Brille in virtuelle Welten.

Einen anderen Blick auf die Realität ermöglicht Sieger Blickfeld: Das Münchener Start-up entwickelt Lidarsensoren, die fürs autonome Fahren eine wichtige Rolle spielen könnten – kompakt und bezahlbar, sobald die Massenproduktion beginnt. Eine datenschutzkonforme Version der Wirklichkeit wiederum ermöglicht der zweitplatzierte Brighter AI: Die Software des Unternehmens anonymisiert Videos, indem sie Gesichter mit Avataren ersetzt. Das erleichtert die Nutzung von Daten immens.

Kundschaft in der Industrie

Die gute Nachricht für die Gründer: Die Wirtschaft ist an solchen Lösungen interessiert. Umfragen zeigen, dass Technologien wie AR und VR immer häufiger in Geschäftsprozessen zum Einsatz kommen. Und Anwendungen wie das autonome Fahren und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz beschäftigen derzeit ganze Industrien.

Thyssen-Krupp zum Beispiel stattet bereits Wartungstechniker der Aufzugssparte mit Augmented-Reality-Brillen aus, die per Kamera ein Video in die Zentrale übertragen. Dort sitzen Spezialisten, die den Einsatz aus der Ferne unterstützen – etwa, indem sie den Außendienstlern wichtige Informationen ins Sichtfeld einblenden. „Das ist ein Instrument, das wir im Alltag nutzen“, sagte Reinhold Achatz, Technikchef der Thyssen-Krupp AG, bei der Preisverleihung.

Die Finalisten von „The Spark"
Nils Wollny, Chef von Holoride
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Autofahrten fühlen sich „nach verlorener Zeit an“, so der Mitgründer. Das Start-up will Fahrzeuge mit Virtual Reality zu rollenden Freizeitparks machen.

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André Passon, Mitgründer von Rimasys
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„Wir haben das Konzept Flugsimulator auf die Chirurgie übertragen“, sagte er über sein Trainingsmodul für Ärzte.

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Tom Orzikowski, Mitgründer von Eyecandylab
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Das Start-up will das „Wohnzimmer in einen interaktiven Raum verwandeln“: Die Lösung zeigt zusätzliche Inhalte auf dem Smartphone.

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Simon Heinen, Mitgründer von Bitstars
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Die Software Holobuilder sei wie „Street View für die eigene Baustelle“: Unternehmen können mit 360-Grad-Kameras digitale Abbilder schaffen.

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Hendrik Witt vom Drittplatzierten Ubimax
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„Oft vergessen wir den Werker im Blaumann bei der Digitalisierung.“ Ubimax bietet Datenbrillen für Lager- und Fabrikarbeiter an.

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Julia Miroshnikova von Userlane
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Sie hat eine Software entwickelt, die Menschen die Nutzung von Computerprogrammen live und Schritt für Schritt erklärt. „Die Kunden lieben es“, sagte sie.

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Marian Gläser, Gründer von Brighter AI (rechts)
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Der Zweitplatzierte von The Spark anonymisiert Videos von Überwachungskameras – „eine Technologie für jede Kamera der Welt“, hofft er.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

„Ich bin fest davon überzeugt, dass das immer mehr wird.“ Der Flugzeugbauer Airbus wiederum schult in der Sparte Defence and Space die Mitarbeiter mithilfe von Virtual Reality für schwierige Montageaufgaben – insbesondere wenn er neue Produkte einführt oder Mitarbeiter sich noch in der Lernphase befinden. „Es ist extrem hilfreich, wenn wir diese komplexen Abläufe unterstützen können“, erläuterte Christina Reuter, die einen Bereich leitet.

Bei allem Gründergeist war bei The Spark auch zu spüren, dass die Rahmenbedingungen für Start-ups in Deutschland nicht die besten sind. Die Politik unternimmt zu wenig, um die Finanzierungsbedingungen zu verbessern. „Europäische und deutsche Start-ups tun sich mit der Finanzierung nach der Series A schwer“, sagte Frederik Brantner, Chef des Vorjahressiegers Magazino. Wenn größere Summen nötig sind, fehlt es an Kapitalgebern.

Besonders schwer tun sich Frauen: Nur in acht Prozent aller Start-ups ist zumindest eine Gründerin dabei. „Wahrscheinlich liegt es daran, dass es nicht genügend Vorbilder gibt“, sagte Ina Karabasz, Leiterin des Bereichs Journalismus Live beim Handelsblatt. Dabei seien gemischte Teams erfolgreicher und kreativer.

Deswegen verliehen die Initiatoren in diesem Jahr erstmals den Female Founder Award. Ihn gewann Anna Iarotska mit ihrem Unternehmen Robo Wunderkind. „Wir versuchen, Kindern den Spaß am Programmieren beizubringen“, sagte die Ökonomin. Angesprochen sind gerade Mädchen. Sie sollen die digitale Realität der Zukunft mitgestalten.

Mehr: Blickfeld entwickelt günstige und robuste Lidar-Sensoren – zum Beispiel fürs autonome Fahren. Damit gewinnt es den Deutschen Digitalpreis The Spark.

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