Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Zum The Spark - der deutsche Digitalpreis Special von Handelsblatt Online

Trotz Coronakrise Tesla liefert deutlich mehr Fahrzeuge aus als erwartet – Aktie im Höhenflug

Die Auslieferungen bei Tesla sind im Jahresvergleich trotz der Coronakrise nur um etwa fünf Prozent zurückgegangen. Die Aktie reagiert direkt.
02.07.2020 Update: 02.07.2020 - 18:39 Uhr Kommentieren
Mit 80.050 Stück entfiel der Großteil der Auslieferungen auf Teslas günstigstes Fahrzeug Model 3 und das neue Kompakt-SUV Model Y. Quelle: Reuters
Tesla Model 3 und Model X

Mit 80.050 Stück entfiel der Großteil der Auslieferungen auf Teslas günstigstes Fahrzeug Model 3 und das neue Kompakt-SUV Model Y.

(Foto: Reuters)

Palo Alto, Frankfurt Der US-Elektroautobauer Tesla hat im zweiten Quartal trotz Belastungen durch die Coronakrise deutlich mehr Fahrzeuge ausgeliefert als erwartet. In den drei Monaten bis Ende Juni brachte Tesla weltweit 90.650 Autos an die Kundschaft, wie das Unternehmen am Donnerstag in Palo Alto mitteilte.

Damit wurden die Prognosen der Analysten bei Weitem übertroffen. Die Aktie notierte am Donnerstag 7,6 Prozent höher bei 1204 Dollar.

Mit 80.050 Stück entfiel der Großteil der Auslieferungen auf Teslas günstigstes Fahrzeug Model 3 und das neue Kompakt-SUV Model Y. Mit diesen Angeboten etabliert sich die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk zunehmend im Massenmarkt.

Model S und X, die älteren, größeren und deutlich teureren E-Autos von Tesla, entwickeln sich indes immer mehr zu Auslaufmodellen. Insgesamt stellte Tesla im Quartal rund 82.000 Fahrzeuge her, obwohl das Stammwerk im kalifornischen Fremont zeitweise pandemiebedingt schließen musste.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die starken Zahlen unterstreichen Teslas Erfolgsserie – obwohl die Coronakrise den Automarkt zuletzt stark ausbremste, gingen die Auslieferungen im Jahresvergleich lediglich um etwa fünf Prozent zurück. Damit schlug sich das Unternehmen wesentlich besser als die meisten anderen Hersteller.

    Am Vortag hatten viele Autobauer ihre Absatzzahlen für den US-Markt vorgelegt und starke Absatzrückgänge verzeichnet. Beim US-Branchenführer General Motors etwa sanken die Verkäufe um 34 Prozent, bei Fiat Chrysler sogar um 39 Prozent.

    Der japanische Branchenriese Toyota, den Tesla jüngst als weltweit wertvollster Autobauer an der Börse überholte, verbuchte ein Minus von 35 Prozent. Dennoch lieferte Toyota im jüngsten Quartal mit 398.029 Neuwagen allein in den USA mehr Autos aus als Tesla im gesamten vergangenen Jahr weltweit.

    Dass Tesla trotz viel geringerer Volumen höher am Finanzmarkt im Kurs steht als die etablierte Konkurrenz, zeigt, dass Anleger auf E-Mobilität setzen und dem Senkrechtstarter aus der Tech-Hochburg Silicon Valley stärkeres Wachstum zutrauen.

    Nach starken Kursanstiegen ist Tesla auch der Autobauer mit dem höchsten Börsenwert weltweit. Die Marktkapitalisierung des US-Elektroautoherstellers erreichte am Mittwoch zeitweise fast 210 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verbuchte Tesla im Geschäftsjahr 2019 bei Umsätzen von 24,6 Milliarden Dollar allerdings einen Verlust in Höhe von 862 Millionen Dollar.

    Technologische Marktführerschaft

    Der bisherige Spitzenreiter an der Börse, Toyota, arbeitet profitabel, kommt aber laut Bloomberg-Berechnungen nur auf eine Marktkapitalisierung von 202 Milliarden Dollar. Das ist aber immer noch mehr als die vier Autowerte aus dem Dax – die Hersteller BMW, Daimler, Volkswagen und der Zulieferer Continental – auf die Waage kriegen. Zusammen beträgt deren Börsenwert gut 162 Milliarden Euro (182 Milliarden Dollar).

    Die größten Chancen sehen Anleger offenbar bei Tesla. Der Aktienkurs hat sich seit dem Einbruch im März auf bis zu 350 Dollar inzwischen wieder mehr als verdreifacht. Doch auch die deutschen Autoaktien haben seit dem Ausbruch der Coronakrise wieder kräftig zugelegt. Keine einfache Situation für Anleger, zumal die Erwartungen der Analysten an die Firmengewinne wenig rosig sind.

    Commerzbank-Aktienstratege Andreas Hürkamp erwartet, dass die weltweiten Autoverkäufe nach einer Erholung im Sommer im zweiten Halbjahr schwach bleiben. Seinen Berechnungen zufolge stehen BMW, Continental, Daimler und Volkswagen zwar für 44 Prozent der für das Gesamtjahr erwarteten Umsätze der Dax-Konzerne. Auf den Autosektor entfallen aber nur elf Prozent der erwarteten Gewinne. Im Vorjahr erzielten die vier Unternehmen noch 48 Prozent der Umsätze und 27 Prozent der Gewinne aller Dax-Unternehmen.

    Im Schnitt rechnen die Analysten für die Autowerte im Dax in diesem Jahr mit einem Nettogewinn von insgesamt sieben Milliarden Euro und gut 20 Milliarden im nächsten Jahr. Der aktuelle Börsenwert läge somit etwa beim Achtfachen der für 2021 erwarteten Gewinne. Im Vergleich zu anderen Dax-Firmen klingt das zwar günstig. Die niedrigeren Bewertungen des Autosektors liegen aber auch daran, dass die Branche den Wandel bei den Antriebstechnologien bewältigen muss.

    In einer Branchenstudie schreibt UBS-Analyst Patrick Hummel über den Hersteller BMW, dass nach der jüngst kräftigen Kurserholung nun wieder verstärkt die strukturellen Herausforderungen in den Fokus rücken dürften. Dabei verweist er auf den zögerlichen Übergang hin zu E-Fahrzeugen und autonomem Fahren. Für Daimler sehe er wegen der unzureichenden Produktion an Elektroautos sogar das Risiko einer kleineren Geldbuße. Deutliches Potenzial sieht er für die VW-Aktie.

    Laut LBBW-Experte Gerhard Wolf wird die Corona-Pandemie die Megatrends in der Automobilindustrie, im Klimabereich und in der Digitalisierung beschleunigen. Da internationale Technologieunternehmen einen großen Vorsprung im Softwarebereich hätten, bleibe deutschen Firmen nichts anderes übrig, als über Kooperationen den Anschluss zu halten: „Anleger sollten ihr Universum daher branchenweit und international breit streuen.

    Dabei gerät auch Tesla in den Blick. UBS-Analyst Hummel hält die Bewertung zwar schon für sehr ambitioniert. Die technologische Marktführerschaft sei aber unbestritten.

    Mehr: Absatz von GM bricht in den USA um mehr als ein Drittel ein

    • dpa
    • sus
    Startseite
    Mehr zu: Trotz Coronakrise - Tesla liefert deutlich mehr Fahrzeuge aus als erwartet – Aktie im Höhenflug
    0 Kommentare zu "Trotz Coronakrise: Tesla liefert deutlich mehr Fahrzeuge aus als erwartet – Aktie im Höhenflug"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%