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Volkswagen VW will die Software-Probleme rasch lösen – ID.3 kommt im Spätsommer

Wegen Software-Problemen hatte VW lange Zeit keinen Zeitpunkt für den Verkaufsstart des ID.3 genannt. Nun soll das Elektroauto im September ausgeliefert werden.
10.06.2020 Update: 10.06.2020 - 16:42 Uhr 3 Kommentare
Der ID.3 läuft schon vom Band, nur bei der Software hakt es noch. Quelle: Reuters
Produktion in Zwickau

Der ID.3 läuft schon vom Band, nur bei der Software hakt es noch.

(Foto: Reuters)

Wolfsburg Ralf Brandstätter mag nicht so gern über seine neue Funktion sprechen. Erst am Montag hatte ihn der Volkswagen-Aufsichtsrat zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Marke VW berufen. „Ich freue mich über dieses Vertrauen“, ist das Einzige, was er dazu sagen will.

Viel wichtiger sind ihm die Autos um ihn herum, die Volkswagen-Ingenieure auf dem Testgelände am Wolfsburger Stammwerk abgestellt hatten. „Das ist eine viel wichtigere Botschaft: Nehmen Sie das Positive von diesem Auto mit“, betont der neue VW-Markenchef.

Brandstätter meint das knappe Dutzend Elektroautos vom neuen Typ ID.3, das Volkswagen erstmals am Mittwoch in der Öffentlichkeit präsentiert hat. Nach monatelangen internen Querelen um Softwareprobleme und andere Ausstattungsmängel soll es nun tatsächlich so weit sein: Der Volkswagen-Konzern beginnt in diesem Sommer mit dem Verkauf des neuen ID.3. Das Elektroauto im Golf-Format soll in Wolfsburg die Wende zum E-Zeitalter einläuten. Volkswagen will in den nächsten fünf Jahren zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos aufsteigen.

Am Montag hat der VW-Vorstand beschlossen, dass die Auslieferung des neuen Elektromodells beginnen kann. Anfang September werden die ersten Kunden demnach ihre Autos in den meisten europäischen Ländern in Empfang nehmen.

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    Rund 35.000 Vorbestellungen liegen nach VW-Angaben in Wolfsburg vor. Diese Kunden werden zum Verkaufsstart eine Sonderauflage des neuen Elektromodells bekommen, die sogenannte „First Edition“. In der nächsten Woche kann der neue ID.3 verbindlich bei den Händlern geordert werden, um aus den Vorbestellungen echte Bestellungen zu machen.

    Vor allem die aufwendigere neue Software hatte den Entwicklern von Volkswagen immer wieder Probleme bereitet. Lange Zeit sprachen VW-Verantwortliche immer nur davon, dass das Auto „im Sommer“ verkauft werden solle. Auf einen genauen Starttermin wollte sich bislang in Wolfsburg niemand festlegen. Mit Anfang September hält Volkswagen seine angekündigte Vorgabe nun doch ein, rückt allerdings ziemlich ans Ende des vorgegebenen Zeitraums.

    Die kompliziertere Software des ID.3, mit der Volkswagen einen Paradigmenwechsel einleiten will, um zu einem veritablen Anbieter von Fahrzeugsoftware aufzusteigen, bereitet den Wolfsburgern bis zum Schluss Probleme. So funktioniert die Spracherkennung im neuen Elektroauto immer noch nicht zu 100 Prozent. VW-Elektrovorstand Thomas Ulbrich ist sicher, dass die letzten Hürden in 14-tägigen „Korrekturschleifen“ rechtzeitig behoben werden. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagt er.

    Elektrovorstand wehrt sich gegen Kritik

    Wer seinen neuen ID.3 Anfang September beim Händler abholen möchte, muss sich allerdings auf einige Einschränkungen einstellen. Zwei digitale Funktionen wird Volkswagen nicht mehr rechtzeitig bis zum Verkaufsstart fertig bekommen. So funktioniert die „Augmented Reality“-Einheit für die Windschutzscheibe noch nicht. Damit können wichtige Daten des Navigationssystems für den Fahrer in plastischer Ansicht in die Frontscheibe gespiegelt werden. Außerdem arbeitet der VW-App-Store („App.Connect“) im ID.3 noch nicht.

    „Wir haben nur zwei von 256 angekündigten Funktionen nicht rechtzeitig geschafft“, rechtfertigt sich Elektrovorstand Thomas Ulbrich. Volkswagen könne den überwiegenden Teil seiner angekündigten Versprechen aber erfüllen. Von anhaltenden und gravierenden Softwareproblemen könne deshalb keine Rede sein.

    Brandstätter ersetzt Diess als Chef der VW-Kernmarke

    Außerdem spiele die Coronakrise eine maßgebliche Rolle bei den Verzögerungen. Beim Navigationssystem arbeitet Volkswagen mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern LG zusammen. Nach dem Ausbruch der Pandemie hatte LG seine Entwicklerteams aus Wolfsburg abberufen und zurück nach Korea geholt.

    VW- und LG-Entwickler konnten sich danach nur noch per Videokonferenz austauschen und nicht mehr unmittelbar am Auto arbeiten. Bei „App.Connect“ habe am Ende schlichtweg die Zeit gefehlt, die Apps rechtzeitig durch den Genehmigungsprozess von Apple und Google zu bekommen, so Ulbrich weiter.

    Tesla wird zum Vorbild

    Neue Anbieter wie der US-Hersteller Tesla haben mit der Software etwas weniger Probleme als traditionelle Autokonzerne. „Tesla ist meistens vorn“, sagt Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach. Tesla habe das Auto rundum neu erdacht, zentrale Softwarefunktionen hätten bei der Entwicklung der Fahrzeuge von Anfang an größere Bedeutung bekommen. Doch Anbieter wie Volkswagen hätten auch gute Aussichten, den Vorsprung von Tesla aufzuholen. VW sei auf dem richtigen Weg.

    Volkswagen will die beiden fehlenden Funktionen nach dem Verkaufsstart im September nachliefern. Bis zum Jahresende sollen die Computerprogramme fertig geschrieben sein. ID-Kunden müssen dann noch einmal in die Werkstatt fahren, um sich die neue Software aufspielen zu lassen. Danach sollen auch Software-Updates („over the air“) wie etwa bei Smartphones möglich sein.

    Wer sein neues Elektroauto nicht sofort im September braucht, der kann mit der Auslieferung bis Ende des Jahres warten. Volkswagen verspricht, dann ein fertiges Auto mit allen Funktionen zu liefern.

    Diese Variante koste unter 46.000 Euro, teilte VW mit. Die Angebote gelten nur für die registrierten Frühbucher der „First Edition“. Erst wenn die Großserie anläuft, soll der ID.3 für unter 30.000 Euro zu haben sein. Die höheren Preise zu Anfang begründet VW mit größeren Batterien.

    Käufer profitieren von der jüngst auf bis zu 9000 Euro erhöhten Elektroprämie, von der der Staat zwei Drittel trägt. Während die Kaufprämie bis Ende kommenden Jahres gilt ist, soll die im Konjunkturpaket ebenfalls beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer bereits Ende 2020 auslaufen.

    Größere Reichweite, weniger Fahrgäste

    Doch nicht nur die Software führt zu der einen oder anderen Unzulänglichkeit beim ID.3, auf die sich die Kunden einstellen müssen. Das Auto wird mit drei unterschiedlichen Batteriegrößen angeboten: mit 300, 400 oder 500 Kilometer Reichweite. Beim Modell mit der größten Batterie und der längsten Reichweite von 500 Kilometern können auf der Rückbank nur zwei Passagiere Platz nehmen.

    Grafik

    „Die zulässigen Gewichtsgrenzen dürfen nicht überschritten werden“, erläutert Silke Bagschik, die für das Marketing der neuen Elektrobaureihe verantwortlich ist. Die Variante mit 500 Kilometer Reichweite sei ursprünglich gar nicht geplant gewesen, weil die Entwickler zunächst angenommen hatten, die größere Batterie passe nicht in das Auto hinein. Bei einer Weiterentwicklung des größten ID.3 werde es zu Gewichtsreduzierungen kommen, die auch einen fünften Passagier erlaubten. Kunden würden über das kleinere Sitzplatzangebot informiert.

    Keine Abstriche wird es nach VW-Angaben bei der Kohlendioxid-Compliance geben. „Die Compliance ist machbar“, betont Thomas Ulbrich. Volkswagen werde in diesem Jahr ausreichend ID-Fahrzeuge produzieren, um die verschärften Klimavorgaben der EU zu erfüllen. Die Werte von Elektroautos können mit denen konventioneller Verbrennermodelle verrechnet werden. E-Fahrzeuge drücken die Durchschnittswerte eines Herstellers wie Volkswagen entscheidend. Sie gelten als Null-Emissions-Fahrzeuge.

    Volkswagen sagt nicht, wie viele Exemplare der neuen ID-Modelle in diesem Jahr produziert werden. Ursprünglich waren einmal 100.000 Stück geplant, die im VW-Werk in Zwickau von den Bändern laufen sollten. Wegen der Coronakrise wird der Konzern allerdings die geplanten 100.000 Autos nicht mehr schaffen können. VW wird wegen der Pandemie allerdings auch weniger Benziner und Diesel verkaufen. Gehen die Absatzzahlen aller Antriebsarten im gleichen Ausmaß zurück, bleibt die Kohlendioxid-Compliance gewahrt.

    Mehr: VW-Chef Diess verliert den Rückhalt

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    3 Kommentare zu "Volkswagen: VW will die Software-Probleme rasch lösen – ID.3 kommt im Spätsommer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich freue mich schon auf meinen ID3First. Nächste Woche ist Termin beim Händler

    • Ich finde den ID.3 VW-typisch zu teuer und ehrlich gesagt würde ich mir auch für weit weniger Geld dieses "Image" nicht ans Bein nageln.

    • ... und in welchem Jahr? ...

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