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Wissenschaft Neues Forschungsbündnis soll künstliche Intelligenz in Europa voranbringen

Europa hängt beim Thema künstliche Intelligenz den USA und China hinterher. Das Forschungsbündnis „Claire“ soll nun Abhilfe schaffen.
Update: 18.06.2018 - 10:00 Uhr 1 Kommentar

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DüsseldorfEuropäische Forscher fürchten, beim Thema künstliche Intelligenz (KI) mit der Konkurrenz aus China und aus den USA nicht mehr mithalten zu können. Nun haben sich 600 führende KI-Experten aus Europa zusammengeschlossen, um einen Forschungsverbund auf den Weg zu bringen.

In einem gemeinsamen Appell rufen sie zur Gründung eines gemeinsamen Forschungsverbundes auf, dem sie die den Namen Claire gegeben haben. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) über die Initiative berichtet.

Das Bündnis Claire (Confederation of Laboratories for Artificial Intelligence in Europe) – soll dabei helfen, Europa zu einem konkurrenzfähigen Forschungsstandort für KI-Technologien zu machen. „Europas Investitionen in Talente, Forschung, Technologie und Innovation liegen weit hinter denen der Wettbewerber zurück“, bemängeln die Forscher in ihrem Aufruf. Europa müsse „eine wichtige Rolle darin spielen, wie künstliche Intelligenz die Welt verändert“ und davon profitieren. Auf einer eigenen Webseite werben die Initiatoren zur Unterstützung ihrer Initiative.

Claire soll aus zwei Zweigen bestehen: einem Netzwerk aus Forschungseinrichtungen und einem „Hub“, an dem Wissenschaftler vorübergehend forschen sollen. Als Vorbild dafür nennen die Claire-Unterstützer das Leibniz-Zentrum für Informatik auf Schloss Dagstuhl im saarländischen Wadern und das Kernphysiklabor Cern in Genf. „Unsere Vision von Claire ist in Teilen inspiriert vom extrem erfolgreichen Modell von Cern“, heißt es in dem Aufruf.

Die Forschung dort basiere auf verteilten und gemeinsamen Bemühungen von Physiklaboren in ganz Europa. In manchen Punkten werde sich Claire aber von Cern unterscheiden. So gebe es weniger Bedarf einer einzigen Experimentiereinrichtung, zudem soll enger mit der Industrie zusammengearbeitet werden, um neue Forschungsergebnisse „schnell und effizient“ zu übertragen.

Der Gedanke, dass die künstliche Intelligenz im Netzwerk erforscht werden soll, setzt sich auch in Berlin immer mehr durch. Die Bundesregierung will dabei ebenfalls mehr Fokus auf den Transfer der Ergebnisse in die Praxis von Unternehmen legen. Derzeit arbeitet sie an einem „Masterplan künstliche Intelligenz“, der bis Herbst fertig gestellt werden soll.

Claire ist nicht die einzige Forschungsinitiative, die Europa zu einem KI-Standort machen möchte. Daneben gibt es den Wissenschaftspakt Ellis (European Lab for Learning & Intelligent Systems), das sich auf das maschinelle Lernen spezialisiert und damit auf ein Teilgebiet der KI-Forschung.

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1 Kommentar zu "Wissenschaft: Neues Forschungsbündnis soll künstliche Intelligenz in Europa voranbringen"

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  • Fein!

    Als Testfeld könnte man den deutschen Politikbetrieb wählen, denn:

    - dort gibt es keine (auch nicht-künstliche) Intellegenz

    - die KI kann nicht mehr zerstören, als analoge Politiker in diesem Land zunichte machen

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