Apps gegen Krankenstand Digitale Helfer gegen den Stress

Hat die Stimme einen nervösen Unterton? Ist der Puls unregelmäßig, der Schlaf unruhig? Digitale Helfer, wie Apps oder Software, analysieren Verhalten und Körperfunktionen von Mitarbeitern, um Stress früh zu erkennen.
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Spezielle Apps können erkennen, ob ein Mitarbeiter gestresst ist. Quelle: Reuters
Mann mit Smartphone

Spezielle Apps können erkennen, ob ein Mitarbeiter gestresst ist.

(Foto: Reuters)

KölnMitarbeiter der Glasmanufaktur Saint-Gobain-Sekurit in Herzogenrath bei Aachen sind gehalten, so zu reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ihr Arbeitgeber fordert sie auf, ein etwa zehnminütiges Gespräch mit einem Sprachcomputer zu führen. Die Mitarbeiter beantworten in automatisierten und anonymen Interviews alltägliche Fragen, um so eine möglichst authentische Sprachprobe zu liefern. Aufbau und Art der Antworten dienen der Software Precire als Grundlage für eine wissenschaftlich fundierte Aussage darüber, wie gestresst der Mitarbeiter gerade ist.

„Noch sprechen wir von einer Momentaufnahme“, sagt Sabine Winterstein, bei der Krankenkasse DAK-Gesundheit verantwortlich für betriebliches Gesundheitsmanagement. Zusammen mit Saint-Gobain-Sekurit testet die Kasse den Einsatz der sprachpsychologischen Anwendung zur Stresserkennung. Knapp hundert Mitarbeiter haben bereits mitgemacht. Das Ziel: Stress früher erkennen, um Beschäftigte vor folgenschweren Langzeitbelastungen zu bewahren. Die Technik sei bereits ausgereift, sagt Winterstein.

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Umrisse erkennen:
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Blinde können mit einem Computerchip (73.000 Euro ohne Operation), der in die Netzhaut implantiert wird, wieder sehen. Eine Kamerabrille überträgt Bilder zum Chip, der das Signal an den Sehnerv weiterleitet. Der Akku am Gürtel liefert den Strom.

Berührungslos greifen:
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Ein Chip erfasst Nervenreize. Denkt ein Proband „Greifen“, kann er eine Prothese fernsteuern.

Magnetismus spüren:
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Werden kleine Magnete unter die Haut der Fingerkuppen implantiert (200 Euro), können Menschen elektromagnetische Felder wahrnehmen.

Besser hören:
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Ein Mikrochip im Innenohr (38.000 Euro) lässt Taube wieder hören.

Stimmung steuern:
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Hirnschrittmacher (ab 31.000 Euro) senden elektrische Impulse ins Gehirn, um epileptische Anfälle, das Zittern von Parkinson-Kranken und Depressionen zu heilen.

Lähmung überwinden:
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Mit einer vollelektronischen Orthese (60.000 Euro) können Menschen gelähmte Gliedmaßen wieder benutzen.

Natürlich gehen:
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Mikroelektronik in modernen Prothesen wie der des deutschen Athleten Markus Rehm (30.000 bis 40.000 Euro) kontrolliert und steuert innerhalb von Millisekunden die Position des Kunstbeins beim Gehen, Rennen oder Treppensteigen.

Ob wegen Stress, drohendem Burn-out oder Depression: Zunehmend versuchen Unternehmen, stressbedingten Arbeitsausfall der eigenen Mitarbeiter zu vermeiden. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gehen der deutschen Volkswirtschaft infolge psychischer Erkrankungen pro Jahr mehr als zehn Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren. Die Zahl der Ausfalltage aufgrund psychischer Erkrankungen stieg von 33,6 Millionen im Jahr 2001 auf aktuell rund 61,5 Millionen.

Der Markt reagiert mit ersten digitalen Helfern, die Stresssymptome erkennen und Verhaltenstipps geben. Ob sie sich in Unternehmen bewähren werden, ist noch offen: „Die wenigen Anwendungen sind noch nicht lange genug im Einsatz, um sie zu bewerten“, sagt Stephan Weiler, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin.

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