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Christian Henschel, Paul Müller Berliner Start-up Adjust sammelt mehr als 200 Millionen Euro ein

Die Firma Adjust ist auf die Analyse von Smartphone-Nutzerdaten spezialisiert. Jetzt hat sie eine der größten Finanzierungsrunden Europas gestemmt.
Update: 12.06.2019 - 16:20 Uhr Kommentieren
Die Gründer von Adjust haben die Firma 2012 in Berlin gegründet. Quelle: Adjust
Christian Henschel und Paul H. Müller

Die Gründer von Adjust haben die Firma 2012 in Berlin gegründet.

(Foto: Adjust)

HamburgWerbung auf dem Smartphone ist das große digitale Wachstumsfeld. Insofern haben Christian Henschel und Paul Müller viel richtig gemacht, als sie 2012 ihre Firma Adjust in Berlin auf genau dieses Feld ausrichteten. Die zweite passende Entscheidung: Sie wetteifern nicht mit den großen Werbevermarktern und Internetkonzernen, sondern arbeiten an der Technik für Werbung auf den Mobilgeräten.

Adjust analysiert mit seiner Software Nutzerdaten und verhindert Betrug mit Werbung in Apps. Künftig könnte sich das Berliner Unternehmen in dem Bereich weltweit etablieren. 200 Millionen Euro haben die beiden Gründer nämlich jetzt bei Investoren eingesammelt. Es ist eine der größten Runden für ein europäisches Web-Start-up.

Das Geld soll nun nicht nur für noch bessere Technik sorgen, sondern auch die Expansion etwa nach Asien ermöglichen – auch durch Zukäufe, wie Christian Henschel der Agentur Reuters sagte. Schon jetzt stammt ein Drittel der Umsätze aus China und Südostasien.

Adjust profitiert davon, dass das Unternehmen früh Kooperationen mit anderen Dienstleistern aus dem Bereich eingegangen ist. Zudem hat die Firma bereits in den vergangenen Jahren Konkurrenten übernommen, etwa die Datensammelplattform Acquired.io und die Cybersicherheits-Gründung Unbotify.

„Bereits drei Jahre nach der Gründung war Adjust profitabel und ist gleichzeitig global außerordentlich schnell gewachsen“, lobte Yann du Rusquec vom Investor Eurazeo Growth. „Adjust ist bestens positioniert, um seine Produkte und Präsenz im Jahr 2019 und darüber hinaus weiter auszubauen und seine Position als einer der weltweit erfolgreichsten Technologie-Champions aus Europa zu festigen.“

Weitere Investoren sind Highland Europe, Morgan Stanley und Sofina. 350 Menschen arbeiten weltweit für das Softwareunternehmen, das bislang mit 20 Millionen Dollar Risikokapital auskommen musste – und trotzdem Kunden wie NBC, Tencent und P&G nennen kann.

Mehr: Der Staat gibt Start-ups Geld in der kritischen Wachstumsphase. Das ist hilfreich, löst aber nicht deren Problem, kommentiert Handelsblatt-Autorin Dana Heide.

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