Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Data & Analytics

Datenschutz Smartphones, E-Mails, Sprachassistenten – So bekommen Sie Ihre Daten unter Kontrolle

Smartphone, Mailing, soziale Medien und Sprachassistenten. Bei vielen Digitalprodukten lässt sich die Privatsphäre schützen. Man muss nur wissen, wie.
Kommentieren
Der Chaos Computer Club nennt das Mobiltelefon auch Ortungswanze. Quelle: Mario Wagner
Smartphone

Der Chaos Computer Club nennt das Mobiltelefon auch Ortungswanze.

(Foto: Mario Wagner)

Düsseldorf Die Haustür abschließen, bei vertraulichen Gesprächen die Stimme senken, am Urinal Abstand halten: Das, so zeigt es ein Werbespot von Apple, ist für die meisten Menschen selbstverständlich. „Wenn Privatsphäre in deinem Leben eine Rolle spielt“, folgert der Konzern, „sollte sie auch eine Rolle auf dem Telefon spielen, auf dem dein Leben ist.“

Diese wohlüberlegte Werbebotschaft zeigt: Es gibt ein Bewusstsein dafür, dass auf den Smartphones Unmengen privater Daten gespeichert sind – und dass zahlreiche Akteure sich gern darauf Zugriff verschaffen würden, von App-Entwicklern bis zu Geheimdiensten. Der Chaos Computer Club bezeichnete das Mobiltelefon einmal als Ortungswanze.

Apple nutzt das Datenschutz-Versprechen zur Vermarktung seiner teuren Hardware. Tatsächlich sammelt der Elektronikhersteller vergleichsweise wenig Informationen: Das Kartenprogramm speichert nicht den Verlauf der Routen, die Bilderkennung in der Fotosammlung erfolgt direkt auf dem Gerät und nicht in der Cloud, im Browser wird das Tracking standardmäßig blockiert.

Allerdings lohnt auch für iPhone-Nutzer ein Blick in die Einstellungen. So schaltet Apple im App Store und in der Nachrichten-App Werbung, die auf die Person und den Standort zugeschnitten ist. Diese lässt sich unter „Datenschutz/Werbung“ ausschalten.

Google hegt mit seinem Smartphone-Betriebssystem Android ein anderes Kalkül als Apple: Gerätehersteller können es kostenlos nutzen, müssen aber mehrere Google-Dienste prominent platzieren, wenn sie den Play Store mit Apps und Musik nutzen wollen – was vielfach ohne Alternative ist.

Die Android-Smartphones übertragen daher in den Standardeinstellungen viele Daten an den Konzern. Wie viele, zeigt eine Studie der Universität Vanderbilt in den USA: Demnach senden die Geräte regelmäßig den Aufenthaltsort und die Aktivitäten des Nutzers ins Rechenzentrum. „Am Ende des Tages identifizierte Google die Nutzerinteressen mit bemerkenswerter Genauigkeit“, lautete das Fazit der Forscher.

Die Nutzung lässt sich aber einschränken. So gibt es in den Einstellungen den Menüpunkt „Google“, wo Anwender einen Überblick über die gespeicherten Informationen bekommen und – etwa für Suche, Sprachassistent und Kartendienst – die Verwendung bestimmter Angaben stoppen können.

Zudem gibt es zu vielen Apps von Google Alternativen: Threema etwa ist ein verschlüsselter Messenger, Osmand ein freier Karten- und Navigationsdienst, F-Droid ein alternativer App Store, in dem es ausschließlich Open-Source-Anwendungen gibt. Android lässt sich also auch ohne die Angebote von Google nutzen, wenn auch mit Einschränkungen.

Eine Gefahr für die Privatsphäre sind – unabhängig vom Betriebssystem – viele Apps: Sie greifen Adressbücher ab, verfolgen den Standortverlauf oder zeichnen die Aktivitäten auf dem Bildschirm auf. Trotz Sicherheitsprüfungen durch Apple und Google kommt es immer wieder zu solchen Fällen.

Diese Praktiken lassen sich teilweise stoppen: Mit iOS und neuen Versionen von Android können Nutzer selbst entscheiden, ob sie beispielsweise Zugriff auf die Kamera oder Ortungsdienste gewähren wollen. Ohne diesen Zugriff funktionieren allerdings nicht alle Apps. Anwendungen mit Spracherkennung benötigen beispielsweise das Mikrofon und eine Internetverbindung.

Viele dubiose Aktivitäten von Apps lassen sich allerdings nicht nachvollziehen, zum Beispiel, wenn der Entwickler eines Menstruationskalenders die Daten an Facebook weitergibt. (Facebook erklärt, diese jüngst bekannt gewordene Praxis nicht zu tolerieren.) So banal es klingt: Nutzer müssen urteilen, ob sie dem Entwickler einer App vertrauen wollen. Das kann ihnen auch Apple nicht abnehmen.

Free Mail – Durchleuchtete Nachrichten
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Datenschutz - Smartphones, E-Mails, Sprachassistenten – So bekommen Sie Ihre Daten unter Kontrolle

0 Kommentare zu "Datenschutz: Smartphones, E-Mails, Sprachassistenten – So bekommen Sie Ihre Daten unter Kontrolle"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote