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Intelligente Maschinen Industriestaaten legen erstmals Regeln für Künstliche Intelligenz fest

Keine Monopole, Transparenz, Verantwortung der Hersteller: Die OECD hat 42 Staaten davon überzeugt, bei der Entwicklung lernender Roboter verbindliche ethische Regeln zu verankern.
22.05.2019 - 10:43 Uhr Kommentieren
KI: OECD legt erstmals Regeln für Künstliche Intelligenz fest Quelle: dpa
Künstliche Intelligenz

Die neuen OECD-Prinzipien für KI sollen Innovationen fördern.

(Foto: dpa)

Berlin Ein Facebook der Künstlichen Intelligenz (KI) soll es nicht geben. Darauf zumindest haben sich an diesem Mittwoch die Industriestaaten bei der OECD-Jahrestagung in Paris verständigt. Bei der Formulierung der neuen „OECD-Prinzipien für Künstliche Intelligenz“ hatten die Experten ganz offensichtlich die Fehlentwicklungen bei der Entstehung der Plattform-Ökonomie mit ihren privaten Weltmonopolen im Hinterkopf.

Deshalb sollen die intelligenten Maschinen der Zukunft zum Wohle aller Menschen auf Basis ethischer Prinzipien entwickelt werden.  

Dafür hat die OECD Empfehlungen formuliert, denen sich bisher 42 Staaten – darunter auch Deutschland und viele EU-Staaten –, angeschlossen haben. Derartige Empfehlungen sind zwar rechtlich nicht verbindlich. Sie setzen aber international einen Rahmen, auf den sich staatliche Gesetzgeber beziehen können.

Zum Beispiel gehen viele Gesetze zum Schutz der Privatsphäre auf OECD-Empfehlungen aus dem Jahr 1980 zurück, die erstmals dem Sammeln privater Daten Grenzen setzen sollten.

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    Nach den Erfahrungen mit der Plattform-Ökonomie hofft man bei der OECD nun, dass die KI-Empfehlungen schneller wirken werden.

    Die neuen Prinzipien für Künstliche Intelligenz haben zum Ziel, Innovation zu fördern, dabei aber immer Transparenz zu ermöglichen: Niemals soll eine Maschine über den Menschen bestimmen können. Geeinigt haben sich die 42 Staaten dafür auf fünf Grundprinzipien:

    • KI soll erstens allen Menschen überall auf der Welt dienen, indem sie Wohlstand für alle, Nachhaltige Entwicklung und gute Lebensbedingungen fördert.

    • KI-Systeme sollen so gestaltet werden, dass sie den Vorrang des Gesetzes, Menschenrechte, demokratische Werte und Gleichberechtigung respektieren. Entsprechende Sicherheiten sollen in die Systeme eingebaut werden. Zum Beispiel soll es möglich sein, dass Menschen eingreifen können, sollten intelligente Maschinen diesen Rahmen verletzen.

    • Rund um KI-Systeme soll Transparenz geschaffen werden, damit Menschen die Ergebnisse von KI verstehen und eingreifen können.

    • KI-Systeme müssen während ihres gesamten Produktzyklus‘ Sicherheit gewährleisten: Mögliche Risiken sollen kontinuierlich überwacht und gemanagt werden.

    • Organisationen und Einzelpersonen, die KI entwickeln und betreiben, sollen für das ordnungsgemäße Funktionieren verantwortlich gemacht werden können.

    Damit diese Prinzipien nicht nur gut gemeinte Lyrik bleiben, hat die OECD für Regierungen diese Empfehlungen formuliert: Erstens sollen sie öffentliche und private Investitionen in Forschung und Entwicklung fördern, um Innovation in vertrauenswürdige KI zu beschleunigen. Also: Geld für „gute KI“ mobilisieren.

    Zweitens sollen sie ein „KI-Ökosystem“ schaffen, mit digitaler Infrastruktur und Technologien, die das Teilen von Daten und Wissen fördern. Sprich: KI darf keine Geheimwissenschaft für wenige bleiben.  

    Regierungen sollen drittens ein politisches Umfeld schaffen, dass vertrauenswürdige KI-Systeme fördert, und viertens dafür sorgen, dass Arbeitnehmer den Übergang in die KI-Welt schaffen können.

    Und fünftens sollen Regierungen zusammenarbeiten, um all diese Prinzipien möglichst weltweit durchzusetzen.      

    Und damit die Staaten verfolgen können, wie sich KI entwickelt, wird die OECD in ihrem „KI-Politik-Observatorium“ regelmäßig wissenschaftlich untersuchen, wie die Regierungen der Staaten bei der KI-Entwicklung vorankommen. Ein privates Monopol, das KI ohne Rücksicht auf Gesellschaften nur zur eigenen Gewinnmaximierung gestaltet, wollen die Industriestaaten somit von vorneherein verhindern.  

    Kommentar: Warum Europa den Wettlauf bei Künstlicher Intelligenz noch nicht verloren hat,

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