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Softwareeinsatz und neue Organisationsformen Digitalexperten machen Tempo in der Personalberatung

Die Digitalisierung erhöht die Anforderungen an Personalberater. Die Branche muss schneller werden und Spielräume durch digitale Hilfsmittel erweitern.
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Künstliche Intelligenz kann Personalberatern helfen, Datenbanken und Onlineportale zu durchsuchen. Quelle: obs
Digitale Hilfsmittel

Künstliche Intelligenz kann Personalberatern helfen, Datenbanken und Onlineportale zu durchsuchen.

(Foto: obs)

KölnExperten für die Digitalwirtschaft will die Kölner Personalberatung Nelex aufspüren. Dabei hat man sich bereits die Arbeitsweisen der Auftraggeber zu eigen gemacht: Morgens gibt es ein Stand-up-Meeting, an jedem Mandat arbeiten mindestens vier Berater gleichzeitig.

Ihre Arbeit strukturieren sie mit agilen Managementmethoden wie Scrum und Kanban. Researcher gibt es nicht, stattdessen hilft Künstliche Intelligenz dabei, Onlineportale und eigene Datenbanken zu durchforsten.

„Wir gehen die Suche strukturierter an, als es klassische Personalberatungen bisher tun“, sagt Karsten Berge. Der Headhunter gründete Nelex Anfang des Jahres, nachdem er seine vorherige Beratung SearchConsult nach zehn Jahren verkauft hatte.

Sechs bis neun Monate – so lange arbeiteten Mitarbeiter bei klassischen Personalberatungen typischerweise an Projekten, sagt Berge. Nun verspricht er: Schon in vier Monaten sollen Experten- und Führungspositionen besetzt werden.

Im Markt trifft Berge damit einen Nerv: „Personalberatungen müssen schneller werden“, sagt Christel Gade, Professorin an der IUBH Internationale Hochschule in Bad Honnef. Die Branchenexpertin beobachtet steigende Anforderungen an Personalberater – ausgelöst durch die Digitalisierung. „Durch Jobportale und Softwaretools können Unternehmen vieles selbst machen.“

Externe Dienstleister müssten deswegen mit anderen Dingen als der reinen Identifizierung von Kandidaten punkten: etwa einer hohen Geschwindigkeit, dem Zugang zu Kandidaten über Quellen, die nicht jeder nutzen kann, sowie der Diagnostik.

Digitale Hilfsmittel schaffen dabei neue Spielräume, sagt Gade: „Bei der Informationsgenerierung und im Prozessmanagement lässt sich viel Zeit sparen.“ Das Wissen um neue Technologien und deren gezielter Einsatz seien essenziell.

Neue Organisationsformen

Auf einen Vorteil hoffen Personalberatungen, die sich wie Nelex radikal anders organisieren als etablierte Branchenriesen. Zu den Angreifern gehört auch Careerteam aus Hamburg – eine 2011 aus einer Start-up-Schmiede ausgegründete Agenturgruppe mit sieben Marken. „In den meisten Personalberatungen arbeiten die Partner so, wie sie es für richtig halten“, sagt Geschäftsführer Sebastian Tschentscher. Einheitliche Prozesse fehlten.

Die klassische Karrierepyramide existiert bei Careerteam nicht. Das Unternehmen organisiert seine 200 Mitarbeiter in kleinen Teams, die je aus Consultants für die Kunden- und die Kandidatenseite bestehen. Der Vertrieb läuft separat.

Bei den Recruitingteams wird nicht gemessen, wer wie viel Umsatz generiert, sondern wie zufrieden Auftraggeber und Kandidaten sind. „In großen Beratungen wird oft eher gegeneinander als miteinander gearbeitet“, sagt Tschentscher.

Eine weitere Besonderheit: Careerteam beschäftigt interne Berater, die an Prozessen feilen, sowie eigene Programmierer. Gerade bei der Vorauswahl spielt die Software eine große Rolle: 50 Plattformen und die eigene Datenbank werden durchsucht – auch beim Anschreiben passender Kandidaten helfen Tools, erklärt Tschentscher. „Das geht so weit, dass wir analysieren, ob man eine Mail besser an einem Montag oder einem Donnerstag verschickt.“

Viel Softwareeinsatz und neue Organisationsformen sind für erfahrene Personalberater eine Umstellung. Nelex-Chef Berge hat zehn Mitarbeiter für sein eigenes Start-up gewonnen. „Die Bereitschaft, alte Pfade zu verlassen, muss ausgeprägt sein“, sagt Berge. Auch er musste umdenken: Um sich mit agilen Managementmethoden vertraut zu machen, heuerte er eine Unternehmensberatung an.

Mehr: Der Personalberater Kienbaum hat jahrelang nicht vom boomenden Markt profitiert. Das rächt sich nun. CEO Fabian Kienbaum ist zu massiven Sparmaßnahmen gezwungen.

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