Vernetzung der Gesundheitsbranche „Die Gesundheit ist das nächste große Ding“

Der Gesundheitsmarkt ist riesig. Allein in Deutschland liegen die Ausgaben jährlich bei über 300 Milliarden Euro. Tendenz steigend. Die Telekom will deshalb künftig verstärkt auf IT-Lösungen im Gesundheitssektor setzen.
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In der Vernetzung des Gesundheitswesens liegt ein enormes Einsparpotenzial, das nach Ansicht von Experten genutzt werden muss, damit das System finanzierbar bleibt. Quelle: dpa

In der Vernetzung des Gesundheitswesens liegt ein enormes Einsparpotenzial, das nach Ansicht von Experten genutzt werden muss, damit das System finanzierbar bleibt.

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DüsseldorfDas Pflänzchen ist noch klein, verspricht aber großes Wachstum: Gerade 100 Millionen Euro setzt die Deutsche Telekom mit IT-Diensten im Gesundheitswesen um – das ist nicht viel bei einem Konzern, der Geschäfte in der Größenordnung von 60 Milliarden Euro macht.

Doch der Gesundheitsmarkt ist riesig. Allein in Deutschland liegen die Ausgaben jährlich bei über 300 Milliarden Euro. Tendenz steigend. Denn medizinischer Fortschritt und eine alternde Gesellschaft gehen auch künftig ins Geld. Für den Konzern Grund genug, seine Anstrengungen in dem Bereich zu erhöhen. „Die Gesundheit ist das nächste große Ding der Digitalisierung“, sagt der für die Health-Sparte zuständige Telekom-Manager Axel Wehmeier.

Vor wenigen Wochen erst hat sich die Sparte organisatorisch von T-Systems gelöst und sich in eine GmbH umgewandelt. Wehmeier verspricht sich davon eine größere Flexibilität und Kundennähe, wenn sich die gut 700 Mitarbeiter allein auf IT-Lösungen im Gesundheitssektor konzentrieren.

Wann Sie lieber zum Arzt statt zur Arbeit gehen sollten
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Die wenigsten Menschen bleiben wegen jedem kleinen Wehwechen zuhause und lassen sich krank schreiben. Auch aus ärztlicher Sicht spricht nichts dagegen, mit einer kleinen Erkältung zur Arbeit zu gehen. Man sollte in jedem Fall in sich hinein horchen und sich fragen, ob man sich fit genug fühlt.

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Wer mit einem leichten Infekt zur Arbeit geht, sollte seinen Körper mit Hausmittelchen unterstützen und darauf achten, sich im Büro regelmäßig die Hände zu waschen, um nicht unnötig Keime zu verbreiten. Kollegen anzuniesen oder anzuhusten, sollte schon der Anstand verbieten.

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Es kommt natürlich auch auf den jeweiligen Beruf an. Wer eine Bürotätigkeit ausübt und vielleicht auch noch in einem Einzelbüro sitzt, von dem geht eine viel geringere Gefahr aus, als von einem unkonzentrierten, schlappen Piloten oder einem Erzieher, der seine Bakterien im Kindergarten verteilt.

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Grundsätzlich gilt: Wer Fieber hat, sollte zum Arzt und nicht zur Arbeit. Denn Fieber ist ein deutliches Warnzeichen des Körpers, das etwas im Argen liegt. Auch Husten mit Auswurf ist ein deutliches Zeichen, dass ein Arztbesuch mit anschließender Bett- oder zumindest Sofaruhe angezeigt ist.

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Und auch wer sich ohne Fieber richtig mies fühlt, sollte im Bett bleiben und sich nicht aus Pflichtgefühl zur Arbeit schleppen. Auch wenn andere Kollegen schon „mit viel schlimmeren Krankheiten“ zur Arbeit gekommen sind.

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Auch Betroffene, die bei Wind und Wetter draußen arbeiten oder beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben, sollten lieber mit ihrem Arzt besprechen, ob sie arbeitstauglich sind oder besser zu Hause bleiben sollten.

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Je ansteckender eine Krankheit ist, desto länger sollte man - mit Krankenschein - zuhause bleiben. Bei Erkrankungen wie dem Noro-Virus beispielsweise, fühlt sich der Patient vielleicht schon nach ein paar Tagen wieder gut, ist aber noch die reinste Virenschleuder. Da heißt es das Haus hüten, bis der Arzt etwas anderes anordnet.

Das Modell entspricht der strategischen Neuausrichtung von T-Systems. Deren Chef Reinhard Clemens setzt verstärkt auf lukrative digitale Geschäftsmodelle rund um Cloud, Sicherheit, vernetztes Auto/Heim und E-Health. „Ob Kassen, Patienten, Ärzte oder Kliniken – alle müssen irgendwann in der digitalen Welt ankommen“, sagt Wehmeier.

In der Vernetzung des Gesundheitswesens liegt ein enormes Einsparpotenzial, das nach Ansicht von Experten genutzt werden muss, um finanzierbar zu bleiben. So rechnet Wehmeier mit verringerten Kosten von bis zu 20 Prozent.

Noch sind die meisten der bestehenden IT-Lösungen in Kliniken oder Praxen in sich geschlossene Systeme. Ein Austausch von Patientendaten ist nur in wenigen Fällen möglich – von rechtlichen Hürden wie dem Datenschutz ganz abgesehen. So werden Röntgenbilder dem Patienten gern noch als Film oder DVD mitgegeben, damit er sie dem Arzt in die Hand drücken kann. Das ist aufwendig und kostet Geld.

Hier will die Telekom ansetzen und auf Plattformen sogenannte Steckerleisten anbieten, in die sich alle IT-Anbieter einstöpseln können. Denn ähnlich wie das Gesundheitswesen komplex und zersplittert ist, zeigt sich deren IT: Auf dem Markt tummeln sich viele Firmen, die nur Nischen besetzen.

„Fast alle IT-Produkte stammen von mittelständischen Firmen“, sagt Bernhard Calmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT. „Doch viele haben die Tendenz, sich abzuschotten, um ihre Marktanteile zu halten.“ Das aufzubrechen scheitert oft am Widerstand von Ärztekammern, Kliniken, Krankenkassen. „Der Markt ist einfach überreguliert“, klagt Calmer.

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