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Vivatech Greentech, Gaming und KI – Womit Frankreichs Tech-Messe punkten will

200 Start-ups präsentieren sich und ihre Innovationen ab Donnerstag in Paris. Auch Chinas Top-Manager werden da sein: Huawei-Chef Ken Hu und Alibaba-Gründer Jack Ma.
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Nicht nur auf der Hannover Messe, sondern auch auf der Vivatech wird es um Roboter und KI gehen. Quelle: dpa
Künstliche Intelligenz

Nicht nur auf der Hannover Messe, sondern auch auf der Vivatech wird es um Roboter und KI gehen.

(Foto: dpa)

ParisSinn für Marketing haben die Organisatoren von Vivatech: „Das hier ist Frankreichs Waffe gegen Glyphosat“, sagt Julie Ranty und zeigt bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Messeprogramms das Bild eines kleinen Roboters im Weinberg, der den Einsatz des umstrittenen Herbizids überflüssig machen soll. Besonders in Frankreich ist Glyphosat ein Synonym für die Vergiftung der Landwirtschaft. Immer mehr Winzer versuchen, ihren Rebensaft nicht zum Giftcocktail zu machen.

Publicis-Verwaltungsratschef Maurice Lévy, der Vivatech mitgegründet hat, dürfte allerdings an der Stelle, als das Bild gezeigt wurde, innerlich zusammengezuckt sein: Ein paar Stunden nach der Pressekonferenz wurde bekannt, dass ein Publicis-Team selber an fragwürdigem Glyphosat-Lobbying beteiligt war.

Die Messe Vivatech findet zum vierten Mal statt und ist in diesem Jahr noch einmal gewachsen. 2000 Start-ups werden sich von Donnerstag bis Samstag (16. bis 18.Mai) in den Hallen des Pariser Messegeländes vorstellen, Partnerschaften mit den anwesenden großen Unternehmen wie Huawei, Thales, Volkswagen, LVMH oder IBM suchen und um die Gunst von Finanziers werben.

„Im vergangenen Jahr hat ein Drittel der Teilnehmer auf der Messe eine Finanzierung gefunden“, sagt Maxime Baffert, der die Idee für die europäische Technologie-Messe hatte. Knapp zwei Drittel der jungen Unternehmen kommen aus Europa.

Einen besonderen Schwerpunkt auf der Tech-Messe bildet erneut Afrika. Paul Kagame, der Staatspräsident von Ruanda, wird kommen – ein Zeichen dafür, dass Technik vieles kann, sogar Beziehungen bessern. Denn die Tatenlosigkeit der französischen Armee während des Genozids in Ruanda hat die Beziehungen zu dem kleinen Land mit den vielen Hügeln lange sehr belastet.

In sieben „Parks“ werden thematische Schwerpunkte gesetzt wie Mobilität, Roboter, Künstliche Intelligenz (KI), Greentech und Gaming. Allein bei Greentech versprechen Ranty und Baffert, dass 100 Innovationen zu erwarten seien. Auch beim Thema Mobilität sei mit Neuheiten wie fliegenden Taxis zu rechnen. Wie sehr die Digitalisierung auch die Old Economy durchdringt, will der Baukonzern Bouygues mit Häusern aus dem 3D-Drucker vorführen.

Die Macher von Vivatech wollen nicht nur vor staunenden Augen kleine oder große Wunderwerke der Technik vorführen, sondern auch kontroverse Diskussionen führen. „Europaweit werden nur 15 Prozent der Start-ups von Frauen gegründet, in Frankreich sind es nur neun Prozent, das muss sich ändern und darüber wollen wir reden“, verspricht Ranty.

Auch die Streitigkeiten der USA mit China und Europa in Sachen Handel und Technologie würden thematisiert. Da trifft es sich gut, dass mit Ken Hu, dem amtierenden Huawei-Chef und mit Jack Ma, Gründer von Alibaba, zwei chinesische Top-Manager anwesend sein und sich den Fragen des Publikums stellen werden.

Debattiert werden soll bei Vivatech schließlich auch über ein Thema, das Politik wie Bürger umtreibt: Hat das Internet uns um die Demokratie gebracht? Fake News, Beeinflussung durch ausländische Mächte über massenhafte gefälschte Identitäten in den sozialen Netzwerken, aber auch deren Rolle in der gesellschaftlichen Debatte sollen angesprochen werden.

Bereits Anfang vergangener Woche hatte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron den Facebook-Chef Mark Zuckerberg empfangen, um mit ihm darüber zu sprechen, wie die Verbreitung von Hass-Nachrichten über das Netz eingeschränkt werden kann.

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern wird am Mittwoch gemeinsam mit Macron den „Appel von Christchurch“ vorstellen, eine Initiative gegen die Verbreitung von Hass durch digitale Kanäle. Am 15. März hatte ein Rechtsradikaler im neuseeländischen Christchurch 51 Moslems erschossen und seine Bluttat live über Facebook übertragen. Das Netzwerk wurde später dafür kritisiert, dass es die Sendung nicht stoppte.

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