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Zum Zukunft der Energie Special von Handelsblatt Online

Neue Studie Klimawandel vernichtet Wohlstand

Klimaschutz kostet Wirtschaftswachstum: Dieses Argument wird im politischen Ringen um die Bekämpfung des Klimawandels gerne benutzt. Mit der Realität hat der Satz aber wenig zu tun, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.
09.11.2015 - 18:18 Uhr
Wenig Ambition beim Klimaschutz vernichtet künftigen Wohlstand - so das Fazit einer aktuellen Untersuchung. Quelle: dpa
Globale Erwärmung

Wenig Ambition beim Klimaschutz vernichtet künftigen Wohlstand - so das Fazit einer aktuellen Untersuchung.

(Foto: dpa)

Berlin Nicht nur humanitäre oder moralische Motive sprechen dafür, die Erderwärmung auf möglichst unter zwei Grad Celsius zu begrenzen – auch starke volkswirtschaftliche Gründe. In einer noch unveröffentlichten Studie taxiert die Umwelt- und Entwicklungshilfeorganisation Germanwatch den weltweiten volkswirtschaftlichen Nutzen eines ambitionierten Klimaschutzes bis 2050 auf rund 16 Billionen Euro.

Damit läge der Nutzen des Klimaschutzes im Jahr 2050 beim Dreifachen der Kosten. Die hatte der Weltklimarat IPCC auf rund fünf Billionen Euro weltweit geschätzt, war einer ökonomischen Quantifizierung der Schäden jedoch weitgehend ausgewichen.

„Wenig Ambition beim Klimaschutz vernichtet künftigen Wohlstand“, sagt Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Seine Forderung: „Die Staats- und Regierungschefs müssen beim Weltklimagipfel in Paris die Tür zum weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bis Mitte des Jahrhunderts aufstoßen.“

Schnelle Wege aus der Klimafalle
Zehn Maßnahmen zum Klimaschutz
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Klimaexperten haben mehr als 400 Methoden zur Bekämpfung des Klimawandels unter die Lupe genommen. Im Fokus der im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Untersuchung stand ausnahmsweise nicht der Klimakiller CO2, sondern das Treibhausgas Methan sowie Ruß, der in der Atmosphäre dafür sorgt, dass weniger Sonnenstrahlung ins All reflektiert wird.

Schon mit einigen einfachen Maßnahmen, so die Wissenschaftler, ließe sich der Ausstoß von Methan und Ruß so stark reduzieren, dass der globale Temperaturanstieg bis zum Jahr 2050 um ein Drittel geringer ausfallen würde als bislang vorhergesagt. Die zehn wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

(Foto: dpa)
Bergbau
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Durch eine bessere Filterung bei der Entlüftung von Kohleminen würde deutlich weniger Methan freigesetzt.

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Gaspipelines
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Lecke Gaspipelines sind eine weitere Treibhausgas-Quelle, die sich mit relativ geringem Aufwand schließen ließe.

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Mülldeponien
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Deponie-Gas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, entsteht durch den bakteriologischen und chemischen Abbau von organischen Inhaltsstoffen des Mülls. Seine Freisetzung zu verhindern und es nutzbar zu machen, würde dem globalen Klimawandel entgegenwirken, so die Forscher.

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Ölförderung
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Durch unkontrolliertes Abblasen bei der Ölförderung gelangen ebenfalls große Mengen Methan in die Atmosphäre, die durch verbesserte Fördertechnik eingefangen werden könnten.

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Viehzucht
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Auch durch eine bessere Aufarbeitung der bei der Nutztierhaltung anfallenden Exkremente – etwa durch Vergärung in Biogasanlagen – ließe sich der Methanausstoß deutlich verringern.

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Reisanbau
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Keine andere Kulturpflanze setzt soviel Methan frei wie Reis. Durch verbesserte Anbaumethoden, weniger Dünger und eine weniger intensive Bewässerung ließe sich der Methanausstoß beim Reisanbau reduzieren.

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Angefertigt hat die Studie Olav Hohmeyer von der Europa-Universität Flensburg. Er widerspricht mit seinen Untersuchungen dem gängigen Eindruck, dass Klimaschutz Wirtschaftswachstum kostet, zudem die Anpassung an Klimaveränderungen zu hohen volkswirtschaftlichen Kosten führt und dass diese Kosten den bislang nicht näher bezifferten Nutzen des Klimaschutzes deutlich übersteigen würden.

„Dieser nachweisbar falsche Eindruck kann dazu führen, dass Politik und Bevölkerung nicht entschieden genug handeln, um den Klimawandel ausreichend einzudämmen“, heißt es in der Studie. Massiv abhängig ist eine ökonomische Bewertung von Klimaschäden, ob nur vermiedene materielle Schäden betrachtet werden oder auch verhinderte Todesopfer. Hohmeyer hat beides in seinen Berechnungen berücksichtigt.

Unabhängig von Kosten und Nutzen des Klimaschutzes: Die Gesellschaft erwartet zunehmend von Politikern und Unternehmern, sich dem Thema Erderwärmung zu stellen. In Deutschland sind mittlerweile acht von zehn Bürgern der Ansicht, „dass wir gerade eine massive Veränderung des Weltklimas erleben“, heißt es in einer ebenfalls bislang unveröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC).

Dabei vermutet ein knappes Drittel den Hauptverursacher des Klimawandels im produzierenden Gewerbe. Umweltfreundliches Verhalten von Unternehmen ist für rund 80 Prozent der Deutschen ein wichtiges Kriterium beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen. 54 Prozent würden für Strom aus erneuerbaren Energien mehr bezahlen.

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