Nord Stream 2

Nord Stream 2

Nord Stream 2 ist nach Nord Stream 1 die zweite Unterwasser-Gasleitung, die von Russland über die Ostsee nach Deutschland führt und russisches Erdgas transportiert. Beide Pipelines betreibt die Nord Stream AG, deren Mehrheit das russische Erdgasunternehmen Gazprom hält. Im Jahr 2015 wurde der Bau von Nord Stream 2 im russischen Wladiwostok von Gazprom-Chef Alexei Miller zusammen mit weiteren Unternehmern aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich besiegelt. In Deutschland treibt vor allem Sigmar Gabriel das Projekt voran, obwohl die Ostseepipeline innerhalb der EU heftig umstritten ist. Unter anderem sprechen sich Polen, Ungarn und Rumänien sowie seit einem späteren Zeitpunkt auch das Europäische Parlament gegen Nord Stream 2 aus. Grund ist die erhöhte Abhängigkeit der EU zu Russland, die nach der Gründung der Energieunion eigentlich reduziert werden sollte. Auch fehlende Einnahmen der Ukraine durch Transitgebühren sind ein Thema. Für Deutschland und Angela Merkel, hat das Festhalten am Bau der Pipeline auch politische Folgen. Obwohl Merkel wiederholt betont, Nord Stream 2 sei ein wirtschaftliches Projekt, werfen besonders die osteuropäischen Länder Deutschland eine Solidarisierung mit Russland vor. Neben der EU reiht sich auch der Naturschutzbund NABU in die Riege der Kritiker ein. Da die Pipeline durch vier Meeresnaturschutzgebiete verläuft, fürchtet NABU irreperable Schäden der Unterwasserwelt.

Darüber hinaus kritisierten auch die USA das Projekt. Im Dezember 2019 verhängte US-Präsident Donald Trump deshalb Sanktionen gegen die Bundesregierung

Die Bauarbeiten der Ostseepipeline haben bereits begonnen. Seit Mai 2018 werden die Verlegeschiffe Castoro 10 sowie Audacia vor der deutschen Küste eingesetzt. Castoro 10 verlegt die Rohre in der Nähe des deutschen Anlandepunktes in Lubmin. Die Fertigstellung von Nord Stream 2 soll voraussichtlich 2020 erfolgen. 

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