Uhrenindustrie Swatch-Chef Hayek über die Basler Uhrenmesse: „Wir brauchen Basel nicht“

Der Chef des Schweizer Uhrmachers schließt eine Rückkehr an die Uhrenmesse aus – und erklärt, weshalb er optimistisch in die Zukunft blickt.
Kommentieren
Der Swatch-Chef sieht keinen Grund an der Baseler Uhrenmesse teilzunehmen. Quelle: Reuters
Nick Hayek

Der Swatch-Chef sieht keinen Grund an der Baseler Uhrenmesse teilzunehmen.

(Foto: Reuters)

ZürichNick Hayek ist für seine klaren Worte berühmtberüchtigt. Bei der Präsentation der Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr wurde der Chef des Uhrmachers Swatch diesem Ruf gerecht. So schließt Hayek eine Rückkehr an die Basler Uhrenmesse kategorisch aus.

„Wir brauchen Basel nicht und haben es nie gebraucht“, sagte Hayek. „Wir können die Zeit nutzen, statt Showbusiness zu betreiben“. Im vergangenen Sommer hatte der Uhrenhersteller überraschend angekündigt, dem Branchentreffen mit seinen Marken fernzubleiben. Auch andere Hersteller haben abgesagt – und den Betreiber MCH damit ein massives Problem beschert.

Den Schritt hat Hayek bislang nicht bereut: „Wir haben deshalb keine Bauchschmerzen“. Auch die sich mehrenden Anzeichen für eine Eintrübung der globalen Konjunktur sieht Hayek bislang gelassen. „Die Situation ist gut, der Konsum in vielen Teilen der Welt auch“, sagte Hayek. „Die Welt geht 2019 auf eine verrückte Art weiter, an die wir uns bereits gewöhnt haben“.

Bedenken, dass ein Rückschlag auf dem wichtigen chinesischen Markt den Uhrmacher treffen könnte, wies Hayek am Donnerstag zurück: „Viele Leute hyperventilieren, wenn es um China geht“, sagte Hayek. Es gebe dort „gesundes Wachstum“ für die Marken des Konzerns. 

Die Schweizer sind vom chinesischen Markt sehr abhängig: Im vergangenen Jahr trug China rund 36,5 Prozent zum Umsatz des Konzerns bei. Hayeks sieht in der starken Bedeutung des chinesischen Marktes für Swatch aber „kein Klumpenrisiko, sondern eine Klumpenchance“.

Die wichtigsten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte Swatch bereits im Januar präsentiert. Der Umsatz legte um rund sechs Prozent auf knapp 8,5 Milliarden Franken zu. Unterm Strich stand ein Reingewinn von 867 Millionen Euro – ein Plus von 15 Prozent. Von den guten Zahlen profitiert Hayek auch persönlich: Seine Vergütung kletterte im vergangenen Jahr auf 7,2 Millionen Franken.

Startseite

Mehr zu: Uhrenindustrie - Swatch-Chef Hayek über die Basler Uhrenmesse: „Wir brauchen Basel nicht“

0 Kommentare zu "Uhrenindustrie: Swatch-Chef Hayek über die Basler Uhrenmesse: „Wir brauchen Basel nicht“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.