Arbeitsverdichtung und Arbeitsdruck Qualmender Kopf und hohe Drehzahl

Jeder zweite Arbeitnehmer beklagt Beschleunigung und komplexere Aufgaben, fühlt sich ruhelos und ausgebrannt. Damit der Weg nicht ins Hamsterrad führt, sind die Arbeitgeber zum Handeln aufgefordert.
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Mit der Lockerung der Kleiderordnung will Goldman Sachs IT-Mitarbeiter zum Bleiben bewegen. Quelle: Getty Images

Mit der Lockerung der Kleiderordnung will Goldman Sachs IT-Mitarbeiter zum Bleiben bewegen.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfImmer nur mobil, flexibel und überall erreichbar: das stresst. Befragt man deutsche Arbeitnehmer, wie sie ihren Büroalltag erleben, dann hat sich für 48 Prozent von ihnen in den vergangenen fünf Jahren alles spürbar beschleunigt. Und weil alles viel schneller gehen muss, bleibt immer weniger Zeit für die einzelnen Arbeitsprozesse. Gleichzeitig sind die Aufgaben nach Einschätzung von 53 Prozent der Arbeitnehmer komplexer geworden.

Als weitere wichtige Veränderung empfinden 43 Prozent von ihnen die sogenannte Verdichtung - also mehr Arbeit mit weniger Kollegen. Das sind Ergebnisse der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ der Personalberatung Rochus Mummert. Dazu wurden HR-Führungskräfte sowie 1.000 Arbeitnehmer befragt.

„Die Globalisierung und die Digitalisierung haben die Arbeits- und Lebensumwelt rasant und tiefgreifend verändert“, sagt Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. „Die Folgen werden wir erst in Zukunft voll erkennen. Unsere Studie zeigt aber schon jetzt ganz klar: Ein höheres Tempo bei gleichzeitig schwierigeren Aufgaben - das sind große Herausforderungen für Arbeitnehmer. Damit der Weg nicht ins Hamsterrad führt, sind die Arbeitgeber daher zum Handeln aufgefordert.“

Die Zahl der Krankschreibungen wegen eines Burn-Outs, die pathologische Mutation von Stress, stieg in Deutschland nach Angaben der Bundespsychotherapeutenkammer zwischen 2004 und 2012 um 700 Prozent. Millionen Menschen fühlen sich schon heute ruhelos und ausgebrannt. Ein Zustand, der zur Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts zu werden droht. Verwundert das noch? Wohl kaum.

Auch die befragten Personaler sind sich der starken Veränderungen durchaus bewusst. Befragt nach belastenden Einflüssen sehen sie die Globalisierung an erster Stelle, gefolgt von der Beschleunigung und der multimedialen Kommunikationsüberflutung. Daneben machen die Personalverantwortlichen zwar auch positive Veränderungen aus, die jedoch die wachsenden Belastungen nicht kompensieren können.

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