Arbeitszeit Urlaub ohne Ende

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Mehr Freiheit, mehr Druck
Diesen Berufsgruppen misstrauen die Deutschen
Strohlager in Flammen
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Keine Panik: Wenn es brenzlig wird, vertrauen die Deutschen ihren Rettern. Feuerwehrleute, Sanitäter und Krankenschwestern haben bei über 94 Prozent der Bevölkerung einen guten Ruf. In 25 Ländern hat der GfK Verein Menschen gefragt, welchen Berufen sie vertrauen. Ganz oben stehen in 15 Ländern die Feuerwehrleute.

Helfende Berufe genießen das Vertrauen der Menschen. Auf allen Kontinenten belegen laut der Studie „GfK Trust in Professions 2014“ Feuerwehrleute, Sanitäter, Pflegekräfte und Ärzte die vorderen Plätze. Feuerwehrleute, Sanitäter, Pflegekräfte und Ärzte die vorderen Plätze. In Deutschland zählen im Vertrauensranking auch Piloten und Apotheker zur Spitzengruppe.

Die Studie gibt auch die „Flop 10“ bekannt – also jene Berufsgruppen, denen die Deutschen nicht vertrauen. Einigen dieser Profis begegnet man regelmäßig – ob persönlich oder in den Medien.

Platz 9: Händler, Verkäufer
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Wenn's ans Geld geht sind die Deutschen sehr vorsichtig. Denn schließlich versuchen Händler und Verkäufer das Produkt an den Mann zu bringen. Ihnen vertrauen nur knapp mehr als die Hälfte der Deutschen, 52 Prozent. Vor allem im weltweiten Vergleich steht der Händler damit in Deutschland deutlich schlechter da, im internationalen Vergleich wird ihnen im Schnitt 15 Prozent mehr Vertrauen entgegengebracht.

Platz 10: Unternehmer
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Los geht das „Flop-Ranking“ mit: Unternehmern. Robert Geiss (hier mit Ehefrau Carmen) mag nicht der Durchschnittsunternehmer sein. Doch auch um den Rest seiner Zunft ist es schlecht bestellt. Nur 54 Prozent vertrauen den Entscheidern.

Quelle: GfK Verein, Studie „Trust in Professions 2016“

Oktoberfest 2014
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Flop 8: TV-Moderatoren

Von wegen hoch die Tassen: Fernsehmoderatoren sind unbeliebter, als der Umfang ihrer Sendezeit suggeriert. Immerhin fast jeder Zweite respektiert diesen Beruf, 47,7 Prozent. Die Moderatoren Carolin Reiber (l.) und Florian Silbereisen (hier mit Sängerin Lucy Diakovska) feiern auf dem Oktoberfest.

Klaus Kinski
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Flop 7: Schauspieler

Klaus Kinski war einer der umstrittensten Fernsehstars Deutschlands – und, wie sich später herausstellte, ein Straftäter. Der Choleriker ist das Extrembeispiel für einen misstrauenswürdigen Schauspieler. Trotz Star-Status gelten Schauspieler nicht als vertrauenswürdig. Die ganze Zunft: 44 Prozent.

Anshu Jain wird 50
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Flop 6: Banker, Bankangestellte

Bei ihnen ist das ganz große Geld, sie kassieren saftige Boni – und sind mitverantwortlich für die Finanzkrise: Banker haben nicht erst in den vergangenen Jahren einen schlechten Ruf bekommen. Auch die Deutsche-Bank-Doppelspitze aus Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain wird skeptisch beäugt. Vertrauen: 39,1 Prozent

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Flop 5: Profisportler, Fußballer

Sensible Millionäre mit Wehwehchen, Schwalbenkönige und Geldgierige Treuebrecher: Um den Ruf der Fußballer ist es trotz Weltmeistertitel nicht allzu gut bestellt. Sie genießen nur bei 38,8 Prozent der Bevölkerung ein hohes Ansehen.

Ob es in deutschen Konzernen in naher Zukunft ebenfalls diese Art von „Urlaubs-Flatrate“ geben wird, vermag Eichhorst nicht vorherzusagen. Er ist aber der Meinung, dass die wichtigste Voraussetzung dafür ein gutes Arbeitsklima in der Firma sei. Sonst könnten manche Arbeitnehmer schnell zu viel Urlaub nehmen.

Branson verspricht sich das Gegenteil. In seinem Blogeintrag heißt es, er würde seine Mitarbeiter auf diese Art und Weise motivieren wollen und hofft, dass sich dadurch drei Dinge steigern würden: „Moral, Kreativität und Produktivität“.

Einen Haken hat seine Ankündigung dann aber doch: Mit ihr geht eine eindrückliche Warnung einher, die freie Urlaubswahl dürfe weder dem Team noch der individuellen Karriere schaden. Handelt es sich hier um umgekehrte Psychologie?

Das meint Sattelberger: „Wer bei Netflix die Leistung nicht bringt, der fliegt.“ Er nennt das eine „Hire and Fire-Kultur“. Das Modell sei eng verknüpft mit der angelsächsischen „Performance-Management-Kultur“.
Das heißt, man dürfe bei der Überlegung, ob eine freie Urlaubswahl auch in Deutschland möglich wäre, den nationalen Kontext nicht vergessen, meint der Manager. „Wenn hier die 30 Urlaubstage nicht eingehalten werden, schlagen der Betriebsrat und die Gewerkschaften auf.“

Je mehr Freiheit der Arbeitnehmer bekommt, unter desto höherem Druck steht er also. Die Erfahrungen in den vergangenen Jahrzehnten sowie die aktuelle Debatte, dass die Deutschen mehr Überstunden machen als alle anderen, zeigen: Seinen Urlaub frei zu wählen, würde die Menschen hier womöglich an ihre Grenzen bringen - und zwar an die, die Disziplin aufzubringen, Arbeit liegen zu lassen.

Eichhorst ist der gleichen Ansicht: „Das Credo ‚Wer mehr arbeitet, hat mehr Erfolg‘ bleibt.“ Trotzdem sieht er große Chancen in diesem Konzept. „Wer nicht gerade im Krankenhaus oder Verkehrssektor arbeitet, wird zukünftig flexibler arbeiten.“ Solange die Konditionen beidseitig vereinbart werden, könnte demnach die Urlaubs-Flatrate auch in Deutschland funktionieren.

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