Berufsfelder unter der Lupe Her mit den Mathematikern!

Versicherungen machen Geschäfte, weil sich Menschen und Unternehmen gegen Gefahren und für ihre Zukunft absichern wollen. Wer in der Branche anheuert, muss mit stürmischen Zeiten rechnen – auch für sich persönlich.
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Versicherungen suchen Mitarbeiter, die helfen, Schäden wie die des „Hurrikan Sandy“ an der US-Ostküste zu berechnen. Quelle: dpa

Versicherungen suchen Mitarbeiter, die helfen, Schäden wie die des „Hurrikan Sandy“ an der US-Ostküste zu berechnen.

(Foto: dpa)

KölnVersicherungen gehörten im vergangenen Jahr zu den Unternehmen, die neben Banken und Vermögensverwaltern Tausende von Jobs eliminiert haben. 2013 sind sie dagegen neben IT-Firmen und Beratungen die Unternehmen, die am meisten zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen, wie der DIHK prognostiziert.

Durch den Abbau der sozialen Sicherungssysteme wächst der Bedarf an privaten Versicherungsangeboten. Das macht die Versicherungswirtschaft zum Zukunftsgeschäft. Einerseits. Krisenbedingt werden die Menschen andererseits immer vorsichtiger mit Geldanlagen in Versicherungen. Das geht nicht spurlos an der Branche vorbei. Drittens hat aber auch die Assekuranz aus der Krise gelernt und neue Modelle entwickelt.

Tatsächlich zeigt die Statistik, dass die Zahl der Jobangebote kontinuierlich steigt (siehe Grafik). Noch vor einem halben Jahr war die Nachfrage nach Bewerbern kaum zu decken.

Auf Basis gefilterter Stellenangebote ergibt sich für das Versicherungswesen aktuell folgendes Bild:

Der Angebotsindex (rot) an Versicherungsjobs zieht seit Januar 2012 fast kontinuierlich an. Die blaue Kurve zeigt die Nachfrage.

Der Angebotsindex (rot) an Versicherungsjobs zieht seit Januar 2012 fast kontinuierlich an. Die blaue Kurve zeigt die Nachfrage.

Handelsblatt/karriere.de greift auf eine einzigartige Datenbasis zu, die den deutschen Markt für Stellenanzeigen in den 25 bedeutendsten Jobbörsen, den wichtigsten 17 Zeitungen sowie 2600 Karriereportalen der Unternehmen abbildet. Jederzeit können alle Informationen für die unterschiedlichsten Berufsfelder aktuell abgerufen und analysiert werden.

Welche Jobs es in der Branche gibt und welche Qualifikationen man braucht weiß Heinrich Schradin, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Versicherungswissenschaft an der Universität Köln.

Heinrich Schradin, Institut für Versicherungswissenschaft an der Universität Köln. Quelle: PR

Heinrich Schradin, Institut für Versicherungswissenschaft an der Universität Köln.

(Foto: PR)

In welchen Bereichen sehen Sie die besten Möglichkeiten für Berufseinsteiger?

Im Vertrieb, in der IT und im Risikomanagement sind die Chancen besonders erfolgversprechend. Im Vertrieb besteht generell ein Engpass an Akademikern. Jede Generation braucht hier Ansprechpartner, die die gleiche Sprache sprechen. Das betrifft nicht nur Personen-, sondern auch Sachversicherungen. Für die Vorsorge und im Bereich der professionellen Kunden aus der Wirtschaft ist der Vertrieb sehr anspruchsvoll, hier bedarf es tiefer betriebswirtschaftlicher Kenntnisse. Das gilt zum Beispiel für die Beratung zur betrieblichen Altersvorsorge oder für die Risikoanalyse bei Betriebsunterbrechungen, wie bei der Aschewolke vor zwei Jahren, die den gesamten Flugverkehr lahmlegte. Auch die Umsetzung der EU-Regelungswerke für das Risikomanagement ist ein Fall für gut ausgebildete Akademiker.

Die Versicherungsbranche sucht – fächerübergreifend – Hochschulabsolventen. Gibt es zu wenig spezialisierte Studiengänge?

Institute für das Versicherungswesen sind in Deutschland nicht allzu weit verbreitet. Es gibt sie in Köln, München, Hamburg und Mannheim. Doch besteht in der Regel eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der juristischen Fakultät, den Naturwissenschaften und der Medizin. Versicherungen sind jedoch ein Nischenbereich, das Branchenimage ist leider nicht besonders gut. Dafür können wir mit noch überschaubaren Seminargrößen punkten. In der Wirtschaftsmathematik und bei den Juristen ist das Versicherungswesen als Wahl- oder Nebenfach möglich, bei den Naturwissenschaftlern ist es meist eine Frage in Abschlussarbeiten und wird dann zum angewandten Themengebiet.

Juristen, Mathematiker und BWLer sind gefragt
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