Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Compliance Kontrolle schafft Vertrauen

Compliance, also das gesetzeskonforme Handeln, ist gerade im internationalen Geschäft unverzichtbar. Klare Richtlinien helfen Unternehmen dabei, das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern zu gewinnen. Dennoch zögern vor allem Mittelständler, verlässliche Regeln aufzustellen. Sie riskieren damit hohe Geldstrafen und nachhaltige Image-Schäden.
  • Patrick Kalbhenn
1 Kommentar
Grafik: Birgit Jansen, bürgie Illustration & Grafik, www.buergie.de Quelle: Birgit Jansen

Grafik: Birgit Jansen, bürgie Illustration & Grafik, www.buergie.de

(Foto: Birgit Jansen)

KölnBei Peiker Acustic hat Sicherheit höchste Priorität. Mitarbeiter und Lieferanten des Anbieters von Kommunikationstechnik werden seit kurzem regelmäßig über Terrordatenbanken geprüft, das Logistikzentrum ist nun videoüberwacht und wird durch Zäune abgeschirmt. Auch die Zugangskontrollen wurden verschärft - es herrscht Ausweispflicht. Fast eine Viertelmillion Euro hat Peiker dafür allein im vergangenen Jahr ausgegeben. Für den Autozulieferer mit gut 130 Millionen Euro Umsatz und knapp 700 Mitarbeitern ist das eine Menge Geld.

Doch dank der Investition in die Sicherheit besitzt der Mittelständler aus dem hessischen Friedrichsdorf bei Frankfurt nun das AEO-F-Zertifikat der Europäischen Union. Dieses bestätigt, dass Peiker wirksame Compliance-Strukturen aufgebaut hat. Der Autozulieferer darf deshalb an einem vereinfachten Zollverfahren teilnehmen - das spart Zeit und Geld beim internationalen Versand der Produkte. Doch für das Unternehmen habe das Zertifikat noch eine weitere Bedeutung, sagt Geschäftsführer Andreas Peiker: „Die Kontrollen helfen, Vertrauen beim Kunden zu schaffen.“

Wer wie Peiker im Ausland Geschäfte macht, kann auf Compliance-Systeme kaum noch verzichten. Genau festgelegte Standards für verantwortungsvolles Wirtschaften sind inzwischen eine Basis für den Erfolg. „Vertrauen und Kontrolle haben auf internationalen Märkten eine vollkommen andere Bedeutung bekommen“, sagt Franz Leisch, Compliance-Experte der Wirtschaftskanzlei Baker&McKenzie. Viele Unternehmen hätten dies aber noch nicht erkannt. „Immer wieder kommen Manager erst dann zu uns, wenn es konkrete Fälle gibt und sie im Ausland mit der Aufarbeitung überfordert sind. Erst dann merken sie, dass sie Compliance-Strukturen schaffen müssen.“

Zwar ist die Zahl der Unternehmen mit eigenen Compliance-Programmen gestiegen – laut einer gerade veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) binnen zwei Jahren um neun Prozent. Doch die Erhebung zeigt auch: Fast die Hälfte der Betriebe mit mehr als 500 Beschäftigten arbeitet noch immer völlig ohne entsprechende Standards und Richtlinien. Ein Fehler: „Compliance erhält zunehmend einen Marktwert“, sagt Steffen Salvenmoser, Partner im Bereich Forensic Services von PwC.

Wie wollen wir arbeiten?
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Compliance - Kontrolle schafft Vertrauen

1 Kommentar zu "Compliance: Kontrolle schafft Vertrauen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie soll Kontrolle Vertrauen schaffen?
    Als ehemaliger DDR-Bürger weiß man wohin Kontrolle führt, es schafft ein Klima von Angst und Unterwürfigkeit.

Serviceangebote