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Compliance Kontrolle schafft Vertrauen

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Wie wollen wir arbeiten?
Seit 2008 hat die Telekom die Compliance-Aktivitäten deutlich ausgebaut. Quelle: dapd

Seit 2008 hat die Telekom die Compliance-Aktivitäten deutlich ausgebaut.

(Foto: dapd)

Zu einem anderen Ergebnis kommt die PwC-Studie bei börsennotierten Konzernen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern. Hier gehören die Systeme längst zum Alltag – so auch bei der Deutschen Telekom. Der ehemalige Staatskonzern war 2008 in die Schlagzeilen geraten, weil Mitarbeiter und Journalisten bespitzelt wurden. Seitdem hat die Telekom die Compliance-Aktivitäten deutlich ausgebaut: Mit Manfred Balz ist seit Oktober 2008 ein Mitglied des Vorstands ausschließlich für Recht und Compliance zuständig. Manuela Mackert, Chief Compliance Officer des Bonner Konzerns, stehen allein in der Konzernzentrale 50 Kollegen zur Seite. Weltweit kümmern sich insgesamt 80 Mitarbeiter darum, dass Verhaltensregeln aufgestellt und eingehalten werden.

Die Arbeit ist hoch komplex. Die Regeln sind für die weltweit 250.000 Konzernmitarbeiter der Telekom zwar prinzipiell gleich – aber die Angestellten kommen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und leben in unterschiedlichen Verhältnissen. „Wenn in Deutschland an Weihnachten eine Flasche Wein für 20 Euro verschenkt wird, ist das nicht außergewöhnlich. In Albanien hingegen sind 20 Euro viel mehr wert – und der Gedanke der Beeinflussung liegt ganz nahe“, sagt Mackert.

Unter dem Titel „Wie wollen wir arbeiten?“ gibt es deshalb ein eigenes Regelwerk – den „Code of Conduct“. Dieser schreibt etwa fest, dass Vergabekriterien bei öffentlichen Aufträgen weltweit strikt einzuhalten sind. Der Umgang mit Geschenken, Bewirtungen und Einladungen zu Events ist hingegen in der Vorteilsrichtlinie geregelt. „Unsere Richtlinien erarbeiten wir in Workshops zusammen mit der jeweiligen Tochtergesellschaft“, sagt Mackert. „Wir wollen niemanden mit Informationen überfrachten und zeigen jedem Mitarbeiter, was für ihn speziell an seinem Arbeitsplatz wichtig ist.“

Ständig wird das Compliance-System angepasst – etwa wenn sich in einzelnen Ländern Gesetze ändern. Mackert und ihre Kollegen müssen dann auch die Richtlinien überarbeiten und die Beschäftigten darüber informieren. Kommunikation sei eine ihrer wichtigsten Aufgaben: „Ich kann Mitarbeiter wegen eines Fehlverhaltens nur dann sanktionieren, wenn sie verstanden haben, was erlaubt ist – und was nicht“, sagt Mackert.

Dass die internen Vorgaben im Einklang mit den aktuellen Gesetzen stehen, kontrollieren bei der Telekom regelmäßig Wirtschaftsprüfer. Aber auch die Mitarbeiter selbst sind gefragt, dafür hat die Telekom ein sogenanntes Hinweisgeberportal eingerichtet. Jeder kann dort anonym mit Mackerts Abteilung in Kontakt treten, falls er im Konzern oder bei Geschäftspartnern korruptes Handeln vermutet.

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1 Kommentar zu "Compliance: Kontrolle schafft Vertrauen"

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  • Wie soll Kontrolle Vertrauen schaffen?
    Als ehemaliger DDR-Bürger weiß man wohin Kontrolle führt, es schafft ein Klima von Angst und Unterwürfigkeit.

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